Samstag, 21. Januar 2017

Jahreslosung 2017

Gott spricht: „Ich schenke euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist in euch.“ Jahreslosung 2017 aus Hesekiel 36,26 (Einheitsübersetzung)
Ende Dezember 2016 – gerade bin ich dabei, meinen Kalender für 2017 „einzurichten“. Seit Jahren mal wieder ein „echtes“ gedrucktes Kalenderbuch, denn ich rechne damit: Mit meinem neuen Job werde ich mir öfter mal was notieren, jede Menge Termine im Blick behalten müssen und ich freue mich total darauf! Ich blättere also schon mal vorsichtig ins neue Jahr und da fällt sie mir ins Auge: Die Jahreslosung für 2017. „Ich schenke euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist in euch.“ Und da ich ein „Schreiberling“ bin, muss ich meine Gedanken, die mir dabei kommen, gleich zu Papier bringen.
Gott bietet uns ein neues Herz an. Wahnsinn! Unser Herz (in der Definition als Sitz unserer Gefühlswelt) trägt oft jede Menge Verletzungen aus der Vergangenheit. Wunden, die uns andere zugefügt haben, Schmerzen, die uns das Leben zugemutet hat. Klar, vieles ist verheilt, aber manchmal brechen alte Wunden auf. Die Folge: Wir reagieren über, verletzen andere. Und hier kommt Gottes Angebot ins Spiel: Er streckt uns seine Hände entgegen. Wir dürfen unser Herz voll Vertrauen in seine Hände legen. Er kümmert sich darum, geht vielleicht nochmal mit uns in alte Situationen zurück, damit sie wirklich heil werden. Und gleichzeitig macht er eine Herztransplantation. Er setzt uns das Herz Jesu ein, dass er sich aus Liebe zu uns aus seinem Vaterherz gerissen hat. Wow, wow, wow! Darum funktioniert z.B. eine Gemeinschaft von Christen: Weil Gott uns sein Herz einpflanzt, mit dem wir einander lieben, uns gegenseitig annehmen können.

Und das Gleiche macht er mit unserem Geist – in der Übertragung als Sitz unserer Gedankenwelt. Unsere menschlichen Gedanken sind geprägt von dem, was wir erlebt haben, manchmal vielleicht festgefahren. Jeder Mensch hat neben all den guten Gedanken und genialen Ideen auch negative Prägungen, Festlegungen, falsche Annahmen und anderes mehr. Auch hier bietet Gott an: „Lass dich von meinem guten Heiligen Geist erfüllen, deine Gedankenwelt von mir prägen, Falsches geraderücken, Negatives unwichtig werden, dich erneuern.“

Nehmen wir dieses großartige Angebote Gottes an?

Freitag, 13. Januar 2017

Alles andere wäre Plan B

Am liebsten weiß ich, wo es langgeht und was auf mich zukommt. Wer nicht? Das geht aber nicht immer! Gerade hat ein neues Jahr begonnen. So ganz unberührt ist es nicht mehr, die beiden ersten Wochen sind schon fast vorbei. Haben wir schon eine Ahnung, was auf uns zukommt? Hast du schon Pläne für dein Jahr 2017?

Mein Jahr beginnt mit einer neuen Arbeitsstelle, auf die ich mich sehr freue. Den Titel dieses Posts habe ich mir schon vor Monaten gespeichert, denn in den vergangenen 1 1/2 Jahren habe ich sehr oft überlegt, wie es beruflich für mich weitergeht. Immer wieder habe ich an Plänen "gestrickt", darüber nachgedacht, wo ich hin will. Und immer fühlte es sich an wie der berühmte Plan B - eine Lösung, ja, vielleicht auch halbwegs in Ordnung, aber nicht das, was eigentlich passt und dran ist.

Und dann kam Gott mit seinem Masterplan ins Spiel, dem Plan, den er wahrscheinlich schon die ganze Zeit im Ärmel hatte. Vielleicht hat er sich amüsiert über meine Ungeduld und meine Lösungsversuche. Manchmal hat er wahrscheinlich in sich reingeschmunzelt und gemurmelt: "Wenn du wüsstest, was für dich gerade im Werden ist!" Ja, und manchmal hat er Kontakt zu mir aufgenommen: ein Bibelvers, der mir sagte, dass ich auf Gottes Weg warten soll; ein Lied, das mich tröstete, wenn ich frustriert war; ein anderer Mensch, der mir Mut zusprach.

Gott, unser Vater im Himmel, ist durch und durch gut. Und dieser Vater hat Gutes für uns im Sinn. Manchmal können wir das nicht glauben, weil das Leben passiert und Dinge uns Mühe machen, unsere Wege manchmal holprig oder schmerzhaft sind. Aber in allem sind wir in Gottes Masterplan und da könenn wir nicht herausfallen. Selbst, wenn wir mal Umwege gehen müssen oder einen eigenen Plan B stricken. Der himmlische Daddy macht selbst aus zweiter Wahl noch etwas Wertvolles. Und hoffnungslose Fälle, die gibt es bei ihm nicht!

Falls du jetzt denkst: "Schön, wenn jemand so klar die Führung Gottes erlebt - in meinem Leben ist davon nichts zu sehen." Schau mal genau hin: Hat er nicht schon oft eingegriffen in deinem Leben? Waren all diese kleinen Begegnungen - z.B. mit einem lieben Menschen im richtigen Moment oder der kleinen unverhofften Finanzspritze oder was auch immer du hier einsetzen kannst - waren all diese Dinge Zufälle? Ganz sicher nicht. Dieser himmlische Vater zeigt sich immer wieder, egal, ob du an ihn glaubst oder nicht. Immer wieder "wirbt" er um dich und darum, dass du dich ihm anvertraust. Schau mal wieder genauer hin und entdecke: Auch du bist in Gottes genialem Masterplan. Du brauchst dich nicht mit Plan B zufrieden geben, du hast etwas besseres verdient!

Am krassesten erlebt das Hiob - und kommt trotzdem zu dem Schluss: "Wer ist es, der Gottes weisen Plan ohne Verstand verdunkelt?´ Ja, ich habe in Unkenntnis über Dinge geurteilt, die zu wunderbar für mich sind, ohne mir darüber im Klaren zu sein. Du hast gesagt: `Hör zu, ich will reden! Ich will dir Fragen stellen, und du sollst sie mir beantworten.´ Bisher kannte ich dich nur vom Hörensagen, doch jetzt habe ich dich mit eigenen Augen gesehen ...".

Ein gesegntes Jahr 2017 wünsche ich - im Bewusstsein, dass Gott alles im Griff hat und ihm nichts entgleitet: dein eigenes Leben nicht und auch nicht das Weltgeschehen.

Mittwoch, 28. Dezember 2016

Was der Himmlische Vater dir schon immer einmal sagen wollte

Weißt du, was Gott, dein Himmlischer Vater, dir heute zu sagen hat? Lies mal hier:

„Mein Kind, ich liebe dich so sehr. Ich habe alles, was du brauchst. Füll deine innere Leere mit mir und erwarte das nicht von den falschen Dingen: nicht von der Arbeit, nicht vom Essen, nicht von deiner Leistung oder deinem Aussehen und auch nicht von deiner Ehe. Lass dich von mir mit Freude füllen und mit Lebensmut, mit Energie und mit Liebe zu deinen Mitmenschen. Du darfst Kanal sein für meine Liebe zu den Menschen. Und das geht ganz einfach: Lass dich von mir so füllen, erfüllen, dass es einfach überläuft, aus dir raussprudelt, überschäumt. Ich bin da sehr verschwenderisch, glaub mir. Es ist genug da. Und jetzt komm noch eine Weile auf Papas Schoß, bevor ich dich in den Tag schicke.“

Freitag, 23. Dezember 2016

Das Kind ín der Krippe - Sturmstiller und Mann am Kreuz



Die Altartisch-Deko in unserem Gemeindehaus sieht in diesem Jahr so aus: Eine bauchige Schale mit ganz viel Grün drin, vier Kerzen und an der Seite ein Kreuz. Als ich diesen besonderen „Adventskranz“ zum ersten Mal sah, kam ich nicht mehr raus aus dem Staunen. Die ovale Schale könnte sowohl die Krippe als auch ein Boot darstellen. Und dann noch das Kreuz!

Gehört das nicht alles zusammen? Das Kind in der Krippe. Unerwartet schlicht, hatte man doch mit einem gewaltigen König gerechnet. Das ist er auch, wie Jesus später unter anderem bei der Sturmstillung beweist – er hat nicht nur Autorität im menschlichen und geistlichen Sinne, sondern ihm gehorchen sogar Wind und Wellen. Das Kreuz wirkt in dieser harmonischen Adventszeit (oder in der Zeit, die wir uns so harmonisch wünschen …) irgendwie störend. Aber auch das hat seinen Platz, gerade hier und jetzt. Umso mehr, wenn ich die Schreckensmeldungen der letzten Tage bedenke. Wie dringend hat die Menschheit, diese Welt Erlösung nötig.

Was bedeutet das für mich persönlich? Als Kind in der Krippe kam Jesus. Weihnachten bin ich, sind wir oft gestresst und wünschen uns doch so sehr innere Ruhe. Es gibt da etwas sehr Tröstliches: Bei Maria war es alles andere als sauber – sie musste ihr erstes Kind in einem Stall zur Welt bringen. Und sie wusste, dass es Gottes Sohn ist!!! Ich hätte mir mega-Stress damit gemacht, das weiß ich genau. Über Maria heißt es, dass sie alles, was sie hört und sieht, „in ihrem Herzen behält“. Ob Gottes Sohn ihr diese Gelassenheit und Ruhe geschenkt hat? Aber vielleicht war sie auch gar nicht so entspannt, wie ich mir das vorstelle, sondern hat ebenfalls hektisch versucht, alles irgendwie noch auf die Reihe zu bekommen. Wir wissen es nicht. Fest steht: Das erste Weihnachten war alles andere als perfekt. Also, warum stressen wir uns so? Heute, einen Tag vor Weihnachten, will ich mir Gelassenheit schenken lassen. Was nicht fertig wird, bleibt eben liegen. Was nicht perfekt ist, macht mich menschlicher und lässt diese trügerische Fassade, ich würde immer alles in den Griff bekommen, endlich bröckeln und macht mich frei.

Jesus, der Sturmstiller. In mir stürmt es tatsächlich. Noch gar nicht so alte Wege enden, das neue Jahr bringt Spannendes, Neues – ich freue mich drauf. Aber meine Gefühlswelt ist im Aufruhr, meine Seele kommt kaum hinterher. Jesus lädt mich ein, mich zu ihm zu setzen und ihn den Sturm stillen zu lassen. Es zuzulassen, dass er zum „aufgewühlten Meer meiner Seele in mir“ sein „Friede mit dir“ spricht wie es in einem Lied heißt (Auge im Sturm von Martin Pepper).

Jesus, der Gekreuzigte (und Auferstandene). Kreuz und Auferstehung im Zusammenhang mit Weihnachten? Aber ja doch! Nur so macht das alles einen Sinn! Gott löst seine Versprechen ein. Das, was wir Menschen niemals auf die Reihe bekommen würden, nämlich uns selbst zu erlösen, erledigt Gott für uns. Er macht alles neu. Er zündet unsere Kerzen an, damit wir leuchten können – denn wer genau hinschaut sieht, dass die Kerzen auf dem Foto hier gar nicht brennen.
Damit erhalten wir bereits einen Ausblick auf das Jahr 2017. Das Lutherjahr, indem uns häufig die Thematik der verzweifelten Versuche der Selbsterlösung und Luthers Entdeckung „sola gratia“ begegnen werden – und hoffentlich werden wir neu staunen über dieses Geschenk. Ja, und dieses Bild von Krippe und Kreuz passt auch zu der Jahreslosung für das kommende Jahr: Gott spricht: „Ich schenke euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist in euch.“ Hesekiel 36,26

Freitag, 9. Dezember 2016

Wenn es morgens so gar nicht hell werden will ...

Heute Morgen war ich richtig erschrocken: Es schien absolut nicht hell zu werden. Der Himmel war so wolkenverhangen, dass es ungewöhnlich lange dauerte, bis die Dämmerung einsetzte. Und jetzt, um kurz vor 17 Uhr, ist es schon fast wieder dunkel.

An solchen Tagen brauche ich viel Motivation, um "in die Pötte" zu kommen. Ziele muss ich mir setzen, mir selbst in den Hintern treten, damit ich nicht traurig und frustriert durch den Tag trotte. Und ich brauche Licht, ganz viel Licht. Also zünde oder knipse ich alle vorhandenen Kerzen und Lichterketten an.

Wie gut, dass dieser Tag in die Adventszeit fällt, denn meine Wohnung ist zu dieser Zeit reichlich bestückt mit Lichtquellen und zwar in jedem Raum.

Jesus behauptet von sich, dass er das Licht der Welt ist. Das glaube ich ihm aufs Wort. Und diese Welt hat Licht nötiger denn je.

Das Licht scheint in der Finsternis und die Finsternis hat´s nicht ergriffen. So steht es in der Bibel in Johannes 1,5. Gott sei Dank!

Gott selbst hat das Licht gemacht. Und gleichzeitig ist er Licht - wie sonst könnte er es sonst licht werden lassen. Und dieses Licht hat er in Gestalt von Jesus Christus mitten unter die Menschen geschickt. Manchen haben ihn erkannt - unerwartet, überraschend, andere haben ihn ignoriert oder wollten es nicht wahr haben.

In der Bibel steht auch, dass wir zum Licht werden sollen (Jesaja 60,1). Das ist ein wahres Wunder! Und es "funktioniert" - wenn wir es Jesus Christus erlauben, dieses Licht in uns anzuzünden. Wie das geht? Zum Beispiel, indem ich ihn einlade, an meinem Leben teilzuhaben.

Dienstag, 2. August 2016

Gottes Shopping-Queen

Gott ist mein Modeberater, er weiß genau, was ich im Kleiderschrank brauche, um gut gerüstet durch den Alltag und durchs Leben zu kommen, bei ihm darf ich mich fühlen wie eine Shopping-Queen:

Nun aber legt alles ab von euch: Zorn, Grimm, Bosheit, Lästerung, schandbare Worte aus eurem Munde; belügt einander nicht; denn ihr habt den alten Menschen mit seinen Werken ausgezogen. und den neuen angezogen, der erneuert wird zur Erkenntnis nach dem Ebenbild dessen, der ihn geschaffen hat. So zieht nun an als die Auserwählten Gottes, als die Heiligen und Geliebten, herzliches ErbarmenFreundlichkeitDemutSanftmutGeduld; und ertrage einer den andern und vergebt euch untereinander, wenn jemand Klage hat gegen den andern; wie der Herr euch vergeben hat, so vergebt auch ihr!
Über alles aber zieht an die Liebe, die da ist das Band der Vollkommenheit. (Kolosser 3, 8-14)

Seid stark in dem Herrn und in der Macht seiner Stärke.
Zieht an die Waffenrüstung Gottes, damit ihr bestehen könnt gegen die listigen Anschläge des Teufels. Denn wir haben nicht mit Fleisch und Blut zu kämpfen, sondern mit Mächtigen und Gewaltigen, nämlich mit den Herren der Welt, die in dieser Finsternis herrschen, mit den bösen Geistern unter dem Himmel. Deshalb ergreift die Waffenrüstung Gottes, damit ihr an dem bösen Tag Widerstand leisten und alles überwinden und das Feld behalten könnt.
So steht nun fest, umgürtet an euren Lenden mit Wahrheit und angetan mit dem (Brust-)Panzer der Gerechtigkeit und an den Beinen gestiefelt, bereit einzutreten für das Evangelium des Friedens. Vor allen Dingen aber ergreift den Schild des Glaubens, mit dem ihr auslöschen könnt alle feurigen Pfeile des Bösen, und nehmt den Helm des Heils und das Schwert des Geistes, welches ist das Wort Gottes. (Epheser 6, 10-17)

Wie kann ich mir das vorstellen? Nun, ich male mir das so aus: Abends, wenn wir ins Bett gehen, steht neben unserem Bett ein Hocker. Auf diesen legen wir unsere schmutzigen Kleider vom Tag. Schmutzige Kleider können auch schmutzige Gedanken, Zorn, unbedachte Worte, die ein oder andere Lüge sein. Ich lege das alles ganz bewusst ab, bitte Gott um Vergebung und lege mich hin. Mit einer kuscheligen Decke und einem weichen Kissen begebe ich mich zur Ruhe, überlasse Gott alles, was war und alles, was kommt. Für die nächsten Stunden überlasse ich Gott voll und ganz die Kontrolle.


Psalm 4,9: Ich liege und schlafe ganz mit Frieden; denn allein du, HERR, hilfst mir, dass ich sicher wohne.

Psalm 107,2: Es ist vergeblich, vom frühen Morgen bis in die späte Nacht hart zu arbeiten, immer in Sorge, ob ihr genug zu essen habt, denn denen, die Gott lieben, gibt er es im Schlaf.

Gott kümmert sich um alles, während wir schlafen. Wirklich.

Morgens wachen wir auf und siehe da: Auf dem Hocker neben unserem Bett ist fein säuberlich unser Outfit für den Tag zusammengestellt:
  • Der Gürtel der Wahrheit: Die etwas altertümliche Sprache Luthers formuliert, dass die "Lenden umgürtet sein sollen" mit der Wahrheit. "Lenden", das war, denke ich, damals der Begriff für Emotionen wie Wut, Gier, Lust/Unlust usw. Dieser Gürtel der Wahrheit soll dafür sorgen, dass wir bei der Wahrheit bleiben. Auch, wenn der Arbeitskollege uns tierisch aufregt oder ich ungerecht behandelt werde. Auch, wenn ich mit einer kleinen Lüge ein bisschen besser dastehen würde als der andere. Und auch, wenn es manchmal unbequem ist, die Wahrheit zu sagen, wenn ich z.B. was "verbockt" habe.
  • Der Brustpanzer der Gerechtigkeit: Diesen stelle ich mir vor wie eine schusssichere Weste. Unsere wichtigsten Organe - Herz, Nieren, Lunge, Leber u.v.m. - sind damit geschützt. Heute ist für uns das Herz der Sitz tiefster Empfindungen. Hier bin ich am verletzlichsten. Man sagt auch "Das geht mir an die Nieren," "Mir ist eine Laus über die Leber gelaufen", oder manch einem bleibt schier die Luft zum Atmen weg, weil andere ihn so sehr bedrängen. Mit diesem Brustpanzer ist all das von Gott her geschützt. Denn: Durch Jesus habe ich Gerechtigkeit vor Gott. Kein anderer kann mir das ausreden und ich brauche mich nicht vor anderen rechtfertigen. Alles unter der Voraussetzung: Ich habe ja zuerst den Gürtel der Wahrheit angezogen. Also nenne ich auch Lüge und Unrecht beim Namen.
  • Die Stiefel des Friedens: Diese Stiefel des Friedens scheinen so unbedeutend, man überliest sie schnell. Aber ich möchte sie nicht missen. Einmal helfen sie, mit beiden Beinen auf dem Boden zu stehen, geerdet zu sein, nicht über den anderen zu schweben. Wenn ich diese Friedensschuhe nicht anhabe, können solche Dinge wie die Wahrheit zu sagen oder Unrecht beim Namen zu nennen ganz schön schief gehen. Und auch sie sind ein Schutz: Wenn mir jemand sprichwörtlich auf den Fuß tritt, tut es nicht weh und ich kann gelassen reagieren, den anderen fragen, wie er das gemeint hat und muss nicht sofort "in die Luft gehen". Vor allem ist diese Haltung des Friedens ein Zeugnis, wer unser Herr ist; nämlich Jesus Christus, der Friedensstifter zwischen Gott und Menschen.
  • Der Schild des Glaubens: Vor ein paar Tagen habe ich einen Historienfilm angeschaut, wo es im Kampf heftig zur Sache ging. Trotzdem konnte ein kleiner Trupp Kämpfer vorrücken, weil sie sich mit ihren Schilden gegen die Feuerpfeile des Gegners geschützt haben. Auch wir haben einen Gegner, der uns attackiert. Die feurigen Pfeile, die dieser Feind abschießt, kommen überraschend und sekundenschnell: Ein falsch verstandenes Wort der Kollegin; Stolpersteine, die sich uns plötzlich in den Weg legen; Angriffe anderer aus heiterem Himmel ... Jeder kennt solche Momente und Situationen. Heben wir dann unser "Schild des Glaubens", indem wir z.B. Jesus anrufen, seinen Sieg proklamieren oder Gott einfach zutrauen, dass er jetzt seine Engel um uns stellt, müssen diese Pfeile an diesem "Schild des Glaubens" abprallen.
  • Der Helm des Heils: Beim Rad- oder Motorradfahren schützt der Helm vor schlimmen Kopfverletzungen. Ähnlich ist das auch beim Helm des Heils. Jesus hat für uns mit Gott alles klar gemacht. Gott liebt uns und nimmt uns als seine Kinder an. Er liebt und wertschätzt uns. Diesen Wert kann und darf uns keiner nehmen. Der Helm des Heils schützt unsere Gedanken vor solchen Einflüsterungen wir wären nichts wert, wären ja doch nie gut genug usw. Ein sehr wichtiger Bestandteil unserer Rüstung, denn die Gedanken steuern ja irgendwie auch unser Reden und Tun. Und wenn wir unseren Wert und unsere Anerkennugn vor Gott aus den Augen verloren haben, handeln wir selbstsüchtig, wollen uns ständig beweisen, dass wir doch etwas "taugen" und machen uns zu Sklaven anderer Menschen. Also: Immer schön den Helm tragen!
  • Das Schwert des Geistes: Ein Schwert hat eine sehr scharfe Klinge. In der Bibel heißt es auch, dass Gottes Wort schärfer ist als ein zweischneidiges Schwert, also eines, dass Schnittflächen auf beiden Seiten hat. Gott hat uns sein Wort anvertraut und er lädt uns ein, uns damit zu beschäftigen. Das macht uns fähig, die Dinge aus seiner Sicht zu sehen. Wenn wir Gottes Wort verinnerlichen, immer wieder zu Rate ziehen, lernen wir, Gottes leise Stimme zu hören; wir bekommen Übung darin, Wahrheit von Lüge zu unterscheiden, falsche Motive zu entlarven. Gottes Wort gibt uns Orientierung, der Heilige Geist hilft uns, das in unseren Alltag zu übersetzen und im richtigen Moment anzuwenden.
  • Der Mantel der Liebe: Zwar stammt dieses Bild aus einem anderen Brief von Paulus, aber es ergänzt den Gedanken der Waffenrüstung. Über all diesen militärischen Ausrüstungsgegenständen sollen wir nun einen Mantel aus Liebe anziehen. Das hat nicht nur optische Gründe, weil es schön aussieht. Erst die Liebe macht das Ganze vollkommen und wir sollten sie nicht außen vor lassen. Für diese Liebe hat Jesus am Kreuz gehangen. Und darum enthält dieses Kleidungsstück auch gleichzeitig Vergebungsbereitschaft u.a.m. (s. oben im Bibeltext). Es ist kein "Deckmäntelchen der Liebe", das alles Böse zudeckt, sondern es ist das, was uns menschlich nahbar und unser Leben zur Einladung für ein Leben mit Gott macht - ein Liebesbrief Gottes an die Menschen um uns herum. 
Von Zeit zu Zeit muss man sich diese Modeberatung Gottes wieder einmal anhören und sie studieren, denn schnell vergessen wir sowohl das Ablegen der schmutzigen Kleidung am Abend als auch das bewusste Anziehen dieses göttlich empfohlenen Outfits. Und keine Angst: Gott macht immer Maßarbeit! Das alles gibt es genau in deiner und meiner Größe, in den jeweiligen Lieblingsfarben und mit den genau zu mir passenden modischen Details, denn jeder Mensch ist einzigartig!

Donnerstag, 14. Juli 2016

Gottes Herz

Gott hat ein großes Herz, ein Herz für uns Menschen. Ausgedacht hatte er es sich damals so: Die von ihm so liebevoll erschaffenen Wesen sollten sein Gegenüber sein. Er hatte einen wunderbaren Garten für sie wachsen lassen, mit Tieren, die im Frieden miteinander und den Menschen dort leben und herrlichen Pflanzen und Früchten. Klar, es gab Regeln und Grenzen - zum Wohl des Menschen, nicht, um ihn einzuschränken. Aber Gott wollte auch keine Marionette als Gegenüber, sondern hat seine Geschöpfe mit einem eigenen Willen und der Freiheit, sich selbst für seinen Weg zu entscheiden, ausgestattet. Am Anfang war es wirklich perfekt. Und dann kam der Tag, an dem Adam und Eva diese eine wirklich wichtige Sache "verbockten". Und aus war der Traum von dem, was Gott so liebevoll gestaltet hatte. Da Gott absolut heilig ist, war ab diesem Moment, dem "Sündenfall" diese enge Gemeinschaft mit dem Schöpfer nicht mehr möglich. Die Folge: Trennung von Gott, die das ganze Dasein veränderte. Plötzlich gab es Leid, Schmerz, Eifersucht, Hass, Streit, Krieg ...

Wir lesen in der Bibel sehr viel von den Folgen dieser Fehlentscheidung der Menschheit. Und auch Gott leidet. Hätte er nicht einfach "die Regeln ändern können"? Nun, Gott ist Gott - derselbe gestern, heute und für alle Zeit - wie glaubwürdig wäre er, wenn er plötzlich sagen würde: Kein Problem, ändern wir die Spielregeln, lassen wir halt den ein oder anderen Ausrutscher zu, Heiligkeit hin oder her. Würden wir einen solchen Gott als Gott anerkennen können? Eher nicht ...

Aber Gott, der heilig ist, hatte trotzdem Sehnsucht nach dieser ehemals engen Verbindung zu den Menschen. Er litt, wenn er sah, wie sie sich gegenseitig die Köpfe einschlugen, Intrigen spannen, sich nur noch um sich selbst drehten. Und dann riss er sich ein Stück aus seinem eigenen Herzen.

WAS? Ja, Gott hat das einzige getan, was diese kaputte Beziehung zu uns "reparieren" konnte. Er kam selbst als Mensch auf diese Welt, lebte in ihr, spürte allem nach, was Menschsein ausmacht, erlebte alle Versuchungen, denen Menschen in dieser Welt ausgesetzt sind - und bestand, indem er alles sündlos meisterte. Und als Versiegelung dieser Rettungsaktion ließ er seinen Sohn - das Stück, das er aus seinem eigenen Herzen gerissen hatte - sterben und sogar in das Dunkelste Dunkel menschlichen Dasein gehen. Gott musste mit ansehen, wie sein Sohn, der mit ihm verwachsen war, der fühlte, was er fühlte, der wusste, was er wusste elend an einem Kreuz starb. Jesus schrie und der Vater musste es mit anhören. Jesus wurde geschlagen und Gott spürte diese Schläge. Jesus nahm allen Schmerz, alle Schuld, alles Leid dieser Welt auf sich und sein himmlischer Vater spürte dies alles in gleichem Maße. Das kann man sich gar nicht vorstellen. Gott ließ sich das Herz brechen - für uns.

Denn das war die einzige Chance, die es gab, die Verbindung zwischen Gott und Menschen wiederherzustellen. Durch das, was Jesus auf sich genommen hat und weil er als einziger ohne Schuld das Leben gemeistert hat, können wir nun ohne Angst zu Gott kommen. Quasi durch Jesus hindurch. Wenn wir nun Gott ansprechen, vor ihm stehen, sieht er in uns seinen Sohn - er schaut wie in einen Spiegel. Gottes Herz blutet nicht mehr, aber die Narbe, die diese Rettungstat hinterlassen hat, wird für alle Zeiten bleiben.

Gott Vater, Gott Sohn, Gott Heiliger Geist - danke. Amen.

Jesus sagt: Ich allein bin die Tür. Wer durch mich zu meiner Herde kommt, der wird gerettet werden. Er kann durch diese Tür ein- und ausgehen und er wird saftig grüne Weiden finden. (Johannes 10,9)

Lied: Heilig, heilig, das Lamm Gottes