Montag, 13. November 2017

Volltreffer

Gott tut oft Dinge im Verborgenen, die wir erst viel, viel später durchblicken. Vor ziemlich genau 30 Jahren habe ich meine Ausbildung im Verlagswesen begonnen und nach 2 ½ Jahren erfolgreich abgeschlossen. Ich blieb noch kurz in dem Betrieb, bis das erste Kind geboren wurde und damit die intensive Familienzeit begann. In dem erlernten Beruf habe ich zwar mit viel Freude, aber immer nur punktuell gearbeitet. Immer wieder veränderte sich die Familien-, Wohn- und Lebenssituation und so kam es nicht zu einer kontinuierlichen Anstellung. Meine Arbeitsstellen passten immer gut zu der jeweiligen Familienphase und meistens auch zu dem, was mir liegt und Freude macht. Ganz bewusst hatte ich mich aber für die Familie und gegen eine „Karriere“ entschieden. Meine Kinder danken es mir tatsächlich, sie spiegeln uns immer wieder, dass sie das genossen haben, was heute kaum noch denkbar ist: eine (fast) Vollzeitmutter über viele Jahre. Mittlerweile können sich das Frauen kaum noch „erlauben“, weil entweder die beruflichen oder finanziellen Zwänge einen schnellen Wiedereinstieg fordern. Die Zeiten ändern sich und das ist ja auch in Ordnung so!
Nicht nur unsere Kinder, sondern auch ich habe diese Familienjahre sehr genossen: Nach und nach bekam ich viele Freiräume, in denen ich mich in Etlichem ausprobieren konnte: Verschiedene Bereiche in der Gemeindearbeit, das Gestalten von Familienfreizeiten, kreative Projekte, Zeit zum Schreiben, ganz kleine Jobs, wenn die Kinder in Kindergarten und Schule waren – jede Menge Erfahrungen, von denen ich noch heute profitiere und die mich zu der Frau gemacht haben, die ich heute bin.



Über die Jahre sind wir auch häufig umgezogen und vor 2 ½ Jahren dort gelandet und mittlerweile auch innerlich angekommen, wo wir jetzt wohnen. Beruflich schien ich in einer Sackgasse gelandet zu sein, denn im ersten Job, den ich hier annahm, war ich nicht glücklich. Aber Gott hat ja einen Plan, einen ziemlich genialen, wie sich herausstellte! Eineinhalb Jahre nach unserem Umzug hierher und dem Ende der Familienphase – alle Kinder sind inzwischen flügge geworden – wurde eine kleine, auf mich genau passende Stelle in meiner Gemeinde geschaffen. Parallel dazu entstand ein interessanter Kontakt zu jemandem, der meine Erfahrungen aus dem Verlagswesen, mein Organisationstalent und anderes mehr gut gebrauchen kann. Daraus ist inzwischen ein weiterer Arbeitsplatz geworden und so bin ich gerade dabei, nochmal neu ganz intensiv einzusteigen in das, was ich vor 30 Jahren erlernt habe und das Handwerkszeug, das ich mir damals angeeignet habe und alles, was ich über die Jahre dazugelernt habe, lässt sich wunderbar einsetzen.
Seit zwei Wochen bin ich 50 und erstaunt, was Gott noch Spannendes für mich auf Lager hat. Mit der Erfahrung und der „Weisheit“ des inzwischen leicht fortgeschrittenen Alters und dem, was Gott an Gaben in mich hineingelegt hat, bin ich nun voll und ganz in meinem Element, in beiden Jobs! Ich komme aus dem Staunen nicht heraus und bin Gott unendlich dankbar. Da hat Gott einen echten Volltreffer gelandet!

Donnerstag, 6. Juli 2017

Sommerloch?

In der Presse gibt es das berühmte Sommerloch. Da werden irgendwelche Geschichten an den Haaren herbeigezogen, olle Kamellen wieder ausgegraben, seitenweise über Öffnungszeiten von Schwimmbädern und Preise an der Pommesbude berichtet. Und alles nur, um darüber hinwegzutäuschen, dass es eigentlich im Sommer gar nicht so viel zu sagen/schreiben gibt. So wird durch Unwichtiges, Banales oder alle Jahre neu Wiederholtes etwas gefüllt, wo eigentlich eine Art Vakuum wäre.

Mit so etwas tun wir Menschen uns schwer. Übertragen auf unser Leben übrigens mal sehr nachdenkenswert: Was tun wir eigentlich, wenn mal Leerlauf ist? Was machen wir, wenn wir eine gewisse innere Leere spüren? Jeder hat wahrscheinlich seine Mechanismen, wie er so etwas füllt. Der eine mit Arbeit, der andere mit exzessivem Medienkonsum - und auch Dinge wie Essen, Alkohol, Extremsport werden gerne dazu genutzt, um eine solche Leere schnell zu stopfen oder unangenehme Gedankengänge zu verdrängen. (Nichts gegen Sport, Medien, ein leckeres Essen usw.!).

Was man uns völlig abtrainiert hat in unserer "Instant-Zeit", in der es immer für alles gleich eine Lösung geben muss: Ein zunächst unangenehmes Gefühl einmal auszuhalten, ihm nachzugehen. Kann ich es zulassen, in einer Zeit des Leerlaufs, des zur Ruhe Kommens einmal zu spüren, was mich permanent innerlich beschäftigt, mir vielleicht sogar zusetzt? Es kann sehr heilsam sein, wenn ich wieder einmal meine tiefsten Sehnsüchte entdecke, mir eingestehe, was mir wirklich fehlt und im besten Fall damit zu Gott gehe, der sie stillen kann. Heilsam auch, wenn ich in einer solchen "Sommerloch-Phase" z.B. erkenne, dass ich permanent "rumwusele", dabei aber meine engsten Kontakte vernachlässige. Und plötzlich spüre ich, wie einsam mich das macht. Oder wenn ich entdecke, dass ich einen lange gehegten Wunsch tief in mir vergraben habe, der aber durchaus seine Berechtigung hat und dem ich nachgehen darf. Und diese Zeiten der Ruhe - ob selbst auferlegt oder als "Zwangspause" von höchster Instanz verordnet, bieten die beste Gelegenheit, unsere Prioriäten mal wieder neu zu sortieren. (Zu den Prioritäten gibt es hier eine nette Geschichte.)

Wer sich solche Zeiten des "In-Sich-Gehens" nicht zugesteht, wird, glaube ich, auf Dauer krank. Krank an Seele, Körper und Geist.

Gott, der himmlische Vater, lädt uns dazu ein, diese Einkehr bei ihm zu suchen oder ihn mit einzubeziehen. Und mal ehrlich: Was gibt es Schöneres, als mit Gott am himmlischen Pool zu sitzen, mit ihm zu plaudern und den genialen Cocktail seiner Liebe, Fürsorge, Wertschätzung und Gegenwart zu genießen?

Und so wird ein Sommerloch (oder das Herbsttief) ganz plötzlich zur Oase.

Darum danke ich Gott für das Sommerloch!

Freitag, 5. Mai 2017

NIEmals!

Gedanken zu Matthäus 26,69-75 und Johannes 21,15-17

Jesus verleugnen?
Niemals!
So hat es einst Petrus behauptet.
Und später "weinte er bitterlich",
weil er genau das getan hatte.

Jesus verleugnen?
Wir doch nicht!
Heute muss man doch keine Angst haben ...
Und doch - oft tun wir so, als ob wir ihn nicht kennen.

Jeden Tag
passiert mir das.
Situationen,
in denen ich reagiere,
als gäbe es Jesus nicht.
Unterlassungen,
die zeigen, wie wenig ich kapiert habe
und wie wenig ich bereit bin zu geben.
Lügen,
die ich laut ausspreche
oder weil ich eben etwas nicht ausspreche, was ich denke.

Ich begegne Menschen
und sie sehen davon nichts,
welche Hoffnung mich trägt,
aus welcher Quelle ich lebe.
Schuldig werde ich,
weil ich ihnen nichts abgebe
von dem lebendigen Wasser,
das Jesus mir schenkt
und das überfließen will,
hin zu anderen.

Und Jesus?
Wie geht er um mit meinem Versagen?
Er ist traurig:
Weil ein Mensch nicht von ihm hört,
weil ich mich der Erfahrung beraube,
dass man nichts verliert,
wenn man teilt.

Und dann?
Greift die Gnade.
Und die Wahrheit.
Sooft ich versage, sooft vergibt er.
Die Wahrheit nennt das Versagen beim Namen.
Heilsam.
Erschütternde Erkenntnis.
Ende
des Versteckens und des Weglaufens.

Die Gnade fragt:
Hast du mich lieb?
Mehrmals, bis ich verstanden habe.

Vergebung
löst meine Bitterkeit.
Sie beschönigt nicht,
sondern lässt die Anklage fallen.

Vertrauen.
Jesus beauftragt mich wieder neu.
Obwohl er weiß:
Ich werde wieder versagen.
Er setzt vollstes Vertrauen in mich.
Dann fängt er mit mir wieder bei Null an.
Immer wieder.
Unbelastet.
Unbefleckt.
Voller Hoffnung.

Was für ein Gott!

Montag, 24. April 2017

Ich gehe jetzt fischen!



Gestern habe ich eine prima Predigt über die Begegnung des auferstandenen Jesus Christus mit seinen Jüngern am See Tiberias (Johannes 21,1-14) gehört. Klasse, wie Jesus mit den Jüngern umgeht - er sieht ihren Frust und begegnet ihnen so, wie sie es brauchen.

Mich hat wieder einmal Petrus fasziniert. In der Mitte des Abschnitts, wie er kurzerhand ins Wasser springt, als er Jesus erkennt - das ist typisch Petrus: spontan, impulsiv, herzerfrischend! Aber was mich ebenfalls total anspricht ist seine Aussage ganz zu Beginn dieses Berichts, in Vers 3: "Ich gehe jetzt fischen!"

Ein bisschen muss ich auch hier schmunzeln: Die Jünger kommen aus dieser beeindruckenden Zeit mit Jesus und zuletzt mussten sie sehen, wie ihr Freund und Lehrer am Kreuz getötet wird. Zwar haben sie von der Auferstehung gehört, aber so richtig wissen sie nicht damit umzugehen. Ist es denn wahr? Und was jetzt? Und auch mit sich wissen sie nichts anzufangen. Petrus scheint die Warterei leid zu sein (und wahrscheinlich hat er auch einen gewissen "wirtschaftlichen" Druck) und daher sagt er: "Ich gehe jetzt fischen."

Setzen auf Bewährtes. Auf das, was früher schon funktioniert hat. Mir kommt das irgendwie bekannt vor. Wenn sich eine Lebenssituation ändert, fallen wir oft in alte Verhaltensweisen zurück. In gute, die sich bewährt haben, aber oft genug auch in schlechte ... Keine Ahnung, was da tiefen-psychologisch in unserem Kopf stattfindet - aber wenn wir verunsichert o.ä. sind, setzen wir auf Bewährtes. Scheinbar fällt es uns dann schwer zu filtern, ob dieses Bewährte gut für uns ist oder nicht. Der eine fällt dann wieder zurück in eine Spielsucht, mit der er sich schon früher abgelenkt hat, die andere fängt wieder an, unkontrolliert Essen in sich reinzustopfen, weil das schon immer als schnelle Lösung herhalten musste und wieder eine andere verfällt in einen Kaufrausch, ein anderer dem Alkohol und eine andere Person stürzt sich in Arbeit und wird wieder zum Workaholic, obwohl in das schon mal in die völlige Erschöpfung geführt hat. Und einem anderen gelingt es, sich wieder auf den Sport oder ein wohltuendes Hobby zurück zu besinnen, das ihm/ihr schon einmal geholfen hat, wieder in die Spur zu kommen.



Petrus hat ja mit der Rückkehr in seinen alten Beruf im Grunde nichts falsch gemacht. Er brauchte Essen für seine Familie, er braucht eine Beschäftigung, er musste seinen Frust abbauen - da schien ihm das Fischen eine sinnvolle Tätigkeit. Das hatte er gelernt, das konnte er. Allerdings: Wäre Jesus nicht vorbeigekommen, würde Petrus wahrscheinlich heute noch angeln und wäre nicht zu diesem großartigen Evangelist geworden!




Das scheinbar Bewährte kann auch im Frust enden. Wie bei Petrus: Der Spezialist im Fischereigewerbe scheitert, denn diesmal bleiben die Netze leer. Erst Jesus kann sie füllen. Moment? Diese Lektion hatte er doch schon einmal gelernt - bei seiner Berufung!

Welche Lektionen haben wir schon gelernt im Leben? Was sind gute Gewohnheiten, auf die wir uns wieder besinnen wollen und was sind schlechte Gewohnheiten, die wir eigentlich schon abgelegt hatten? Jesus erinnert uns gerne daran, was funktioniert und was nicht. Er eröffnet uns neue Horizonte, wo unser zu begrenzt ist. Und er versetzt uns gerne auch immer wieder ins Staunen darüber, was er tun kann. Einfach so.

Und auch er, Jesus Christus, setzt gerne auf Bewährtes: Er deckt uns den Tisch, er nimmt sich Zeit für uns, er erklärt uns geduldig noch einmal, wie die Welt und unser Leben in seinen Augen aussieht. Und er spricht mit uns über unser Scheitern und unser Versagen (s. Johannes 21 ab Vers 15).




Freitag, 14. April 2017

Good Friday

"Good Friday" - so nennt man den Karfreitag im englischsprachigen Raum. Der Freitag, an dem alles gut wird. Der beste Freitag, den es jemals gab.

Moment - wir sprechen von Karfreitag, oder? Der Freitag, an dem alle Christen mit düsterer Kleidung und in trüber Stimmung durch die Gegend laufen. Der Tag, an dem die Christenheit an den Tod von Jesus Christus denkt. Ein scheinbar Unschuldiger muss elendig an einem Kreuz angenagelt sterben. Verspottet, verlacht, hilflos ausgeliefert denen, die sowieso immer gewinnen. Aus und vorbei ist es mit allem, auf das viele Menschen all ihre Hoffnung gesetzt hatten. Einfach nur noch traurig. Das Böse hat offensichtlich mal wieder gewonnen ...

Aber Gott, der himmlische Vater, lässt uns hinter die Kulissen schauen. Der Vorhang im Tempel, der den Zugang zum Allerheiligsten versperrte, zerreist in dem Moment, als Jesus Christus stirbt. Was an diesem Kreuz passiert, ist etwas viel Größeres und wirklich der beste Freitag, den es je auf der Erde gab.

Warum? Weil Jesus im Moment seines Sterbens alles auf sich nimmt, was Menschen jemals verbockt haben und was die Menschheit seit dem Sündenfall von Gott trennt.

Und nicht nur das: Er nimmt auch all das mit in den Tod, was andere an uns schuldig geworden sind. Jeden Moment, in dem andere Menschen uns vermittelt haben: Du taugst nichts, du wirst es nie zu etwas bringen, du kannst es eh niemals und niemandem recht machen. Kennst du dieses Gefühl? Du hast dich angestrengt, wirklich dein allerbestes gegeben, über deine Kräfte geschuftet. Und der Dank? Es war trotzdem nicht perfekt, es gab immer noch etwas auszusetzen.

Wie viele solcher Kerben haben wir im Laufe des Lebens erhalten? Und trotzdem versuchen wir es immer wieder: Anerkennung zu finden, Lob und so etwas wie Liebe von anderen Menschen zu bekommen. Wir verbiegen uns, wir vernachlässigen unsere eigene Interessen. Nur, um andere zu beeindrucken und eventuell doch diesen Funken Hoffnung zu sehen ...

Das Problem ist: Menschen können diese tiefe Sehnsucht in uns gar nicht stillen. Das kann tatsächlich nur Gott. Und der brennt darauf, uns mit seiner Liebe zu überschütten. Seit Karfreitag ist das wieder möglich, weil Jesus in den Riss zwischen Gott und Menschen getreten ist.

Was bedeutet das nun ganz praktisch? Es ist eigentlich ganz einfach: Ich kann ohne Angst zu Gott kommen. Er empfängt mich jederzeit mit offenen Armen. Und ich kann ihm sagen, was mir fehlt - er gibt es mir. Wirklich!

Und damit ist es noch nicht genug. Als Jesus am Kreuz ganz kurz vor seinem Tod noch einmal betet, sagt er: "Ich befehle meinen Geist in deine (Gottes) Hände." Und das ist der Heilige Geist, der seitdem in Christen lebt. Wir brauchen es uns also nicht selbst einreden, dass das mit der Sündenvergebung usw. alles echt und nicht nur ein schöner Traum ist, Gott sorgt auch noch dafür, dass wir jederzeit seinen Geist bei uns haben, der uns hilft zu glauben, wenn wir es mal nicht können.

Ein wirklich guter Freitag! Der beste, den es jemals gab!

So sehr hast du die Welt geliebt
Kommt und seht Gottes Sohn
Was für ein Mensch

Wenn Menschen sich auf diese Tatsachen Gottes einlassen, sich von ihm immer und immer wieder neu beschenken lassen, sich lieben lassen, bis sie überfließen von Gottes Geschenken, dann können auch sie Hoffnungsfunken in dieser Welt sein. Immer in dem Wissen: Ich muss nichts beweisen, sondern darf einfach weitergeben, was ich selbst geschenkt bekomme.

Denn Gott weiß auch: Menschen müssen das auch immer wieder von anderen Menschen hören, was sonst nur leere Theorie bleibt.

Einen guten Freitag dir, du Geliebte, du Geliebter Gottes! Vielleicht der beste Freitag, den du jemals hattest?

Samstag, 21. Januar 2017

Jahreslosung 2017

Gott spricht: „Ich schenke euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist in euch.“ Jahreslosung 2017 aus Hesekiel 36,26 (Einheitsübersetzung)
Ende Dezember 2016 – gerade bin ich dabei, meinen Kalender für 2017 „einzurichten“. Seit Jahren mal wieder ein „echtes“ gedrucktes Kalenderbuch, denn ich rechne damit: Mit meinem neuen Job werde ich mir öfter mal was notieren, jede Menge Termine im Blick behalten müssen und ich freue mich total darauf! Ich blättere also schon mal vorsichtig ins neue Jahr und da fällt sie mir ins Auge: Die Jahreslosung für 2017. „Ich schenke euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist in euch.“ Und da ich ein „Schreiberling“ bin, muss ich meine Gedanken, die mir dabei kommen, gleich zu Papier bringen.
Gott bietet uns ein neues Herz an. Wahnsinn! Unser Herz (in der Definition als Sitz unserer Gefühlswelt) trägt oft jede Menge Verletzungen aus der Vergangenheit. Wunden, die uns andere zugefügt haben, Schmerzen, die uns das Leben zugemutet hat. Klar, vieles ist verheilt, aber manchmal brechen alte Wunden auf. Die Folge: Wir reagieren über, verletzen andere. Und hier kommt Gottes Angebot ins Spiel: Er streckt uns seine Hände entgegen. Wir dürfen unser Herz voll Vertrauen in seine Hände legen. Er kümmert sich darum, geht vielleicht nochmal mit uns in alte Situationen zurück, damit sie wirklich heil werden. Und gleichzeitig macht er eine Herztransplantation. Er setzt uns das Herz Jesu ein, dass er sich aus Liebe zu uns aus seinem Vaterherz gerissen hat. Wow, wow, wow! Darum funktioniert z.B. eine Gemeinschaft von Christen: Weil Gott uns sein Herz einpflanzt, mit dem wir einander lieben, uns gegenseitig annehmen können.

Und das Gleiche macht er mit unserem Geist – in der Übertragung als Sitz unserer Gedankenwelt. Unsere menschlichen Gedanken sind geprägt von dem, was wir erlebt haben, manchmal vielleicht festgefahren. Jeder Mensch hat neben all den guten Gedanken und genialen Ideen auch negative Prägungen, Festlegungen, falsche Annahmen und anderes mehr. Auch hier bietet Gott an: „Lass dich von meinem guten Heiligen Geist erfüllen, deine Gedankenwelt von mir prägen, Falsches geraderücken, Negatives unwichtig werden, dich erneuern.“

Nehmen wir dieses großartige Angebote Gottes an?

Freitag, 13. Januar 2017

Alles andere wäre Plan B

Am liebsten weiß ich, wo es langgeht und was auf mich zukommt. Wer nicht? Das geht aber nicht immer! Gerade hat ein neues Jahr begonnen. So ganz unberührt ist es nicht mehr, die beiden ersten Wochen sind schon fast vorbei. Haben wir schon eine Ahnung, was auf uns zukommt? Hast du schon Pläne für dein Jahr 2017?

Mein Jahr beginnt mit einer neuen Arbeitsstelle, auf die ich mich sehr freue. Den Titel dieses Posts habe ich mir schon vor Monaten gespeichert, denn in den vergangenen 1 1/2 Jahren habe ich sehr oft überlegt, wie es beruflich für mich weitergeht. Immer wieder habe ich an Plänen "gestrickt", darüber nachgedacht, wo ich hin will. Und immer fühlte es sich an wie der berühmte Plan B - eine Lösung, ja, vielleicht auch halbwegs in Ordnung, aber nicht das, was eigentlich passt und dran ist.

Und dann kam Gott mit seinem Masterplan ins Spiel, dem Plan, den er wahrscheinlich schon die ganze Zeit im Ärmel hatte. Vielleicht hat er sich amüsiert über meine Ungeduld und meine Lösungsversuche. Manchmal hat er wahrscheinlich in sich reingeschmunzelt und gemurmelt: "Wenn du wüsstest, was für dich gerade im Werden ist!" Ja, und manchmal hat er Kontakt zu mir aufgenommen: ein Bibelvers, der mir sagte, dass ich auf Gottes Weg warten soll; ein Lied, das mich tröstete, wenn ich frustriert war; ein anderer Mensch, der mir Mut zusprach.

Gott, unser Vater im Himmel, ist durch und durch gut. Und dieser Vater hat Gutes für uns im Sinn. Manchmal können wir das nicht glauben, weil das Leben passiert und Dinge uns Mühe machen, unsere Wege manchmal holprig oder schmerzhaft sind. Aber in allem sind wir in Gottes Masterplan und da könenn wir nicht herausfallen. Selbst, wenn wir mal Umwege gehen müssen oder einen eigenen Plan B stricken. Der himmlische Daddy macht selbst aus zweiter Wahl noch etwas Wertvolles. Und hoffnungslose Fälle, die gibt es bei ihm nicht!

Falls du jetzt denkst: "Schön, wenn jemand so klar die Führung Gottes erlebt - in meinem Leben ist davon nichts zu sehen." Schau mal genau hin: Hat er nicht schon oft eingegriffen in deinem Leben? Waren all diese kleinen Begegnungen - z.B. mit einem lieben Menschen im richtigen Moment oder der kleinen unverhofften Finanzspritze oder was auch immer du hier einsetzen kannst - waren all diese Dinge Zufälle? Ganz sicher nicht. Dieser himmlische Vater zeigt sich immer wieder, egal, ob du an ihn glaubst oder nicht. Immer wieder "wirbt" er um dich und darum, dass du dich ihm anvertraust. Schau mal wieder genauer hin und entdecke: Auch du bist in Gottes genialem Masterplan. Du brauchst dich nicht mit Plan B zufrieden geben, du hast etwas besseres verdient!

Am krassesten erlebt das Hiob - und kommt trotzdem zu dem Schluss: "Wer ist es, der Gottes weisen Plan ohne Verstand verdunkelt?´ Ja, ich habe in Unkenntnis über Dinge geurteilt, die zu wunderbar für mich sind, ohne mir darüber im Klaren zu sein. Du hast gesagt: `Hör zu, ich will reden! Ich will dir Fragen stellen, und du sollst sie mir beantworten.´ Bisher kannte ich dich nur vom Hörensagen, doch jetzt habe ich dich mit eigenen Augen gesehen ...".

Ein gesegntes Jahr 2017 wünsche ich - im Bewusstsein, dass Gott alles im Griff hat und ihm nichts entgleitet: dein eigenes Leben nicht und auch nicht das Weltgeschehen.