Samstag, 16. Oktober 2010

In Gottes Ausbildungscamp oder: Schaf sein will gelernt sein

In der Bibel ist immer wieder die Rede davon, dass Jesus unser Hirte ist. Also bin ich ein Schaf. Määäähhhh! Aber ich stelle immer wieder fest, dass es mir gar nicht so leicht fällt, das auszuhalten, ein Schaf zu sein. Schafe sind ohne einen Hirten völlig orientierungslos. Nur: Wie oft glaube ich das nicht? Wie oft renne ich los, ohne meinen Hirten zu fragen und lande dann irgendwo im Gestrüpp? Wie gut, dass Jesus, der beste aller Hirten, mir immer wieder nachgeht, mich rettet, mir aus der Patsche hilft.
Ein Hirte kümmert sich sehr intensiv um seine Schafe. Er schaut sich die Tiere einzeln ganz intensiv an: Haben sie irgendwo wunde Stellen? Sind sie von Ungeziefer befallen? Gibt es ein Problem mit Auge, Nase oder Ohren? Der Hirte kennt jedes Schaf ganz genau und merkt sich, bei wem er eine Zeit lang intensivere Pflegezeiten einplanen muss. Ich selbst, das Schaf, muss diese Pflege aber auch zulassen. Allzu oft will ich dem Hirten wegrennen, weil ich die kleinen Blessuren oder Anzeichen von Schwäche nicht ernst nehme. Aber der Hirte weiß genau: Wenn er sich nicht darum kümmert, ist irgendwann das Leben des Schafes bedroht! Es passt mir vielleicht nicht, wenn Jesus mich mal „aus dem Verkehr zieht“, mich beiseite nimmt, damit ich wieder neue Kraft schöpfen kann, meine Wunden ausheilen können. Aber ich darf es lernen, mich der Pflege meines Hirten anzuvertrauen.
Der Hirte ist übrigens keiner, der sich gewaltsam Zugang zu meinem Schafstall verschafft. Zuerst kommt das Vertrauen. Ich lerne ihn kennen, gewöhne mich an seine Stimme, und wenn er dann an der Tür steht, begrüße ich ihn mit einem fröhlichen „Määähhh“.
Jesus Christus, mein guter Hirte, ist es wert, dass ich es ihm überlasse, was in meinem Leben gerade wichtig ist. Und wenn das im Moment eine Zeit der Ruhe ist, dann weiß er ganz genau, was er tut und wofür das gut ist. Zufrieden schmiege ich mich an seinen Hirtenmantel und er krault mir sanft das Fell zwischen den Ohren. Hach, tut das gut!