Freitag, 3. Dezember 2010

Krippe und Kreuz

Krippe und Kreuz gehören zusammen. Wie viele Parallelen allerdings bestehen, ist mir erst gestern beim Lesen von Johannes, Kapitel 19 bis 21 aufgefallen. Zuerst dachte ich: Ganz schön ungewöhnlich, die Ereignisse rund um die Kreuzigung von Jesus Christus kurz vor dem 2. Advent zu lesen. Aber dann fand ich es sehr interessant! So weist z.B. der Stern auf den Stall mit der Krippe hin. Er zeigt sogar den Magiern aus dem Fernen Osten, dass ein König geboren wurde. Beim Kreuz hängt ein Schild obendrüber, auf dem steht: Der König der Juden. Zwar hätten die Juden es lieber gehabt, wenn da gestanden hätte: Der, der behauptet, König der Juden zu sein. Aber Pilatus wehrt diesen Vorwurf ab, in dem er sagt: „Was geschrieben ist, ist geschrieben.“ Punkt. Jesus kommt ohne Kleidung auf diese Welt – wie jedes Baby. Und er stirbt am Kreuz – nahezu unbekleidet, denn die Soldaten hatten um seine Kleider gewürfelt und sie unter sich aufgeteilt. Als Jesus geboren wurde, sorgte seine Mutter für ihn. Später, schon am Kreuz hängend, sorgt er für seine Mutter: Er sagt seinem Jünger Johannes, dass er sich um Maria kümmern soll – das rührt mich. Das Baby Jesus wurde in Windeln gewickelt – bei der Grablegung wird Jesus in Leinentücher geschlagen, auch hier wieder der Eindruck: Der Kreis schließt sich. Und tatsächlich finden sich noch weitere Parallelen: Die Engelschar bei der Geburt und der Engel am Grab, beide mit der Botschaft: „Fürchte(t) dich (euch) nicht.“ Wunderbar, wie Gott sich für uns fassbar, anfassbar macht: Das Baby in der Krippe, als Mensch geboren wie wir. Und auch nach der Auferstehung darf Thomas ihn berühren, um zu be-greifen, was passiert ist. Dankbarkeit erfüllt mich, weil Gott uns so nahe kommt, obwohl er der Wunder-Rat, Gott-Held, Ewig-Vater und Friede-Fürst ist – ein König, zum Greifen nah. Wie ein Kleinkind möchte ich wieder ganz neu ertasten, was Jesus für mich getan hat und vor Freude darüber jauchzen.