Samstag, 31. Dezember 2011

Dieses Jahr, Herr, leg ich zurück in deine Hände, denn du gabst es mir

365 Tage 2011 sind fast vorüber. Tage gefüllt mit Freude, mit Traurigkeit, mit Arbeit, mit Zeiten der Ruhe, mit vielen Begegnungen mit lieben Menschen. Halte ich Rückblick, stelle ich fest: Wieder warst du da, Herr. Jede Minute, in jeder Situation, an jedem Ort.


Manches, was ich Anfang 2011 noch kaum für möglich hielt, Dinge, mit denen ich überhaupt nicht gerechnet habe, wurden wahr. Dein roter Faden in meinem Leben zieht sich weiter durch und ich bin unendlich dankbar dafür.


Anderes nehme ich mit ins neue Jahr und bin gespannt, was du, Vater im Himmel, damit vorhast, wie du an mir und mit mir arbeiten wirst.
Nun lege ich das Jahr 2011 zurück in deine Hände, damit sie frei sind für alles Neue, was du für mich vorbereitet hast.

Samstag, 24. Dezember 2011

Engel

Die Weihnachtsgeschichte ist prall gefüllt mit Engelsbegegnungen:

• Engel bei Zacharias: Die Geburt von Johannes wird angekündigt.
• Engel bei Maria: Sie erfährt, dass sie ein göttliches Kind bekommen wird.
• Engel bei Josef: Er bekommt den Auftrag, Maria zu heiraten und ihm wird mitgeteilt, wie er das Kind nennen soll. Einige Zeit später erscheint Josef erneut ein Engel: Er warnt ihn vor Herodes, der alle Babys und Kleinkinder töten lassen will. Daraufhin flieht Josef mit seiner Familie nach Ägypten und erfährt nach ca. 3 Jahren ebenfalls durch einen Engel, dass die "Luft wieder rein ist".
• Engel bei den Hirten: Sie erfahren zuerst, dass Jesus geboren ist.
• Himmlische Heerscharen: Sie loben Gott und geben ihm die Ehre – die Hirten sind live dabei. Und loben Gott selbst, nachdem sie Jesus gesehen haben.

So viele Berichte über Engel in Lukas 1 und 2 bzw. Matthäus 1! Das wird mir heute ganz neu bewusst, wie Gott seine Engel rund um die Geburt Jesu „platziert“ hat.

Eigentlich stehe ich mit Engeln auf „Kriegsfuß“. Nicht, weil ich nicht glaube, dass es Engel gibt, sondern vor allem, weil ich keine kitschigen Engelsfiguren mag. Bis vor ein paar Jahren hatte ich auch so Probleme, mir vorzustellen, dass es Engel gibt und vor allem habe ich nicht verstanden, was es mit den Engeln auf sich hat, wieso der allmächtige Gott Helfer braucht.

Und dann, bei einem Frauenwochenende hatten wir das Thema Engel und haben uns jede Menge Bibelstellen angeschaut, in denen es um Engel geht. Wow! Ich staunte nicht schlecht. Und so langsam wurde mir manches klarer: Es ist für uns Menschen unvorstellbar, was in der unsichtbaren Welt vor sich geht. Gott stellt ganze Armeen von Engeln um uns herum, die die meisten geistlichen Kämpfe für uns ausfechten. Was wir manchmal als sogenannte „Anfechtung“ erleben, ist oft nur die Spitze des Eisbergs – das meiste passiert für uns unsichtbar. Gott kämpft für uns!

Im Bericht zur Geburt von Jesus Christus „wimmelt“ es von Engeln. Klar, denn das ist ja auch - abgesehen von Ostern - das wichtigste Ereignis in der Geschichte der Menschheit. Vor allem wichtig in Gottes Rettungsplan für uns.

Ich staune darüber, was Gott alles in Bewegung setzt, damit wir Frieden haben. Ich bin dankbar, dass er seine Engel um mich stellt. Gott hätte die Engel im Grunde vermutlich nicht nötig. Aber es ist tröstlich zu wissen, dass es sie gibt, dass sie uns schützen, begleiten, uns immer nah sind.

"Denn er hat seinen Engeln befohlen, dass sie dich behüten auf allen deinen Wegen, dass sie dich auf den Händen tragen und du deinen Fuß nicht an einen Stein stoßest." Psalm 91,11+12

In diesem Sinn: Ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest 2011!

Mittwoch, 21. Dezember 2011

Kitsch oder wahres Leben?

Weihnachtsfeier, Plätzchenduft,
Kaufrausch, Schnee liegt in der Luft.
Rennen, eilen, hier und dort –
vor was laufen wir eigentlich fort?

Tannenbaum und Weihnachtsbraten
untern Baum Geschenke tragen.
Naschen, schlemmen, immerzu –
finden wir denn keine Ruh?

Jesuskind, das Krippelein,
oh, du süßes Kindelein.
Musik dudelt, Deko hier und da –
ist Kitsch alles am Ende vom Jahr?

Junge Frau, frisch entbunden,
Zimmermann hat Stall gefunden.
Friede herrscht, Stille ist.
Geboren ist er: Jesus Christ.

Anbetung hier bei Stallgeruch,
hohe Herren zu Besuch.
Jesus macht den Unterschied –
singst du ihm ein neues Lied?

(c) Marion Rühl 2011

Sonntag, 4. Dezember 2011

Ich steh an deiner Krippen hier ...

An der Krippe stehe ich. Schockiert, fasziniert, verwundert. Ich sehe das Stroh, das kratzig und hart dem Herrn der Welt sein erstes Bett auf dieser Erde bereitet. Eiskalter Wind weht durch die Ritzen des Stalls. Mich fröstelt. Der Geruch ist – nun … - sehr irdisch, es riecht nach Tieren, nach Stall eben.


Du hättest die Wahl gehabt, hättest dir genauso gut ein Kommen mit Pauken und Trompeten aussuchen können. Ein Königsschloss, ein Palast wären dir angemessen gewesen. Mit Dienern, die rundum besorgt sind um dein Wohl, die dir jeden Wunsch von den Lippen ablesen. Die dafür sorgen, dass du dich pudelwohl fühlst, dir niemals zu kalt oder warm wird.

Stattdessen hast du es dir genau so ausgesucht: ärmlich, bescheiden, unbequem.

Und nun stehe ich dort und denke darüber nach, was diese Krippe für mich bedeutet. Du hast nichts mitgebracht auf diese Welt. Kamst klein und hilflos. Und genauso darf ich auch zu dir kommen! Ich muss dir nichts bringen, nichts vorweisen – du nimmst mich an. Bedingungslos.

Schon oft stand ich vor dieser Krippe und doch ist es heute anders. Ich blicke weg von dem Drumherum und schaue nur auf dich. Jesus. Jesus allein. Jesus pur. Nur das zählt. So vieles im Leben will sich riesengroß aufblähen und mir Angst machen. Aber was ich wirklich brauche, bist nur du, Jesus. Wenn ich auf dich schaue, wird alles andere ins richtige Licht gerückt, in der richtigen Perspektive dargestellt.

Arm und klein liegst du da und hast das alles aus Liebe getan. Die Liebe liegt in deinem Blick, vom ersten Moment an. Schon in diesem Moment veränderst du die, die dich anschauen, veränderst du mich. Schon jetzt bist du bereit, all meine Schuld zu tragen. Die Schuld der ganzen Welt zu tragen. Und das, obwohl du weißt, was das für dich bedeutet.

Langsam lasse ich mich auf die Knie fallen. Tiefer Friede erfüllt mein Herz. Worte der Anbetung kommen über meine Lippen und ich staune, staune, staune. Noch hast du nichts getan auf dieser Welt und doch hast du bereits unendlich viel getan. Du hast die Herrlichkeit beim Vater verlassen. Freiwillig. Für mich. Dafür danke ich dir und bete dich an.


Was zählt in diesem Moment sind nur du und ich. Worte sind nicht nötig. Es tut einfach nur gut, in deiner Nähe zu sein, bei dir auszuruhen. Die Stille mit dir, bei dir, ist nicht unangenehm und bedrückend, sondern in dieser Stille liegt mehr als alle Worte dieser Welt sagen können.

Advent im Jahr 2011: öfter mal zur Krippe kommen, Atem holen, Stille aushalten, nicht vor mir selbst weglaufen, mich der Wahrheit stellen, endlich deine Liebe annehmen, zulassen, dass du der Herr bist.

Ich steh an deiner Krippen hier …

… und lasse mich überraschen, inspirieren¸ formen, wachrütteln, erneuern, durchschauen, erfüllen, korrigieren, stärken vom König, der – scheinbar klein und schwach – doch vom ersten Augenblick an die Liebe in Person und der Herr des Alls ist.

Dienstag, 25. Oktober 2011

Wolken

Vor ein paar Tagen machte ich einen schönen Herbstspaziergang. Klare Luft, Sonne und Wolken – es tat einfach gut. Fasziniert haben mich vor allem die Wolkenformationen. Immer wieder holte ich mein Handy aus der Tasche und machte Fotos. Und meine Gedanken beschäftigten sich mit dem Thema Wolken.

Es ist total schön, einen stahlend-blauer-Himmel-Tag zu haben. Das helle Licht, die Farben, die Wärme – es tut unendlich gut. Und dann gibt es Tage, die Wolkenverhangen sind. Je nachdem ob Licht oder Wolken überwiegen, wirkt sich das oft auf unser Wohlbefinden aus. Im übertragenen Sinn, bezogen auf unser Lebens-Klima, gibt es sie auch: Die Schönwetter-Tage, die durchwachsenen und die Wolkenverhangenen Tage.

Gerade diese ganz trüben Lebenstage, die, die uns aufs Gemüt schlagen, gefallen uns so gar nicht. Manchmal ist es so trüb und grau, dass wir uns kaum vorstellen können, dass vielleicht schon morgen wieder die Sonne scheint.

Und dann fällt mir das Reinhard-Mey-Lied ein: „Über den Wolken …“ Ja, wie sieht es aus über den Wolken? Nun, von dort aus sieht man die Wolken von oben. Man steht bzw. schwebt über den Dingen sozusagen. Der Blick auf die Sonne ist ungetrübt. Wie dunkel es unten auch aussehen mag – dort oben ist alles klar und hell.

Wolkenverhangen kann unser Lebenshorizont auch dann sein, wenn wir nicht wissen, wie die Zukunft für uns aussieht. Wir grübeln, machen uns Sorgen, sehen nur die dunklen Wolken und sind verzweifelt, weil uns der Blick aufs Licht verbaut ist.

Vielleicht klagen wir Gott an, flehen zu ihm, dass er die Wolken wegnehmen soll. Er könnte sie wegnehmen, ja. Nur ein Hauch und alles wäre hell und klar. Nur – wenn wir immer alles glasklar sehen würden: Wäre Glaube dann überhaupt noch nötig?

Gott sieht immer alles glasklar. Er schwebt sozusagen über den Wolken. Hat den Überblick und kennt das große Ganze. Und er lässt es zu, dass Wolken unseren Blick trüben. Warum wohl?

Vertrauen sollen wir lernen. Grenzenloses Vertrauen. Zuhören sollen wir lernen. Hören auf das leise Flüstern seines Geistes. Sehen sollen wir lernen. Durch die Wolkendecke hindurch. Nicht, weil wir so gut mit dem Dunkel klarkommen. Nicht, weil wir so stark sind. Und auch nicht, weil wir aus Erfahrung wissen: Irgendwann wird alles gut. Nein, manches wird niemals gut und das verspricht uns Gott auch nicht. Wir dürfen lernen zu vertrauen, weil wir wissen: Trotz aller Wolken, trotz Dunkelheit, obwohl wir den Weg, den wir gehen werden, noch nicht sehen können: Es gibt einen, der alle Mosaiksteine unsres Lebens als großes Ganzes sieht und sich bei jedem einzelnen Steinchen etwas gedacht hat.

Früher oder später dringt wieder Licht durch die Wolken. Und dann wissen wir: Ja, das Vertrauen hat sich gelohnt. Wenn wir auf unseren Weg zurückschauen, erkennen wir: Auch die Zeiten, in denen wir nicht wussten, wie es weitergeht, hatten ihren Sinn.

Jesus, ich vertraue dir.

Dienstag, 11. Oktober 2011

Du stillst die Sehnsucht in mir!

Dies ist eine kleine Andacht, bei der es Sinn macht, die Links zu den Liedern an der entsprechenden Stelle anzuklicken und anzuhören – man braucht also ein wenig Zeit.

Jesus, du bist alles, wonach sich meine Seele im tiefsten Innern sehnt. Du siehst mich voller Liebe an. Wenn du mir in die Augen schaust, ist es, als ob du mir ganz tief in Herz und Seele guckst. Da sind tiefes Verstehen und ein Wissen, wie es mir wirklich geht. Ich brauche vor dir nicht versuchen, meine Gefühle zu verbergen. Vor dir bin ich wie ein aufgeschlagenes Buch und es ist wohltuend, dass du alles weißt. Deine Augen sagen mir ohne Worte: Ich habe verstanden. Ich hab dich lieb. Ich werde dich niemals enttäuschen.

Nur ein Blick aus deinen Augen ...

Wenn ich im Auto sitze, bist du da. Wenn ich spazieren gehe, läufst du neben mir. Da ist eine Vertrautheit, die keine Worte braucht. Deine Nähe tut unendlich gut. Deine Liebe berührt mein Herz. Sie heilt Wunden, von denen ich gar nicht mehr wusste, dass sie da sind.
Du bringst in mir etwas zum Klingen. Alle meine Sehnsüchte werden in deiner Gegenwart gestillt. Du gibst mir, was kein Mensch mir geben kann. Anerkennung. Wertschätzung. Perfekte Liebe. Zuneigung. Alles, alles, wonach ich mich sehne.

Du stillst die Sehnsucht in mir

Jesus, du bist der perfekte Gebetspartner. Mit dir zusammen kann ich zum Vater beten, wie es mit keinem anderen möglich ist. Es ist schön, mit Menschen gemeinsam vor den Vater zu treten, aber es ist nichts im Vergleich dazu, mit dir gemeinsam vor unseren himmlischen Vater zu kommen. Du hilfst mir, meine Gebete zu formulieren. Du erinnerst mich an die Punkte, die ich tatsächlich vor Gott bringen wollte. Du hilfst mir, den Vater zu verstehen. Und das, was ich nicht aussprechen kann, das formulierst du durch deinen Geist in mir an meiner Stelle.

The Fathers Song

Mit dir zusammen, Jesus, ist Leben immer ein Abenteuer. Niemals langweilig, oft herausfordernd. Du forderst mich heraus, ja – Dinge, die in mir drin schlummern lockst du hervor. Die Guten, von denen ich gar nicht wusste, dass sie da sind. Begabungen, die ich nicht für möglich gehalten hätte. Und die Schlechten, bei denen es mich erschreckt, in die Abgründe meiner Seele zu schauen. Aber auch das ist gut – denn wieder und wieder arbeitest du an mir und heilst auch die tiefsten Wunden. Würdest du da nicht von Zeit zu Zeit deinen Finger drauflegen, käme es zum Stillstand im Wachstum. Manchmal tut es weh, wenn du solche Schönheitsoperationen an meinem Herzen vornimmst. Aber wieder und wieder entschließe ich mich, dir zu vertrauen, es geschehen zu lassen, weil ich weiß:

Du siehst die Wunden

Manchmal suche ich das, was nur du, Herr, mir wirklich geben kannst, bei anderen Menschen. Eine Zeit lang mag das scheinbar funktionieren. Aber dann stelle ich fest: Menschen sind eben einfach nur Menschen. Früher oder später werden sie mich verletzen. Manche wenden sich vielleicht sogar von mir ab, bewusst oder unbewusst. In manche Menschen setze ich Hoffnungen, die sie gar nicht erfüllen können oder wollen. In manche Beziehung interpretiere ich Dinge, die nur meiner Sehnsucht nach was auch immer entspringen. Vielleicht nach Anerkennung, danach verstanden zu werden, danach bewundert zu werden? Vielleicht auch danach, gebraucht zu werden?

Gott trocknet deine Tränen ab

Du hast mir wertvolle Beziehungen geschenkt. Zu meinem Mann, meinen Kindern, lieben Freunden. Dafür bin ich sehr, sehr dankbar. Damit diese Beziehungen gute Beziehungen bleiben, muss ich meine Tanks immer wieder bei dir, mein Gott füllen, damit ich keine falschen Erwartungen an meinen Mann, meine Familie, meine Freunde stelle.
Perfekte Liebe, die hast nur du. Danke, dass ich diese Quelle anzapfen darf, sooft ich will. Danke, dass ich mit deiner Hilfe beziehungsfähig werde und bleibe.

Perfekte Liebe

Du stillst die Sehnsucht in mir – alle meine Sehnsüchte. Danke, Vater!

Montag, 3. Oktober 2011

Ich seh das Kreuz

Dieses Lied (Anklicken führt zum Link) habe ich gerade gehört.


Das Kreuz, der Ort, an dem Jesus für unsere Sünden gestorben ist. Tausendmal gehört, tausend mal kapiert? Eher nicht … Was ist mit den Dingen, die ich noch immer mit mir herumschleppe? Beziehungen, die ich nicht kitten kann, weil ich alles getan habe, aber der andere unnachgiebig und verschlossen ist. Situationen, die vorbei sind, unter deren Nachwirkungen ich aber noch immer leide. Dinge, die ich nicht ändern kann, gegen die ich aber immer noch rebelliere. Verletzungen, an denen ich festhalte, weil ich Angst habe, dass es wehtut, wenn ich Jesus diese Wunden berühren lasse.
Jesus hat sich ans Kreuz nageln lassen. Er hat sich nicht gewehrt, hat nicht von seiner Macht Gebrauch gemacht. Das tat er für die „große Sache“, dafür, dass die Menschheit wieder mit Gott versöhnt sein kann, freien Zugang zum Vater im Himmel hat, dafür, dass die „Geschöpfe“ wieder eine Einheit sein können mit ihrem Schöpfer. Aber Jesus tat es auch für die scheinbar kleinen und unwichtigen Dinge. Die Dinge, bei denen wir meinen, dass wir selbst damit klarkommen (müssen).
Das zu kapieren ist eine Sache – die Dinge wirklich ans Kreuz zu bringen, wenn es sein muss immer wieder, ist eine völlig andere Sache. Heute entschließe ich mich dazu: Ich will die Dinge, die an meiner Seele „knabbern“, durch die ich mich „angefressen“ fühle, die mich so viel Energie kosten, ans Kreuz bringen. Ich leg sie dir zu Füßen, Jesus. Ich lasse sie los und gestehe mir ein, dass all das bei dir viel besser aufgehoben ist als in meinem Herzen.
Ich seh das Kreuz. Mein Blick ist frei. Ich atme auf. Meine Hände sind leer, bereit, Neues von dir zu empfangen. Danke für das Kreuz, Jesus.

"Meine Brüder, ich schätze mich selbst noch nicht so ein, dass ich's ergriffen habe. Eins aber sage ich: Ich vergesse, was dahinten ist, und strecke mich aus nach dem, was da vorne ist, und jage nach dem vorgesteckten Ziel, dem Siegespreis der himmlischen Berufung Gottes in Christus Jesus." (Philipper 3,13-14)

Donnerstag, 8. September 2011

Vor der Fußwaschung

Seit ein paar Tagen versuche ich, den Text von der Fußwaschung (Johannes 13, Vers 1-17) zu lesen, komme aber über die ersten Verse nicht hinaus. Zuerst blieb ich an Vers 1 b hängen: „Nun bewies er seinen Jünger das ganze Ausmaß seiner Liebe.“ Mehr brauchte ich an diesem Tag nicht. Mir ging das Herz auf bei dem Gedanken, wie sehr Jesus uns liebt. Genial, bombastisch, einfach unvorstellbar schön! Es tut unendlich gut, zu erahnen, wie sehr Jesus uns liebt. Diese Liebe kann alle menschlichen Sehnsüchte stillen. Sie macht heil, sie befreit aus Gefangenschaft. Sie sprengt die Ketten des Bösen und der Vergangenheit. Das macht mich sehr, sehr dankbar, es geht über alles Denken und Begreifen hinaus.

„Du tust dem Innern meiner Seele gut und du tust, was Balsam auf den Wunden tut. Und du suchst mich, wenn ich mich in mir verlier.“ (aus dem Lied „Du tust“ von Tobias Wörner).

Als ich heute im Johannes-Text weiterlas, blieb ich gleich am übernächsten Vers wieder hängen: „Jesus aber wusste, dass der Vater ihm uneingeschränkte Macht über alles gegeben hatte …“ (Johanes 13, Vers 3 a). Da frage ich mich doch: Was gibt es mit einem solchen Vers noch für einen Grund, sich Sorgen zu machen oder Zweifel aufkommen zu lassen? Warum bin ich in manchen Dingen so zögerlich und ängstlich? Mit diesem Wissen können wir ziemlich mutig vorangehen – auf den Wegen, die Jesus uns schon vorbereitet hat. Das haut einen doch echt vom Hocker, oder? „Uneingeschränkte Macht über alles …“. Es gibt also nichts und niemanden auf dieser Erde, ja, im ganzen Kosmos, über das Jesus keine Macht hat! Man kann es nicht oft genug sagen:
Nothing is impossible!

Montag, 29. August 2011

Türen



Heute habe ich eine Tür zum letzten Mal zugeschlossen: die Tür des Buchladens, meinem Arbeitsplatz im letzten Dreivierteljahr. Ganz unverhofft hatte sich diese Tür im letzten Herbst nach über zwei Jahren Pause erneut für mich aufgetan. Heute habe ich sie freiwillig wieder geschlossen. Denn: Eine neue Tür hat sich aufgetan. Noch diese Woche starte ich beruflich in neues Fahrwasser. Gott hat mir eine Tür aufgemacht und ich bin sehr gespannt, was sich dahinter verbirgt!
Jesus bezeichnet sich selbst als die Tür: „Ich allein bin die Tür. Wer durch mich zu meiner Herde kommt, der wird gerettet werden. Er kann durch diese Tür ein- und ausgehen, und er wird saftig grüne Weiden finden." (Johannes 10,9).
Weil ich das weiß, gehe ich mutig durch diese neue Tür. Jesus ist schon da und ich freue mich auf das saftig grüne Weideland voller neuer Erkenntnisse, netter Kollegen und überraschender Entdeckungen.




Mittwoch, 17. August 2011

In der Schule bei einem Team junger Leute

In den letzten beiden Wochen hatten wir in unsrer Tochtergemeinde ein Team von Reach Hessen (Teens in Mission) zu Gast. Sie haben eine Jugendevangelisation durchgeführt. Ich war im Vorfeld für die Organisation verantwortlich und während der Zeit in der Gemeinde Ansprechpartner vor Ort.

Reich beschenkt bin ich heute nach dem Abschied von den letzten vier der 10-köpfigen Truppe zu Hause angekommen.

Was man von einem Team junger Leute, die Feuer und Flamme für Jesus sind, lernen kann:

• Beten, beten, beten. Es ist das A und O bei unsrer Arbeit für Gott, in völliger Abhängigkeit zu ihm zu stehen. Es hat mich begeistert, mit wie viel Freude und Hingabe dieses Team immer wieder vor Gott gekommen ist. Und es macht mir Mut, mich wieder neu ganz in die Abhängigkeit zu Gott zu begeben.
• Musik: Wir hatten für ein musikalisches Team gebetet und wir bekamen mehr als das: Ein Lobpreisteam vom Feinsten. Ob Sänger oder Klavierspieler, ob Percussion- oder Gitarrenspieler – bei jedem einzelnen merkte man, dass sie „Heiligen Lärm“, Musik zur Ehre Gottes machten.
• Zeugnisse: Authentisch, voller Tiefgang und ohne irgendwie auf Sensation aus zu sein, erzählten einige der Jugendlichen und jungen Erwachsenen ihre Erlebnisse mit Gott. Besonders berührt hat mich das Zeugnis eines jungen Mannes mit einer ziemlich heftigen Lebensgeschichte. Gott kann Wunder tun – er kann kaputtes Leben vollkommen heil machen.
• Ein Herz für die Verlorenen: Kommen die, die Jesus noch nicht kennen, nicht zu uns, na – dann gehen wir einfach zu ihnen! Genau so muss Evangelisation aussehen. Bis spät in die Nacht hinein fanden Gespräche mit Menschen statt, die nie auf die Idee kommen würden, eine Kirche zu betreten. Dabei waren der Kreativität keine Grenzen gesetzt. Ich weiß jetzt, dass man aus einem netten Gespräch in einem Dönerladen, den üblichen Zutaten, einem Raclette-Grill und einem Waffeleisen leckeren Döner machen kann.
• Fremde werden Freunde: Vom ersten Augenblick an erlebten wir das Wunder, dass die Gemeinde und das Team eine geistliche Einheit waren. Ob im Lobpreis oder im Gebet, aber auch in ganz alltäglichen Organisationsfragen oder beim Essen – es war, als würden wir uns schon lange kennen und wir lebten wie in einer großen Familie. Das ist Gemeinde Jesu. Wunderschön.
Nothing is impossible

Bestimmt könnte ich noch viel mehr schreiben, aber dies soll mal genügen für heute.

Am liebsten hätte ich das Team hier behalten, den einen oder die andere gerne adoptiert. Aber wie es mit den leiblichen Kindern ist, so muss man auch die „geistlichen Kinder“ irgendwann wieder ziehen lassen und Gottes Fürsorge anbefehlen. Ich bin Gott dankbar für diese wertvollen jungen Menschen und die Zeit, die ich mit ihnen verbringen durfte.

Donnerstag, 28. Juli 2011

Vertrauensfrage

„Er stellte Philippus jedoch nur auf die Probe, denn er wusste schon, was er tun würde.“ (Johannes 6,6 – im Zusammenhang mit der Speisung der 5000).
Vorher hatte Jesus Philippus gefragt, welche Lösung er vorschlägt, um diese vielen Menschen satt zu bekommen. Manchmal stellt Jesus mir auch solche Fragen. Wie soll das alles werden? Was ist, wenn …? Wo sollen die Mitarbeiter für diese Arbeit herkommen? … Testen will Jesus in solchen Situationen eigentlich nur mein Vertrauen zu ihm, denn er hat schon längst einen Plan für all das!
Jesus, ich will dir vertrauen, dass du die Dinge im Griff hast, dass du die Lösung kennst und handeln wirst.
Der Text rund um die Speisung der 5000 wirft auch noch eine andere Frage bei mir auf: Was sind meine Motive, Jesus zu folgen? Sind es die Wunder? Ist es, weil es mir mit Jesus einfach besser geht? Zum Teil vielleicht schon. Aber der Hauptgrund ist – und das wird mir gerade heute bewusst: weil ich Jesus von Herzen lieb habe.

"Herzlich lieb habe ich dich, Herr, meine Stärke." (Psalm 18,2)

Freitag, 24. Juni 2011

Da kann man nur staunen

Heute habe ich fast den ganzen Tag in einem großen Vogelpark verbracht. Es war ein wunderschöner Tag. Und ich konnte wieder ganz neu staunen über meinen Gott und Herrn, der auch all diese wunderschönen Tiere erschaffen hat. Die tollsten Farben und Gefieder waren dabei. Die ulkigsten Körperbauten. Die lustigsten Stimmen und Geräusche. Ich habe gestaunt, gelacht, versucht zu kommunizieren ;-), mich gefreut. Manchmal sorgt Unscheinbares auch für Überraschungen. So hat z.B. der Graupapagei eine wunderschöne Färbung unter den Flügeln versteckt. Und was Pelikane so alles in ihren elastischen Schnabel stecken können! Am Ende dieses Tages bin ich voller Dankbarkeit und Lob. Und nun kann ich voll Freude in den Psalm 104 mit einstimmen, den ich heute Morgen schon bei einer Andacht hörte: Lobe den Herrn, meine Seele!

Freitag, 17. Juni 2011

Freundliche Übernahme

„If Jesus is not Lord of all he is not Lord at all“ – Wenn Jesus nicht in allem der Herr ist, ist er im Grunde überhaupt nicht Herr. Dieser Satz hängt schon seit über einem Jahr an meiner Pinnwand. Und gestern, beim Bibellesen, wurde es mir mal wieder bewusst: Ist es nicht so, dass Jesus häufig nur so eine Art schöne Deko in meinem Leben ist? Oft bete ich „Hilf mir in dieser Situation“, „Gib mir Kraft für jene Herausforderung“ – aber im Grunde lebe ich doch häufig mein Leben, wie ich es für richtig halte. Klar, ich versuche, möglichst täglich in der Bibel zu lesen, zu beten. Ich besuche einigermaßen regelmäßig die Gemeindeveranstaltungen und arbeite an mehreren Stellen mit. Nur: Ist das allein schon ein Indikator dafür, dass alles so läuft, wie es laufen sollte? Was ist mit Themen wie Zukunftsgestaltung oder das heiße Eisen Geld?
Natürlich habe ich mich auch gefragt, woran es liegt, dass Gott nur punktuell bei mir der „Bestimmer“ sein darf. Ich denke, es liegt daran, dass irgendwo tief in mir Angst schlummert. Angst, dass Gott es vielleicht doch nicht gut mit mir meint. Angst, dass er mich Wege führen könnte, die ich so gar nicht wollte.
Vielleicht ist da ganz tief innen drin so eine Art Stachel, der mir immer wieder einreden will, dass es sehr, sehr riskant ist, Gott zu vertrauen.
Und was lernen wir aus der Bibel? Gott ist ein liebender Vater, der sich vor Sehnsucht nach seinen Kindern verzehrt. Und sein sehnlichster Wunsch ist, dass wir ihm vertrauen.
Herr, ich bitte dich, dass du mir den Stachel des Misstrauens ziehst und ich loslassen kann. Loslassen und mich von dir führen lassen, in allem. Weil das, was du für mich bereit hältst, so viel besser ist, als alles, was ich je erlebt habe. Danke, dass ein Leben mit dir keine feindliche Invasion bedeutet, sondern eine absolut und vollkommen freundliche, liebevolle, fürsorgliche Übernahme des Steuers in meinem Leben. Amen.

Freitag, 13. Mai 2011

Meer (mehr) erleben

„Meine Frau und das Meer“ – darüber könnte mein Mann fast ein Buch schreiben. Ich liebe das Meer! Meine Lieblingsurlaubsziele sind die Nordsee und die Bretagne, wo man wahlweise zum Ärmelkanal oder zum Atlantik fahren kann. Kaum angekommen, ist meine erste Frage, an welchem der Urlaubstage wir denn zum Meer fahren. Mein Mann schmunzelt dann immer … Bin ich dann endlich dort, muss ich möglichst nah ans Wasser, am liebsten direkt mit den Füßen hineinsteigen und sie vom Salzwasser umspülen lassen – herrlich! Mich beeindruckt die Naturgewalt Wasser, ich könnte stundenlang nur dasitzen und zu-hören und zuschauen, wie es braust und schäumt, wie es gurgelt und spritzt.

Vor Kurzem beschäftigte ich mich mit Johannes 4, einem Abschnitt der Bibel, in dem Jesus vom lebendigen Wasser spricht, das in uns zu einer Quelle wird, die übersprudelt und unerschöpflich ist. Auch Jesus übt auf mich diese Anziehungskraft aus, ähnlich wie das Meer, stärker noch. Ich habe Sehnsucht danach, immer mehr mit ihm zu erleben. Manchmal gibt es Tage, an denen ich am liebsten stundenlang bei ihm sitzen würde, über in staunen möchte, in seiner Liebe baden will. Manchmal kann es dann passieren, dass Jesus mit seinem Wort mir mitten ins Herz trifft und mir wieder ganz neu der Fels in der Brandung wird.

Freitag, 15. April 2011

Hilfe - ein Gespenst!


Johannes 3,30: Sein Einfluss soll immer größer werden, ich muss mich langsam zurückziehen. (Volxbibel)

Das ist der Knackpunkt! Jesus, ich bekenne dir: Immer und immer wieder dränge ich mich in den Vordergrund. Der alte Mensch, der längst mit dir am Kreuz gestorben ist, will eine Schein-Herrschaft haben. Paradox eigentlich, wo er doch tot ist … Scheinbar funktioniert das. Der Schein trügt aber, denn diese Herrschaft ist ja nicht von Bestand. Schaut man hinter die Kulissen, ist da nur Vergänglichkeit. Da tue ich Dinge, die mich selbst gut dastehen lassen, die mein Ego puschen. Und wie lange hält das? Bis ich mal Kritik oder Gegenwind bekomme oder mir etwas nicht gelingt. Mein „alter Ego“ ist oft auch der Meinung, dass er unschöne Dinge kaschieren, retuschieren, verstecken muss. Aber im Licht von Jesus wird das alles so durchscheinend, dass es geradezu lächerlich erscheint, wie ich mir einbilden konnte, dass das was bringt. Und es ist so anstrengend! Es ist wie eine große Seifenblase oder ein Mega-Luftballon, der immer wieder Luft verliert und droht, schrumpelig zu werden bzw. zu zerplatzen. Es kostet jede Menge Kraft, da immer wieder Luft rein zu pusten. Irgendwann geht einem dann die Puste aus, die Seifenblase zerplatzt, die Luft entweicht und wir sind enttäuscht: O.k., das mit dem Glauben funktioniert eben doch nicht so wirklich.

Nein, so funktioniert es wirklich nicht auf Dauer! Jesus bietet uns ja was ganz anderes, Wunderbares an: Neugeburt. Leben aus seinem Geist. Und das, was sich so „gespenstisch“ anhört, ist das, was wirklich Bestand hat. Immer mehr lerne ich, dass nicht zählt, was ich auf die Beine stelle, was ich alles Tolles schaffe. Und immer mehr erlebe ich – stückchenweise – Befreiung. Wahres, echtes Leben. Das Gespenst meiner eigenen Bemühungen erkenne ich immer mehr als Gespenst. Ich staune über die Befreiung. Ich kann wieder atmen, eine schwere Last fällt mir von den Schultern.

Frei atmen

Manchmal, Herr, lebe ich wie ein Asthmatiker:
Die Atmung ist ganz flach, es pfeift und röchelt.
Mir kommt alles so eng und schwer vor.

Jammernd schleppe ich mich durch den Tag.
Mir fehlt die Energie. Alles scheint vergeblich.
Bis ich merke: Wieder habe ich alles aus eigener Kraft versucht.

Vergessen habe ich:
Du bist da.
Du bist nah.
Du bist die Kraft.
Du bist der, der meinem geistlichen Leben den göttlichen „Odem“ einhaucht.

„Odem“, Atem – die Luftmenge, die beim Luftholen bewegt wird.
So nüchtern stellt es das Online-Lexikon dar.
Aber ist es nicht mehr?

„Odem“ ist auch das, was Gott den Menschen ganz am Anfang einhaucht.
Das, was sie ihren ersten Atemzug tun lässt.
Göttlicher Atem – lebensschaffend, belebend.

Das habe ich neu verstanden:
Du hauchst mir Leben ein.
Du lässt mich frei atmen.
Dein „Odem“ hat alles, was ich brauche.

Danke, großer Gott und König!

Mittwoch, 6. April 2011

Ich kapituliere!

Gedanken zu Johannes 2, Vers 1 – 11
It´s Partytime. Jesus ist zu einem Fest eingeladen, einer Hochzeit. Da tobt das Leben! Alle freuen sich mit dem jungen Paar und feiern ausgelassen. Man ist so richtig in Stimmung. Euphorisch. Beschwingt. Und dann? Maria – wie Frauen eben so sind – bemerkt die Unruhe bei den Dienern, sie hat ein feines Gespür dafür, wenn etwas nicht in Ordnung ist. Der Wein ist ausgegangen! Noch bekommen die meisten Gäste nichts davon mit. Maria weiß genau: Jesus könnte diese peinliche Situation für den Gastgeber verhindern und sagt ihm das auch: „Sie haben keinen Wein mehr.“ Als Jesus nicht sofort darauf anspringt, sagt sie den Dienern, dass sie auf jeden Fall tun sollen, was Jesus ihnen sagt. Komisch, dass sie nicht protestieren, als Jesus ihnen den Auftrag gibt, die großen Gefäße (die, nebenbei erwähnt, eigentlich für eine religiöse Handlung reserviert waren und bestimmt nicht zum Aufbewahren von Wein gedacht waren!) mit Wasser zu füllen. Sie tun es einfach. Und mehr können sie auch nicht tun. Es erscheint fast sinnlos, als Zeit und Energieverschwendung (immerhin war so ein Fass nicht gerade klein und wog sicher auch einiges, ganz abgesehen davon, dass das ganze Wasser damals ja auch nicht aus dem Gartenschlauch gezapft werden konnte …). Aber das, was sie tun können, tun sie. Und das Wunder geschieht, das erste öffentliche Wunder Jesu – aus dem Wasser wird Wein. Hervorragender Wein sogar!


Mir wird an diesem Text bewusst: Im Fest des Lebens kommt es auch manchmal zu ähnlichen Situationen. Voller Euphorie und Vorfreude starten wir in eine Aufgabe, die uns Gott scheinbar gegeben hat. Ein neuer Schritt in unserem Leben, ein Dienst in der Gemeinde, der Familie oder in unserem Freundeskreis. Wir fühlen uns wohl in unserer Haut und genießen es, mittendrin zu sein in Gottes Fest, in seinem Plan. Und dann merken wir plötzlich, wie es schwierig wird, weil uns die Kraft, die Freude oder der Mut ausgehen. Oder einfach, weil der gewünschte „Erfolg“ ausbleibt. Peinlich irgendwie, hatten wir doch jedem erzählt, wie wohl wir uns mit dieser neuen Herausforderung fühlen. Aber Jesus greift ein – und er erwartet unsere Mithilfe. Das Wunder müssen wir nicht vollbringen, darum kümmert er sich. Aber unsere Gefäße sollen wir zur Verfügung stellen. Und diese Gefäße können unter Umständen auch mal etwas sein, das uns bis dahin heilig war. Umdenken ist angesagt. Befüllen sollen wir die Gefäße mit dem, was wir haben. Zum Beispiel mit unseren ganz natürlichen, unverfälschten, Gott gegebenen Gaben. Und dann geht es darum, Jesus zu vertrauen, immer wieder neu. Zu kapitulieren, nicht auf unser Können und Wissen zu bauen, sondern Jesus allein machen zu lassen. Und er tut das Wunder. Er lässt uns nicht hängen!
Manchmal müssen wir es uns allerdings von Jesus gefallen lassen, wenn er uns zumutet, mit den Worten klarzukommen, die Maria von ihm zu hören bekommt: „Meine Zeit ist noch nicht gekommen.“ Wichtig ist in solchen Situationen, nicht das Handtuch zu schmeißen oder selbst verzweifelt Versuche zur Rettung der Lage zu unternehmen, sondern es tatsächlich Jesus zu überlassen, wann der Zeitpunkt zum Eingreifen, zum Ändern der Lage gekommen ist. Und dann kann das Fest weitergehen – mit ganz neuer Qualität!

Mittwoch, 2. März 2011

Aufgepfropft

Bis vor zwei Jahren hatten wir einen Nachbarn, der seinen Garten liebevoll pflegte und sich im Laufe seines Rentnerdaseins auch erweiterte Gärtner-Kenntnisse zugelegt hat. So hat er Hecken-Ableger gezüchtet und unter anderem auch damit experimentiert, Obstbäume durch Aufpfropfen anderer Sorten zu veredeln. Eines Tages zeigte er mir mal so einen aufgepfropften Zweig. Ein junger Apfelbaum der Sorte A wurde an einem besonders gesunden Zweig tief eingeschnitten, ein Zweig der Sorte B wurde dort hineingesteckt und „verbunden“. Mich hat das fasziniert, vor allem im Bezug auf eine Bibelstelle: (Römer 11, 16-18) „Da Abraham und die anderen Stammväter heilig waren, werden auch ihre Nachkommen heilig sein. Denn wenn die Wurzel des Ölbaums heilig ist, dann werden es auch die Zweige sein. Doch einige dieser Zweige - damit sind die Juden gemeint - wurden herausgebrochen, und du, der Zweig eines wilden Ölbaums, wurdest eingepfropft. Nun erhältst du ebenfalls Kraft aus der Wurzel des Ölbaums und nährst dich von seinem Saft. Doch sei nicht stolz darauf, dass du an Stelle der herausgebrochenen Zweige eingepfropft wurdest! Vergiss nicht, dass du nur ein Zweig bist und nicht die Wurzel, denn nicht du trägst die Wurzel, sondern die Wurzel trägt dich.“
Gott schneidet sich „ins eigene Fleisch“, indem er Platz für uns, die wir ursprünglich nicht zu seinen Auserwählten gehörten, macht. Völlig unverdient. Und dann geschieht das Wunder: Der eingepfropfte Zweig wächst an und darf aus der gleichen Wurzel Nahrung beziehen, wie die anderen. Einer heiligen Wurzel. Gott hat uns veredelt. Aufpassen sollten wir, dass wir nicht stolz und hochmütig werden, sondern uns immer wieder bewusst machen, dass wir aus der Wurzel leben. Ich finde, Gott hat geniale Beispiele, um uns seine Gedanken mitzuteilen!
Da bleibt uns nur, ihn anzubeten. Z.B. hiermit: Youtube-Video Hillsong

Donnerstag, 3. Februar 2011

Licht der Welt?

Gerade bereite ich einen Kindergottesdienst vor zu dem Bibelvers aus Johannes 8 Vers 12: „Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, braucht nicht im Dunkeln umherzuirren, denn er wird das Licht haben, das zum Leben führt.“
Dabei fällt mir auf, dass wir wohl manchmal gar nicht hinhören, was Jesus sagt. Er spricht davon, dass er das Licht der Welt ist. Weihnachten ist noch nicht so lange her und in dieser Zeit freuen wir uns unbändig darüber, dass Jesus als Licht in die Welt gekommen ist – gerade in der dunklen Jahreszeit ist das sehr eindrücklich und gut vorstellbar. Aber wie sieht es jetzt, ein paar Wochen nach Weihnachten aus mit dem Licht? Stehen wir noch im Licht oder versuchen wir, mit unseren guten Vorsätzen selbst zu leuchten? Ich stelle mir das vor wie bei einem Einweg-Feuerzeug. Das brennt eine ganze Weile, immer wieder kann man es zum Leuchten bringen, es kann sogar andere anzünden. Aber das geht nur so lange, bis die Energie verbraucht ist. Und genauso ist es oft mit uns: Am Jahresanfang sind wir voll mit Ideen und Vorsätzen für das neue Jahr – wenn aber der Alltag uns einholt, wenn die Power nachlässt, dann verpufft das alles wieder.
Wo wohl unser Fehler liegt? Wir hören nicht genau hin, was Jesus sagt: „Ich bin das Licht der Welt.“ Wenn wir uns einmal von Jesus anzünden lassen, aber dann versuchen, mit eigener Kraft weiterzukommen, brennen wir aus, im wahrsten Sinne des Wortes. Dann wird Glaube anstrengend, frustrierend. Aber es gibt eine tolle Nachricht: Jesus ist das Licht! Er hat es bereits hell gemacht in unserem Leben. Wir brauchen uns nur diesem Licht aussetzen – alles andere macht Jesus. Und dann kann auch passieren, was in Matthäus 5 Vers 14 steht: „Ihr seid das Licht der Welt …“ Einfach so.

Mittwoch, 5. Januar 2011

Gott macht Pause

Heute war in meinem Bibelleseplan 1. Mose 1,24 - 2,4 an der Reihe. Obwohl ich diese Verse schon oft gelesen habe, hat es mich diesmal regelrecht gerührt zu entdecken, dass Gott ausruhte. Gott chillt. Den Kindern im Kindergottesdienst erzählen wir immer, dass Gott jederzeit ansprechbar ist, dass er nie Pause macht. Aber an diesem einen Tag hat er sich ausgeruht. Wie mag eine solche Ruhe Gottes aussehen? Hat er sich gemütlich auf dem Sofa zurückgelehnt, die Beine hoch gelegt und wohlig geseufzt? Hat er sich ein Tässchen Tee gekocht, ein paar Schnittchen, Obst, Kekse oder etwas anderes Leckeres zurechtgemacht und genießt es in vollen Zügen? Mit Sicherheit lässt er sich nicht von Fernseh oder Ähnlichem "zutexten", sondern er lässt all das Wunderbare, das er geschaffen hat, auf sich wirken. Er lächelt, als er den Sonnenaufgang sieht, er schmunzelt, als er den Albatros bei der Landung beobachtet und wahrscheinlich hat er ein zufrieden schnurrendes Kätzchen auf dem Schoß sitzen. Keine Spur von Eile. Absoluter Friede. Gott ist glücklich. Glücklich über alles, was er geschaffen hat. Er sieht die Menschen, wie sie sich neugierig im Garten Eden umschauen, den Tieren und Pflanzen Namen geben, sich aneinander freuen und voller Neugier und Ideen stecken. Genau so hat er es sich vorgestellt. Und weil alles, was Gott schuf, gut ist, ist auch der Ruhetag, den er ebenfalls erschaffen hat, gut. Gut für uns und gut für alle und alles um uns herum.

Und wir selbst? Können wir das, wirklich: ausruhen? Chillen? Die Seele baumeln lassen? Ich jedenfalls möchte ganz neu darüber nachdenken, was mein Schöpfer sich dabei gedacht hat, als er diesen Tag der Ruhe schuf. Danke, Herr, dass du uns ins "Land der Ruhe" führen kannst, ganz neu, ganz anders, ganz überraschend anders.