Freitag, 15. April 2011

Hilfe - ein Gespenst!


Johannes 3,30: Sein Einfluss soll immer größer werden, ich muss mich langsam zurückziehen. (Volxbibel)

Das ist der Knackpunkt! Jesus, ich bekenne dir: Immer und immer wieder dränge ich mich in den Vordergrund. Der alte Mensch, der längst mit dir am Kreuz gestorben ist, will eine Schein-Herrschaft haben. Paradox eigentlich, wo er doch tot ist … Scheinbar funktioniert das. Der Schein trügt aber, denn diese Herrschaft ist ja nicht von Bestand. Schaut man hinter die Kulissen, ist da nur Vergänglichkeit. Da tue ich Dinge, die mich selbst gut dastehen lassen, die mein Ego puschen. Und wie lange hält das? Bis ich mal Kritik oder Gegenwind bekomme oder mir etwas nicht gelingt. Mein „alter Ego“ ist oft auch der Meinung, dass er unschöne Dinge kaschieren, retuschieren, verstecken muss. Aber im Licht von Jesus wird das alles so durchscheinend, dass es geradezu lächerlich erscheint, wie ich mir einbilden konnte, dass das was bringt. Und es ist so anstrengend! Es ist wie eine große Seifenblase oder ein Mega-Luftballon, der immer wieder Luft verliert und droht, schrumpelig zu werden bzw. zu zerplatzen. Es kostet jede Menge Kraft, da immer wieder Luft rein zu pusten. Irgendwann geht einem dann die Puste aus, die Seifenblase zerplatzt, die Luft entweicht und wir sind enttäuscht: O.k., das mit dem Glauben funktioniert eben doch nicht so wirklich.

Nein, so funktioniert es wirklich nicht auf Dauer! Jesus bietet uns ja was ganz anderes, Wunderbares an: Neugeburt. Leben aus seinem Geist. Und das, was sich so „gespenstisch“ anhört, ist das, was wirklich Bestand hat. Immer mehr lerne ich, dass nicht zählt, was ich auf die Beine stelle, was ich alles Tolles schaffe. Und immer mehr erlebe ich – stückchenweise – Befreiung. Wahres, echtes Leben. Das Gespenst meiner eigenen Bemühungen erkenne ich immer mehr als Gespenst. Ich staune über die Befreiung. Ich kann wieder atmen, eine schwere Last fällt mir von den Schultern.

Frei atmen

Manchmal, Herr, lebe ich wie ein Asthmatiker:
Die Atmung ist ganz flach, es pfeift und röchelt.
Mir kommt alles so eng und schwer vor.

Jammernd schleppe ich mich durch den Tag.
Mir fehlt die Energie. Alles scheint vergeblich.
Bis ich merke: Wieder habe ich alles aus eigener Kraft versucht.

Vergessen habe ich:
Du bist da.
Du bist nah.
Du bist die Kraft.
Du bist der, der meinem geistlichen Leben den göttlichen „Odem“ einhaucht.

„Odem“, Atem – die Luftmenge, die beim Luftholen bewegt wird.
So nüchtern stellt es das Online-Lexikon dar.
Aber ist es nicht mehr?

„Odem“ ist auch das, was Gott den Menschen ganz am Anfang einhaucht.
Das, was sie ihren ersten Atemzug tun lässt.
Göttlicher Atem – lebensschaffend, belebend.

Das habe ich neu verstanden:
Du hauchst mir Leben ein.
Du lässt mich frei atmen.
Dein „Odem“ hat alles, was ich brauche.

Danke, großer Gott und König!

Mittwoch, 6. April 2011

Ich kapituliere!

Gedanken zu Johannes 2, Vers 1 – 11
It´s Partytime. Jesus ist zu einem Fest eingeladen, einer Hochzeit. Da tobt das Leben! Alle freuen sich mit dem jungen Paar und feiern ausgelassen. Man ist so richtig in Stimmung. Euphorisch. Beschwingt. Und dann? Maria – wie Frauen eben so sind – bemerkt die Unruhe bei den Dienern, sie hat ein feines Gespür dafür, wenn etwas nicht in Ordnung ist. Der Wein ist ausgegangen! Noch bekommen die meisten Gäste nichts davon mit. Maria weiß genau: Jesus könnte diese peinliche Situation für den Gastgeber verhindern und sagt ihm das auch: „Sie haben keinen Wein mehr.“ Als Jesus nicht sofort darauf anspringt, sagt sie den Dienern, dass sie auf jeden Fall tun sollen, was Jesus ihnen sagt. Komisch, dass sie nicht protestieren, als Jesus ihnen den Auftrag gibt, die großen Gefäße (die, nebenbei erwähnt, eigentlich für eine religiöse Handlung reserviert waren und bestimmt nicht zum Aufbewahren von Wein gedacht waren!) mit Wasser zu füllen. Sie tun es einfach. Und mehr können sie auch nicht tun. Es erscheint fast sinnlos, als Zeit und Energieverschwendung (immerhin war so ein Fass nicht gerade klein und wog sicher auch einiges, ganz abgesehen davon, dass das ganze Wasser damals ja auch nicht aus dem Gartenschlauch gezapft werden konnte …). Aber das, was sie tun können, tun sie. Und das Wunder geschieht, das erste öffentliche Wunder Jesu – aus dem Wasser wird Wein. Hervorragender Wein sogar!


Mir wird an diesem Text bewusst: Im Fest des Lebens kommt es auch manchmal zu ähnlichen Situationen. Voller Euphorie und Vorfreude starten wir in eine Aufgabe, die uns Gott scheinbar gegeben hat. Ein neuer Schritt in unserem Leben, ein Dienst in der Gemeinde, der Familie oder in unserem Freundeskreis. Wir fühlen uns wohl in unserer Haut und genießen es, mittendrin zu sein in Gottes Fest, in seinem Plan. Und dann merken wir plötzlich, wie es schwierig wird, weil uns die Kraft, die Freude oder der Mut ausgehen. Oder einfach, weil der gewünschte „Erfolg“ ausbleibt. Peinlich irgendwie, hatten wir doch jedem erzählt, wie wohl wir uns mit dieser neuen Herausforderung fühlen. Aber Jesus greift ein – und er erwartet unsere Mithilfe. Das Wunder müssen wir nicht vollbringen, darum kümmert er sich. Aber unsere Gefäße sollen wir zur Verfügung stellen. Und diese Gefäße können unter Umständen auch mal etwas sein, das uns bis dahin heilig war. Umdenken ist angesagt. Befüllen sollen wir die Gefäße mit dem, was wir haben. Zum Beispiel mit unseren ganz natürlichen, unverfälschten, Gott gegebenen Gaben. Und dann geht es darum, Jesus zu vertrauen, immer wieder neu. Zu kapitulieren, nicht auf unser Können und Wissen zu bauen, sondern Jesus allein machen zu lassen. Und er tut das Wunder. Er lässt uns nicht hängen!
Manchmal müssen wir es uns allerdings von Jesus gefallen lassen, wenn er uns zumutet, mit den Worten klarzukommen, die Maria von ihm zu hören bekommt: „Meine Zeit ist noch nicht gekommen.“ Wichtig ist in solchen Situationen, nicht das Handtuch zu schmeißen oder selbst verzweifelt Versuche zur Rettung der Lage zu unternehmen, sondern es tatsächlich Jesus zu überlassen, wann der Zeitpunkt zum Eingreifen, zum Ändern der Lage gekommen ist. Und dann kann das Fest weitergehen – mit ganz neuer Qualität!