Samstag, 31. Dezember 2011

Dieses Jahr, Herr, leg ich zurück in deine Hände, denn du gabst es mir

365 Tage 2011 sind fast vorüber. Tage gefüllt mit Freude, mit Traurigkeit, mit Arbeit, mit Zeiten der Ruhe, mit vielen Begegnungen mit lieben Menschen. Halte ich Rückblick, stelle ich fest: Wieder warst du da, Herr. Jede Minute, in jeder Situation, an jedem Ort.


Manches, was ich Anfang 2011 noch kaum für möglich hielt, Dinge, mit denen ich überhaupt nicht gerechnet habe, wurden wahr. Dein roter Faden in meinem Leben zieht sich weiter durch und ich bin unendlich dankbar dafür.


Anderes nehme ich mit ins neue Jahr und bin gespannt, was du, Vater im Himmel, damit vorhast, wie du an mir und mit mir arbeiten wirst.
Nun lege ich das Jahr 2011 zurück in deine Hände, damit sie frei sind für alles Neue, was du für mich vorbereitet hast.

Samstag, 24. Dezember 2011

Engel

Die Weihnachtsgeschichte ist prall gefüllt mit Engelsbegegnungen:

• Engel bei Zacharias: Die Geburt von Johannes wird angekündigt.
• Engel bei Maria: Sie erfährt, dass sie ein göttliches Kind bekommen wird.
• Engel bei Josef: Er bekommt den Auftrag, Maria zu heiraten und ihm wird mitgeteilt, wie er das Kind nennen soll. Einige Zeit später erscheint Josef erneut ein Engel: Er warnt ihn vor Herodes, der alle Babys und Kleinkinder töten lassen will. Daraufhin flieht Josef mit seiner Familie nach Ägypten und erfährt nach ca. 3 Jahren ebenfalls durch einen Engel, dass die "Luft wieder rein ist".
• Engel bei den Hirten: Sie erfahren zuerst, dass Jesus geboren ist.
• Himmlische Heerscharen: Sie loben Gott und geben ihm die Ehre – die Hirten sind live dabei. Und loben Gott selbst, nachdem sie Jesus gesehen haben.

So viele Berichte über Engel in Lukas 1 und 2 bzw. Matthäus 1! Das wird mir heute ganz neu bewusst, wie Gott seine Engel rund um die Geburt Jesu „platziert“ hat.

Eigentlich stehe ich mit Engeln auf „Kriegsfuß“. Nicht, weil ich nicht glaube, dass es Engel gibt, sondern vor allem, weil ich keine kitschigen Engelsfiguren mag. Bis vor ein paar Jahren hatte ich auch so Probleme, mir vorzustellen, dass es Engel gibt und vor allem habe ich nicht verstanden, was es mit den Engeln auf sich hat, wieso der allmächtige Gott Helfer braucht.

Und dann, bei einem Frauenwochenende hatten wir das Thema Engel und haben uns jede Menge Bibelstellen angeschaut, in denen es um Engel geht. Wow! Ich staunte nicht schlecht. Und so langsam wurde mir manches klarer: Es ist für uns Menschen unvorstellbar, was in der unsichtbaren Welt vor sich geht. Gott stellt ganze Armeen von Engeln um uns herum, die die meisten geistlichen Kämpfe für uns ausfechten. Was wir manchmal als sogenannte „Anfechtung“ erleben, ist oft nur die Spitze des Eisbergs – das meiste passiert für uns unsichtbar. Gott kämpft für uns!

Im Bericht zur Geburt von Jesus Christus „wimmelt“ es von Engeln. Klar, denn das ist ja auch - abgesehen von Ostern - das wichtigste Ereignis in der Geschichte der Menschheit. Vor allem wichtig in Gottes Rettungsplan für uns.

Ich staune darüber, was Gott alles in Bewegung setzt, damit wir Frieden haben. Ich bin dankbar, dass er seine Engel um mich stellt. Gott hätte die Engel im Grunde vermutlich nicht nötig. Aber es ist tröstlich zu wissen, dass es sie gibt, dass sie uns schützen, begleiten, uns immer nah sind.

"Denn er hat seinen Engeln befohlen, dass sie dich behüten auf allen deinen Wegen, dass sie dich auf den Händen tragen und du deinen Fuß nicht an einen Stein stoßest." Psalm 91,11+12

In diesem Sinn: Ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest 2011!

Mittwoch, 21. Dezember 2011

Kitsch oder wahres Leben?

Weihnachtsfeier, Plätzchenduft,
Kaufrausch, Schnee liegt in der Luft.
Rennen, eilen, hier und dort –
vor was laufen wir eigentlich fort?

Tannenbaum und Weihnachtsbraten
untern Baum Geschenke tragen.
Naschen, schlemmen, immerzu –
finden wir denn keine Ruh?

Jesuskind, das Krippelein,
oh, du süßes Kindelein.
Musik dudelt, Deko hier und da –
ist Kitsch alles am Ende vom Jahr?

Junge Frau, frisch entbunden,
Zimmermann hat Stall gefunden.
Friede herrscht, Stille ist.
Geboren ist er: Jesus Christ.

Anbetung hier bei Stallgeruch,
hohe Herren zu Besuch.
Jesus macht den Unterschied –
singst du ihm ein neues Lied?

(c) Marion Rühl 2011

Sonntag, 4. Dezember 2011

Ich steh an deiner Krippen hier ...

An der Krippe stehe ich. Schockiert, fasziniert, verwundert. Ich sehe das Stroh, das kratzig und hart dem Herrn der Welt sein erstes Bett auf dieser Erde bereitet. Eiskalter Wind weht durch die Ritzen des Stalls. Mich fröstelt. Der Geruch ist – nun … - sehr irdisch, es riecht nach Tieren, nach Stall eben.


Du hättest die Wahl gehabt, hättest dir genauso gut ein Kommen mit Pauken und Trompeten aussuchen können. Ein Königsschloss, ein Palast wären dir angemessen gewesen. Mit Dienern, die rundum besorgt sind um dein Wohl, die dir jeden Wunsch von den Lippen ablesen. Die dafür sorgen, dass du dich pudelwohl fühlst, dir niemals zu kalt oder warm wird.

Stattdessen hast du es dir genau so ausgesucht: ärmlich, bescheiden, unbequem.

Und nun stehe ich dort und denke darüber nach, was diese Krippe für mich bedeutet. Du hast nichts mitgebracht auf diese Welt. Kamst klein und hilflos. Und genauso darf ich auch zu dir kommen! Ich muss dir nichts bringen, nichts vorweisen – du nimmst mich an. Bedingungslos.

Schon oft stand ich vor dieser Krippe und doch ist es heute anders. Ich blicke weg von dem Drumherum und schaue nur auf dich. Jesus. Jesus allein. Jesus pur. Nur das zählt. So vieles im Leben will sich riesengroß aufblähen und mir Angst machen. Aber was ich wirklich brauche, bist nur du, Jesus. Wenn ich auf dich schaue, wird alles andere ins richtige Licht gerückt, in der richtigen Perspektive dargestellt.

Arm und klein liegst du da und hast das alles aus Liebe getan. Die Liebe liegt in deinem Blick, vom ersten Moment an. Schon in diesem Moment veränderst du die, die dich anschauen, veränderst du mich. Schon jetzt bist du bereit, all meine Schuld zu tragen. Die Schuld der ganzen Welt zu tragen. Und das, obwohl du weißt, was das für dich bedeutet.

Langsam lasse ich mich auf die Knie fallen. Tiefer Friede erfüllt mein Herz. Worte der Anbetung kommen über meine Lippen und ich staune, staune, staune. Noch hast du nichts getan auf dieser Welt und doch hast du bereits unendlich viel getan. Du hast die Herrlichkeit beim Vater verlassen. Freiwillig. Für mich. Dafür danke ich dir und bete dich an.


Was zählt in diesem Moment sind nur du und ich. Worte sind nicht nötig. Es tut einfach nur gut, in deiner Nähe zu sein, bei dir auszuruhen. Die Stille mit dir, bei dir, ist nicht unangenehm und bedrückend, sondern in dieser Stille liegt mehr als alle Worte dieser Welt sagen können.

Advent im Jahr 2011: öfter mal zur Krippe kommen, Atem holen, Stille aushalten, nicht vor mir selbst weglaufen, mich der Wahrheit stellen, endlich deine Liebe annehmen, zulassen, dass du der Herr bist.

Ich steh an deiner Krippen hier …

… und lasse mich überraschen, inspirieren¸ formen, wachrütteln, erneuern, durchschauen, erfüllen, korrigieren, stärken vom König, der – scheinbar klein und schwach – doch vom ersten Augenblick an die Liebe in Person und der Herr des Alls ist.