Montag, 24. Dezember 2012

Adventskalender-Blog-Türchen Nr. 24

Friede auf Erden

So haben es die Engel der Menschheit zugerufen: "Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden bei den Menschen seines Wohlgefallens." 
Wenn das immer so einfach wäre mit dem Frieden auf Erden. "Menschen seines Wohlgefallens", das bezeichnet ja offensichtlich die Menschen, die Gott um Rat fragen, wenn es um die großen und kleinen Entscheidungen des Lebens geht. Leider funktioniert das trotzdem häufig nicht. Auch in christlichen Familien und Gemeinden gibt es Streit und zwischenmenschlichen Stress. 

Was hilft dagegen? Eigentlich kann das nur dann anders werden, wenn Jesus im Mittelpunkt steht. Wenn uns vor Staunen über den Retter der Welt die Luft zum Streiten wegbleibt, wie es in einem modernen Weihnachtslied heißt, dass ich vor ein paar Tagen neu kennen gelernt habe. Hier habe ich den Text zu diesem Lied gefunden. Von den streitenden Hirten, die plötzlich auf ganz andere Gedanken kommen.

In diesem Sinne wünsche ich all meinen Bloglesern ein friedliches Weihnachtsfest, an dem Jesus, der Friedefürst, der Mittelpunkt ist oder wieder ganz neu wird.

Eure Marion



Sonntag, 23. Dezember 2012

Adventskalender-Blog-Türchen Nr. 23

Heilige Eile

Schnell eilen die Hirten zum Stall,
eilig sind auch die Weisen zur Stelle.
Haben gesehen das Sternbild im All,
auch bei uns geht´s oft auf die Schnelle.

Fluchs mal eben in die Kirche gerannt.
Zu Weihnachten gehört das zur Tradition.
Schnell mal den Vater beim Namen genannt.
Und dann war´s das auch schon.

Im Nu ist es mit einem Mal geschehen,
dass die Engel den Frieden verkündet.
Ganz plötzlich kann es bei uns auch gehen,
dass jemand trotz Eile den Heiland findet.

(c) Marion Rühl



Samstag, 22. Dezember 2012

Adventskalender-Blog-Türchen Nr. 22


Krippe und Kreuz

(c) Wilhelmine Wulff / pixelio.de

Krippe und Kreuz gehören zusammen. Wie viele Parallelen allerdings bestehen, ist mir irgendwann einmal, ich glaube, es war im Advent 2010, beim Lesen von Johannes, Kapitel 19 bis 21 aufgefallen. Zuerst dachte ich: Ganz schön ungewöhnlich, die Ereignisse rund um die Kreuzigung von Jesus Christus kurz vor dem 2. Advent zu lesen. Aber dann fand ich es sehr interessant! So weist z.B. der Stern auf den Stall mit der Krippe hin. Er zeigt sogar den Magiern aus dem Fernen Osten, dass ein König geboren wurde. Beim Kreuz hängt ein Schild obendrüber, auf dem steht: Der König der Juden. Zwar hätten die Juden es lieber gehabt, wenn da gestanden hätte: Der, der behauptet, König der Juden zu sein. Aber Pilatus wehrt diesen Vorwurf ab, in dem er sagt: „Was geschrieben ist, ist geschrieben.“ Punkt. Jesus kommt ohne Kleidung auf diese Welt – wie jedes Baby. Und er stirbt am Kreuz – nahezu unbekleidet, denn die Soldaten hatten um seine Kleider gewürfelt und sie unter sich aufgeteilt. Als Jesus geboren wurde, sorgte seine Mutter für ihn. Später, schon am Kreuz hängend, sorgt er für seine Mutter: Er sagt seinem Jünger Johannes, dass er sich um Maria kümmern soll – das rührt mich. Das Baby Jesus wurde in Windeln gewickelt – bei der Grablegung wird Jesus in Leinentücher geschlagen, auch hier wieder der Eindruck: Der Kreis schließt sich. Und tatsächlich finden sich noch weitere Parallelen: Die Engelschar bei der Geburt und der Engel am Grab, beide mit der Botschaft: „Fürchte(t) dich (euch) nicht.“ Wunderbar, wie Gott sich für uns fassbar, anfassbar macht: Das Baby in der Krippe, als Mensch geboren wie wir. Und auch nach der Auferstehung darf Thomas ihn berühren, um zu be-greifen, was passiert ist. Dankbarkeit erfüllt mich, weil Gott uns so nahe kommt, obwohl er der Wunder-Rat, Gott-Held, Ewig-Vater und Friede-Fürst ist – ein König, zum Greifen nah. Wie ein Kleinkind möchte ich wieder ganz neu ertasten, was Jesus für mich getan hat und vor Freude darüber jauchzen.


Freitag, 21. Dezember 2012

Adventskalender-Blog-Türchen Nr. 21

Die Tiere diskutierten einmal über Weihnachten.
Sie stritten, was wohl die Hauptsache an Weihnachten sei.
“Na klar, Gänsebraten”, sagte der Fuchs. “Was wäre Weihnachten ohne Gänsebraten?”
“Schnee”, sagte der Eisbär. “Viel Schnee.” Und er schwärmte verzückt von der weißen Weihnacht.

Das Reh sagte “Ich brauche aber einen Tannenbaum, sonst kann ich nicht Weihnachten feiern.”
“Aber nicht so viele Kerzen”, heulte die Eule. “Schoen schummrig und gemütlich muß es sein. Stimmung ist die Hauptsache.”
“Aber mein neues Kleid muss man sehen”, sagte der Pfau. “Wenn ich kein neues Kleid kriege, ist für mich kein Weihnachten.”
“Und Schmuck!” krächzte die Elster. “Jede Weihnachten bekomme ich was: einen Ring, ein Armband. Oder eine Brosche oder eine Kette. Das ist für mich das Allerschönste an Weihnachten.”
“Na, aber bitte den Stollen nicht vergessen”, brummte der Bär, “das ist doch die Hauptsache. Wenn es den nicht gibt und all die süßen Sachen, verzichte ich auf Weihnachten.”
“Mach’s wie ich:” sagte der Dachs, “pennen, pennen, pennen. Das ist das Wahre. Weihnachten heißt fuer mich: Mal richtig pennen.” “Und saufen”, ergänzte der Ochse. “Mal richtig einen saufen – und dann pennen.”
Aber da schrie er “aua”, denn der Esel hatte ihm einen gewaltigen Tritt versetzt.
“Du Ochse du, denkst du denn nicht an das Kind?”
Da senkte der Ochse beschämt den Kopf und sagte “Das Kind. Jaja, das Kind – das ist doch die Hauptsache. Übrigens”, fragte er dann den Esel, “wissen das eigentlich die Menschen?” (Verfasser unbekannt)




Donnerstag, 20. Dezember 2012

Adventskalender-Blog-Türchen Nr. 20

Gestern habe ich jede Menge Weihnachtslieder gesungen! Morgens, bei der Kollegen-Andacht, gingen wir musikalisch den Weg zur Krippe mit Hirten und Weisen und abends bei der Weihnachtsfeier trällerten wir auch das ein oder andere Liedchen.

Weihnachtslieder - da gibt es solche und solche. Manche Liedzeilen sind irgendwie Quatsch, wie z.B. die vom "holden Knaben mit lockigem Haar" - aber irgendwie gehört "Stille Nacht" trotzdem zu Weihnachten dazu. Oder der Tannenbaum mit den grünen Blättern ... Es gibt die süßlich klingenden Lieder und die, die tatsächlich von der Weihnachtsgeschichte erzählen. Manches ist nur Tradition, anderes ist eine kleine Weihnachtspredigt.

Jedenfalls war es schön, gestern all diese Weihnachtslieder zu singen!

Auch dieses haben wir gesungen gestern - kein traditionelles Weihnachtslied, sondern ein Kinderlied aus dem Film "Die Stadt, die Weihnachten vergaß": Die Weihnachtsfreude, die pustet keiner aus


Mittwoch, 19. Dezember 2012

Adventskalender-Blog-Türchen Nr. 19

Licht dieser Welt - ein Interview mit Danny Plett zu seinem neuen Weihnachtsalbum.

"Zwar ist die Weihnachtsstimmung für mich nett und schön mit den Plätzchen, Wärme, Kerzen und vielem mehr. Trotzdem gehen die Gedanken rund um die Wahrheit, die in den Weihnachtsliedern vorkommt, wesentlich tiefer. Um ein gutes Weihnachtslied zu schreiben, tauche ich in die Tiefe ein und das hat sehr wenig mit dieser oberflächlichen Weihnachtsstimmung zu tun."



Dienstag, 18. Dezember 2012

Adventskalender-Blog-Türchen Nr. 18


Die Szene auf diesem Bild nennt sich "Herbergsuche". Ich habe sie gestern in einem Schaufenster bei einem Bummel durch Marburg entdeckt. Maria und Josef hatten einen langen Weg nach Bethelem hinter sich. Und nun hatten sie Probleme, eine Bleibe zu finden. Die Zeit drängte, weil Maria kurz vor der Entbindung stand. 

Lange Wege, die kennen wir in unserem Leben sicher auch. Manchmal dauert es lange, bis wir am Ziel sind. Zwischendurch kann uns da schon mal die Puste ausgehen, vor allem, wenn es kurz vor dem Ziel noch mal besonders schwierig wird. Aber trotzdem dürfen wir wissen, dass wir in allem in Gottes großem Plan sind. Maria und Josef werden wohl auch nicht die ganze Zeit über Halleluja gesungen haben - und Gott verlangt das von uns auch nicht. Wenn wir unterwegs müde werden, den Mut verlieren, hat er ein offenes Ohr und offene Arme für uns.

Montag, 17. Dezember 2012

Adventskalender-Blog-Türchen Nr. 17

Adventsfeier in unserer Gemeinde - Ansichten und Einsichten zum Thema Licht und Dunkel



Jedes Jahr am dritten Advent findet bei uns die Gemeindeweihnachtsfeier statt. In diesem Jahr drehte sich der ganze Nachmittag um einen Text aus Jesaja 60,1-5 . Darin geht es um die Dunkelheit, die in unserem Leben oft herrscht und um das Licht, das Gott in die Welt schickt. Um auszuprobieren, wie sich das Leben im Dunkeln anfühlt, haben Kinder während unserer Adventsfeier um die Wette mit verbundenen Augen Wäsche (die Windeln vom Jesus-Kind ;-)) auf eine Leine gehängt. Gar nicht so einfach, sieht man doch im Dunkeln nicht, was man tut.

Manchmal tappen auch wir im Dunkeln und wenn Gott nicht Licht in die Sache bringt, kann das ganz schön daneben gehen. Wenn Gott Licht in eine Situation bringt, dann erkennen wir z.B. plötzlich, wie wir uns entscheiden sollen oder haben mit einem Mal Weisheit im Umgang mit einem schwierigen Menschen. In Gottes Licht erkennen wir, was wirklich wichtig und richtig ist.

Sonntag, 16. Dezember 2012

Adventskalender-Blog-Türchen Nr. 16

Weihnachten - das ist so eine Zeit, in der man auch darüber nachdenkt, wie solche Feste früher waren.


Zu dem Weihnachtsfest auf dem Foto - hier mit meiner Schwester und meinem Cousin - hatte ich meinen ersten eigenen Schreibtisch bekommen. War ich stolz! Schöne Weihnachtsfeste waren das in meiner Kindheit. Schon damals ganz das Organisationstalent, habe ich, als meine Geschwister im mitmach-fähigen Alter waren, ganze Weihnachtsprogramme für die Familie organisiert. Musik, Theaterstückchen im Engelsgewand - irgendwie musste man die Zeit am Weihnachtsnachmittag ja herum kriegen. Und neugierig war ich! Schon weit vor Weihnachten versuchte ich herauszufinden, welche Geschenke sich denn Eltern und Großeltern ausgedacht hatten. Die Spannung stieg und stieg. Noch in die Kirche, dann Abendessen - die Augen schielten schon mehr zu den Geschenken unter dem Baum als auf den Teller -, danach noch schnell ein Liedchen singen und dann war es endlich, endlich soweit. Später ging es dann noch eine Etage höher zu den Großeltern, wo feierlich die Bienenwachskerzen am Baum angezündet wurden. Noch schön was mit der Flöte vorspielen, vielleicht ein Gedicht aufsagen und dann gab es auch hier Geschenke und die leckeren selbst gebackenen Plätzchen von Oma Friedel - allen voran die unnachamlichen Apfelsinentaschen. So schmeckt und riecht Weihnachten!
Heute ist auch ein wenig Wehmut dabei, wenn ich an diese Weihnachtsfeste denke: Die Oma, die die leckeren Plätzchen gebacken hat,  gibt es nicht mehr. Aber die Erinnerungen bleiben und ich bin sehr, sehr dankbar, sie zu haben. Fast kann ich die Apfelsinentaschen noch schmecken und die Bienenwachskerzen noch riechen, höre uns Kinder noch durch die Wohnung toben - und bin in Gedanken ganz nah bei meinem hochbetagten Großvater, der dieses Jahr Weihnachten im Krankenhaus verbringen muss.

Samstag, 15. Dezember 2012

Adventskalender-Blog-Türchen Nr. 15

"In der Nacht von Bethlehem, da ist ein Kind geboren. Gottes Liebe kam zu uns, wir sind nicht mehr verloren ..." - so heißt ein Weihnachtslied, das ich sehr mag.

(c) Heike/pixelio.de
In der Nacht von Bethlehem wurden Maria und Josef zum ersten Mal Eltern. Was ihnen in dieser Nacht wohl durch den Kopf ging?

Josef (Name anklicken und in Vers 18-24 lesen, wie Josef erfuhr, dass Maria ein Kind erwartet): "Für mich schien es wie das Ende. Meine Verlobte – schwanger. Flucht war mein erster Gedanke. Und Wut, Misstrauen, bittere Enttäuschung. Aber Gott kennt mich wirklich gut: Er wusste genau, dass ich diese Engelerscheinung brauche, damit ich weiß, dass es sein Wille ist. Leicht war es trotzdem nicht. Aber das, was in dieser Nacht geschehen ist, hat mir noch einmal neu und ganz deutlich gezeigt: Gott hat alles im Griff. Und so will ich ihm danken für dieses Kind, dass er uns anvertraut hat. Unser Sohn – der lange versprochene Retter. Gottes Licht."

Maria (Name anklicken, Vers 26-38 lesen): "Gott hat mir das alles gesagt und doch ist es noch immer unbegreiflich für mich. Das Gesicht dieses kleinen Menschen, das ist ansehe und schon jetzt so sehr liebe, ist das Ebenbild Gottes. Welch unfassbare Liebe muss Gott haben! Er ist wirklich da, er kommt uns Menschen so nah. Unfassbar und anfassbar."

Freitag, 14. Dezember 2012

Adventskalender-Blog-Türchen Nr. 14


Bei mir zu Hause wohnen Flint und Pumi, zwei lustige Kater-Gesellen. Was Weihnachten ist, wissen die beiden nicht - vermute ich zumindest. Aber Spaß macht es ihnen trotzdem. Neugierig schnuppern sie, was da so anders riecht. Verspielt wie sie sind, werden sie sicher auch in diesem Jahr wieder die ein oder andere Weihnachtskugel vom Baum holen und das Geschenke-Auspacken bzw. das, was davon übrig bleibt, animiert sie zu lustigen Purzelbäumen und Sprüngen, denn nichts raschelt so schön wie Geschenkpapier und es reizt den Spieltrieb, wenn überall bunte Geschenkbänder herumliegen.

Wie es wohl den Tieren im Stall von Bethlehem damals gegangen ist? Für sie war in dieser Nacht sicher auch alles anders. Ob sie gespürt haben, dass da etwas Besonderes passiert? Waren sie neugierig oder eher ängstlich?

Wie ist es in unserem Leben, wenn plötzlich alles anders ist? Überwiegt die Neugier, was wohl daraus werden wird oder schrecken wir ängstlich zurück? Ob es vielleicht eine Frage des Vertrauens zu Gott ist?

Donnerstag, 13. Dezember 2012

Adventskalender-Blog-Türchen Nr. 13


Advent
duftet herrlich
in allen Stuben
warm wird´s im Herz
Weihnachten


Mittwoch, 12. Dezember 2012

Adventskalender-Blog-Türchen Nr. 12

Die Weihnachtsgeschichte als Sandpainting

(Anklicken und tollen Kurzfilm zur Weihnachtsgeschichte schauen)

Auch diese Variante ist super:

Noch ein Sandpainting zu Weihnachten

Dienstag, 11. Dezember 2012

Adventskalender-Blog-Türchen Nr. 11


Ein Finger- oder Handabdruck ist einzigartig und unnachahmlich. Eigentlich erkennen wir, wenn wir genau hinschauen, überall auf dieser Erde Gottes Handschrift: In jeder Blume, jedem Stein, jedem Wasserfall, wo wir auch hinschauen. Aber nie hat er sich uns deutlicher gezeigt, als in seinem Sohn. An ihm erkennen wir, wie Gott, der Vater, wirklich ist - einzigartig, unvergleichlich und doch uns Menschen so nah.

Sonntag, 9. Dezember 2012

Adventskalender-Blog-Türchen Nr. 10


Und was ist, wenn es dir so gar nicht weihnachtlich zumute ist?

Die Musik im Kaufhaus, im Radio, auf dem Weihnachtsmarkt ist für dich nur schreckliches Gedudel? Heile-Welt-Getue all-überall geht dir kolossal auf die Nerven? Du fragst dich, wie du dich weihnachtlich fühlen sollst, angesichts deiner Probleme, die sich auftürmen wie Berge?

Willkommen im Club! Josef und Maria hatten mit Sicherheit keine weihnachtlichen Gefühle. Das, was wir in Gemälden vorgegaukelt bekommen - weihnachtliches Idyll mit Krippe und Stall - war garantiert nicht so kuschelig, wie es aussieht. Eiskalt wird es ihnen gewesen sein. Die Geburt eines ersten Kindes stellt man sich anders vor! Und doch: Jesus war sich nicht zu fein und zu wertvoll, in die knallharte Realität irdischen Lebens hinein zu kommen. Er sieht. Er versteht. Da kannst du ganz sicher sein!

Adventskalender-Blog-Türchen Nr. 9


Kerzenschein und Lichterketten gehören hier in Deutschland (und vermutlich auch anderswo) einfach dazu zum Weihnachtsfest. Es tut gut, wenn die dunkle Jahreszeit, in der es schon am Nachmittag zu dämmern beginnt, mit warmem Licht erhellt wird. Das strahlt Zuversicht aus und verbreitet eine angenehme Atmosphäre. 

Jesus bezeichnet sich selbst als "Licht der Welt" und er ist es auch. Er erhellt die finstersten Ecken, er wärmt die kältesten Herzen und er ist es, der Hoffnung und Zuversicht in unser Leben bringen kann. Nicht nur künstlich, wie das Licht einer Lichterkette, sondern tatsächlich - nah und wahr, echt und ewig. Unvorstellbar? Gegen all das, was du bisher erlebt hast? Egal - probier es aus, du kannst dabei nur gewinnen. 

Samstag, 8. Dezember 2012

Adventskalender-Blog-Türchen Nr. 8

Was haben wohl die Schafe gedacht, damals, in der Heiligen Nacht?


"Hey, Olly, sag mal, kannst du auch so schlecht einschlafen heute Nacht?"
"Häh? Was is los?"
"Na, irgendwas ist anders heute."
"Ich merk nix. Lass mich schlafen, Wolly. Du hast einfach zu viel Fantasie! Gääääääähn."

Wolly dreht und wendet sich, aber der Schlaf will einfach nicht kommen heute. Nachdenklich betrachtet er den Sternenhimmel. 

"Olly, Olly, Olly - du musst einfach aufwachen! Schau dir das mal an!"

"Was´n jetzt schon wieder?"

"Guck mal, der Stern, so hell und wunder-wunderschön!"

"Wolly, nerv hier nicht rum. Sterne gibt´s viele."

"Aber, aber, dieser ist wirklich besonders," flüstert Wolly enttäuscht. Es liegt was in der Luft, er spürt es genau. Auch wenn Ignoranten wie Olly, die immer nur interessiert, wo das Gras am grünsten ist, nichts davon hören wollen.

Schnuppernd hält Wolly das Näschen in die Luft. Diese Nacht ist so klar, so besonders, so wunderbar.

Mit einem Mal sind sie alle wach und schauen zum Himmel.

"Ich wusste es!", ruft Wolly begeistert aus und hüpft vor Freude. Musik und ein unvorstellbares Leuchten erfüllen die Nacht. Auch die Hirten stehen staunend auf. Und einer sagt: "Das müssen Engel sein."

So ganz versteht Wolly nicht, was diese "Engel" da erzählen. Aber er bekommt etwas mit von einem Kind, das geboren wurde und dass die Hirten da schnell hin laufen wollen. Das wird sich Wolly auf keinen Fall entgehen lassen. Denn wenn sogar der Himmel singt und leuchtet wie nie zuvor, muss das ein ganz besonderes Kind sein. Voller Vorfreude trottet Wolly hinter den Hirten her.


Freitag, 7. Dezember 2012

Adventskalender-Blog-Türchen Nr. 7

Licht dieser Welt (anklicken und rein hören)

Das ist es, worum es an Weihnachten geht.


Donnerstag, 6. Dezember 2012

Adventskalender-Blog-Türchen Nr. 6


Weihnachten

von Joseph von Eichendorff (1788 - 1857)

Markt und Straßen stehn verlassen,
still erleuchtet jedes Haus,
Sinnend' geh ich durch die Gassen,
alles sieht so festlich aus.
An den Fenstern haben Frauen
buntes Spielzeug fromm geschmückt,
Tausend Kindlein stehn und schauen,
sind so wunderstill beglückt.
Und ich wandre aus den Mauern
Bis hinaus ins freie Feld,
Hehres Glänzen, heil'ges Schauern!
Wie so weit und still die Welt!
Sterne hoch die Kreise schlingen,
Aus des Schnees Einsamkeit
Steigt's wie wunderbares Singen -
O du gnadenreiche Zeit!

Wunderschönes Gedicht! Weihnachten kann dann ins Herz fallen, wenn wir uns einmal die Zeit nehmen, die Dinge um uns herum wahrzunehmen, in uns aufzunehmen. Mal nicht rennen, sondern schreiten. Durch den Schnee stapfen, Winterluft atmen. Ausprobieren!

Mittwoch, 5. Dezember 2012

Adventskalender-Blog-Türchen Nr. 5

(c) gänseblümchen/pixelio.de
Ein Duft war das gestern hier in der Wohnung! Meine Tochter ist zu Besuch und hat die große Weihnachtsbäckerei veranstaltet. Wie schön, dass es diese und andere Weihnachtstraditionen gibt. Manches gehört einfach zum Advent dazu - die Plätzchen, die Weihnachtslieder, das Schmücken der Wohnung und vieles mehr.

Advent bedeutet Ankunft. Es ist eine Zeit der freudigen Erwartung. Kein frustriertes Ausharren, dass dieses Jahr 2012 endlich zu Ende geht. Nein, gespannte Freude auf das, was kommt und vor allem: auf den, der kommt. Jesus. Immer wieder neu: In mein Leben, in meine Familie, mitten an meinen Arbeitsplatz. 

Dienstag, 4. Dezember 2012

Adventskalender-Blog-Türchen Nr. 4

Auf Weihnachtsmarkt-Tour

Wow, so viele Weihnachtsmärkte habe ich wohl in kaum einer Adventszeit besucht, wie in diesem Jahr. Ob ich diesen Schnitt allerdings bis zum 24.12. halten kann, bezweifle ich - aber im Moment macht es mir einfach eine riesen Freude. 


Die Düfte nach gebrannten Mandeln und Glühwein, nach Crèpes und Schokofrüchten - mmmmmmhhhh!!! Köstlich! 

Heute war Weihnachtsmarkt Nr. 3 an der Reihe - sogar mit echtem Winterwetter: Schneefall und eisiger Wind, sodass der heiße Kinderpunsch echt nötig war.

Weihnachten mit allen Sinnen erleben. Die heutigen Weihnachtsmärkte haben nicht viel mit dem ersten Weihnachten der Bibel zu tun. Aber auch die Hirten auf Bethlehems Feldern haben Weihnachten mit allen Sinnen erlebt: hautnah, zum Anfassen, live dabei.

In dieser Adventszeit will ich mit wachen Augen und Ohren, Nase, Mund - einfach allen Sinnen nicht nur über Weihnachtsmärkte gehen, sondern ganz neu in mir aufnehmen, was es bedeutet, dass Gott Mensch geworden ist. Nicht: Was habe ich an Wissen über Weihnachten angesammelt. Sondern: Was bedeutet eigentlich Weihnachten für mich ganz persönlich?

Montag, 3. Dezember 2012

Adventskalender-Blog-Türchen Nr. 3

Die Sache mit den Sternen


Kapelle Haus Höhenblick, Altarraum

Meine Weihnachtsdeko besteht in diesem Jahr hauptsächlich aus Sternen (o.k., ein Eichhörnchen, eine Katze mit Nikolausmütze und drei Elche sind auch dabei ;-)). Sterne faszinieren mich in diesem Jahr beim Thema Weihnachten besonders. In einem Lied hörte ich kürzlich den Satz: "Ich sehe einen einzelnen Stern, du (Gott) siehst ganze Galaxien." Wir sehen manchmal tatsächlich nur einen winzig kleinen Ausschnitt vom großen Ganzen. Ich bin froh, dass es jemanden gibt, der den ganz großen Überblick hat.

Und dann fasziniert mich die Geschichte vom Weihnachtsstern, nachzulesen hier:
Ein besonderer Stern (Vers 2) .



Sonntag, 2. Dezember 2012

Adventskalender-Blog-Türchen Nr. 2


Advent- und Weihnachten - im optimalen Fall Familienzeit mit Mehrwert und die Gelegenheit, den Lieben eine besondere Freude zu machen. Ein Schmunzeln entlockte mir ein Aktionsstand im Wetzlarer Herkules-Center gestern: Ein als Weihnachtsmann verkleideter ältere Herr saß auf einem thron-ähnlichen Stuhl, auf seinem Schoß hatte er ein sehr ängstlich schauendes kleines Mädchen. Eltern und Fotografin gaben sich alle Mühe, das Kind zum Lachen zu bringen, aber es konnte sich einfach nicht entspannen. Wie auch? Das Kind war einem völlig fremden Mann - angeblich der Weihnachtsmann - auf den Schoß gesetzt worden und verstand doch gar nicht, warum es fröhlich sein sollte!

Vielen Menschen kommt Gott ebenfalls vor wie ein komisch gekleideter alter Mann, der von uns verlangt, immer zu lächeln, egal wie die Umstände sind. Der Gott, den die Bibel beschreibt, ist anders: "Gott ist außergewöhnlich: Er verlässt seinen Thron, legt seinen gleißend hellen Mantel ab und hüllt sich - quasi wie ein Geschenk - in menschliche Haut." (nach Max Lucado) Gott begibt sich mit uns auf Augenhöhe. Er freut sich mit uns, wenn wir fröhlich sind und er weint mit uns, wenn uns zum Heulen zumute ist. Wir können uns entspannen.

Samstag, 1. Dezember 2012

Adventskalender-Blog-Türchen Nr. 1

Ein herrlicher Wintertag. Alles ist mit Raureif überzogen, die Sonne scheint. So lass ich mir den Start in den Dezember gefallen!


(c) Gerd Altmann/pixelio.de

Wie ein kleines Kind freue ich mich in diesem Jahr auf die Weihnachtszeit. Voller Vorfreude schaue ich in den Dezember und habe Lust, völlig in die Adventsstimmung einzutauchen. Weihnachtsmärkte will ich besuchen - so viele wie möglich!

Kindliche Freude auf Weihnachten: Das wünsche ich allen meinen Bloglesern für diese Adventszeit.


Mittwoch, 31. Oktober 2012

Mauerbau

Vor einigen Tagen "musste" ich mich mit Versen aus dem biblischen Buch Nehemia beschäftigen und ich war begeistert! Das Volk Israel kehrt nach der babylonischen Gefangenschaft in Etappen nach Jerusalem zurück und versucht, dort wieder heimisch zu werden. Als Nehemia mit einem späten Rückkehrertrupp in Jerusalem eintrifft, ist er entsetzt: Noch immer liegen die so wichtigen Stadtmauern in Trümmern. Und Nehemia organisiert den Wiederaufbau der Mauer: In nur 52 Tagen steht die Mauer wieder! Alle haben unter Nehemias Anleitung mitgeholfen. Welch ein Organisationstalent! Aber nicht nur das. Nehemia war auch ein starker Beter. Denn der Aufbau der Mauer ging nicht ohne Probleme vonstatten. Nehemia aber blieb im ständigen Kontakt mit Gott, fragte ihn um Rat, flehte ihn an, flüchtete sich zu ihm vor Verleumdung und Anfeindung. Als die äußeren Mauern wieder standen und die Einwohner endlich wieder geschützt waren vor Angriffen von außen, stellte Nehemia fest, dass auch im Herzen der Leute vieles in Trümmern lag. Der Glaube war nur noch ein Fragment, vieles war verschwommen und nicht mehr erkennbar. Mithilfe von Esra begann Nehemia, den Menschen die "Basics des Glaubens" wieder neu nahezubringen - und sie lassen sich darauf ein. Ganz neu schließen sie einen Bund mit Gott und beten ihn voller Ehrfurcht an.

In unserem Leben gibt es auch Zeiten, in denen durch schwierige Wegführungen oder eigenes Verschulden die Mauern unseres Glaubens völlig eingestürzt sind. Wir können dann nicht mehr glauben. Zweifel werden immer größer. Gott noch einmal zu vertrauen fällt uns unendlich schwer. Manchmal brauchen wir jemanden wie Nehemia, der uns hilft, die Trümmer wieder aufzubauen, uns zeigt, welche Schritte nun nötig sind. Und dann kann es sein, dass auch wir die "Basics" des Glaubens wieder ganz neu an uns heran lassen müssen.

Wie kann das geschehen? Einen "Nehemia", den schickt uns Gott meist über den Weg, wenn wir am wenigsten damit rechnen. Jemand, der uns an der Hand nimmt. Oder der "Nehemia" kommt in Gestalt eines guten Buches, einer Predigt oder TV-Sendung , die uns helfen, wieder klarer zu sehen. Um die "Basics des Glaubens" können wir uns selbst kümmern: Mal wieder regelmäßig einen Gottesdienst, einen Hauskreis oder eine Bibelstunde besuchen. Oder an einem Alpha-Kurs (oder einem ähnlichen Glaubensgrundkurs) teilnehmen - nur Mut!

Allen Lesern wünsche ich starke und haltbare Mauern des Glaubens.

Und passend zum heutigen Reformationstag: Ein feste Burg ist unser Gott

Freitag, 5. Oktober 2012

Das lass mal meine Sorge sein!

Wie elektrisiert bin ich, als mir die Zeile ins Auge springt: "Wie lange soll meine Seele noch sorgen ..." (Psalm 13,3a). Den Psalm habe ich in den letzten beiden Wochen schon mehrmals gelesen, weil er Teil meiner Hauskreisvorbereitung war, aber dieser Vers war mir bisher gar nicht aufgefallen. Sofort fällt mir dazu ein: 1. Petrus 5,7. Ich blättere nach, lese den Text drum herum und staune: Es beginnt mit der Demut. Ein Wort, das wir Menschen gar nicht gerne hören. Das hört sich so schwierig an, so unbequem. Ist es auch! Die "Gesinnung eines Dienenden", wie es das Wörterbuch umschreibt, haben wir nicht automatisch und meistens ist das nicht unser Lieblingsjob. Demütig sein heißt: "Gott, du bist der Boss, sag mir, wo´s langgeht und ich folge dir." Erst danach steht der bekannte Vers mit den Sorgen. Also, noch mal zum langsam Mitdenken: Ich lasse den Herrn HERR sein. Wenn dieses Vorzeichen stimmt, kann ich das Sorgen Gott überlassen.

Interessant auch die Verse, die direkt danach kommen. Wachsam sein, weil Gottes Möchtegern-Gegenspieler um uns herumschleicht und schaut, wo er uns eine Falle stellen kann. Beim Thema Sorgen geht das ruckzuck: Wir beten und bitten Gott, sich einer Sache anzunehmen und wollen die Lösung auch tatsächlich unserem Herrn überlassen. Mutig marschieren wir los, ein bisschen wacklig noch auf den Beinen - aber wir schauen nach vorne. Aber der alte Fiesling lässt nicht locker. Er streut hier einen Gedanken, dort eine vermeintliche Verschlechterung der Situation und schwuppdiwupp reißen wir das komplette Sorgenpaket wieder an uns. Einmal nachgegeben, können nun die sorgenvollen Gedanken und die Angst wieder schlimmer wüten als je zuvor. Und er, der den Kampf um uns Menschen längst verloren hat, lacht sich ins Fäustchen.

Gott, unser liebender Vater, weiß darum. Er kennt uns und schiebt noch ein paar Sätze hinterher: Den anderen Christen geht es genauso. Und er öffnet uns den Blick für die Ewigkeit: Eines Tages wird das alles aufhören. Bis dahin darfst du wissen: "Ihm - Jesus Christus - gehört alle Macht für immer und ewig."

Und weil wir es nicht oft genug hören können, gibt Jesus uns noch an anderen Stellen in der Bibel Hilfestellung zum Umgang mit Sorgen, z.B. hier: Matthäus 6,25-34. Voller Liebe erklärt er uns, wie wertvoll und wichtig wir Gott sind und dass ihm sehr viel daran gelegen ist, sich um uns zu kümmern. "Euer himmlischer Vater kennt eure Bedürfnisse", heißt es in Vers 32b. Zu Beginn dieses Verses hören wir leichten Tadel. Warum wollt ihr so leben wie die Menschen um euch herum, deren Denken vom Konsum gefangen genommen ist und für die es nichts Wichtigeres gibt? Und wieder werden wir aufgefordert, unsere Prioritäten gut im Auge zu behalten: Gottes Reich soll unser wichtigstes Anliegen sein. Der Herr sagt quasi zu uns: Kümmere du dich nur darum, ganz in meiner Nähe zu sein, mich über alles - und mit alles meine ich ALLES - zu stellen. Um die anderen Dinge kümmere ich mich. Versprochen und mit meinem heiligen Blut besiegelt.

In einer Andacht hörte ich kürzlich einen wunderschönen Satz: "Das, was wir loslassen, lassen wir los in Gottes Hände." Es stimmt: Die Sorgen, die wir an Gott abgeben, fallen nicht ins Bodenlose. Menschen, die wir loslassen, stürzen nicht ins Nichts. Umstände, die wir abgeben, geraten nicht in Vergessenheit. Sondern: Gott hält seine Hände unter uns. Alles landet weich und sicher bei ihm. Er kümmert sich. Er hält fest. Er weiß.

Dienstag, 10. Juli 2012

Psalm 84 - Mein Psalm des Jahres 2012

Wie wunderschön ist es, bei dir zu Hause zu sein, großer Gott.

Schon im Treppenhaus bin ich voller Vorfreude auf die Begegnung mit dir, ich kann es kaum erwarten, dass du mich in die Arme schließt. Du lebst, du wartest auf mich und ich hüpfe vor Freude auf und ab, wenn ich endlich wieder daheim bin.
Nicht nur für mich hast du alles wunderschön vorbereitet, alles was lebt fühlt sich wohl in deiner Gegenwart: Kleine Piepmätze zwitschern fröhlich in ihren Nestern im Dachgebälk, liebevoll von den Vogeleltern umsorgt. Du hast alles im Griff, im Blick, du Gott und König.

Alle, die in deinem Haus wohnen, wissen, was wahres Glück bedeutet: Geborgenheit, Frieden, Halt – und so viel mehr.
Denn Glück bedeutet: Stark werden in dir. Nicht weil wir Glaubenshelden sind, sondern weil du unbegreiflich groß und stark bist – nichts ist dir zu schwer und es ist ein ständiges Abenteuer, in deinen Fußtapfen zu laufen.

Wenn es durch die Wüste geht, die Tränen wie Wasserfälle fließen, ist das nicht das Ende. Du kannst in der Wüste Brunnen mit köstlich erfrischendem Wasser entstehen lassen. Genauso führst du Menschen mitten durch die Wüste, nimmst sie an der Hand und zeigst ihnen ganz neue Quellen, die sie vorher nicht kannten. Wenn einer deiner geliebten Menschen vor Verzweiflung einschläft und nicht mehr weiter kann und will, weckst du ihn liebevoll mit herrlich frischem Morgentau und lässt deinen Segen strömen.
Nicht Kraft folgt auf Kraft – darauf würden wir uns am Ende noch etwas einbilden. Nein, du erfüllst uns mit Kraft, lässt es aber auch zu, dass wir schwach und völlig auf dich angewiesen sind, nur, um uns dann wieder ganz neu Power zu geben. Von einer Kraft zur anderen wird unsere Bindung zu dir so immer stärker und stärker.

Ewiger Gott, deine Ohren sind nie verschlossen. Nicht, wenn ich einen guten Draht zu dir habe und jedes Gebet bei dir anzukommen scheint und auch dann nicht, wenn ich das Gefühl habe, meine Worte erreichen dich nicht, kommen nicht weiter als bis zur Zimmerdecke.
Herr, eine Minute am Tag in deiner Nähe ist wertvoller als jeder noch so spannende Moment den ganzen Tag über. Wenn ich dir begegne ist das nie oberflächlich, sondern hat jedes Mal eine Qualität, an die keine menschliche Begegnung heranreichen kann. Ein ganzer Tag Stille vor dir – davon würde ich wahrscheinlich Monate zehren!

In deinem Haus tagein, tagaus Putzfrau sein ist tausendmal herrlicher, wunderbarer, als ein einziges Mal mit einem weltlichen König Abend zu essen.
Manchmal wird es mir zu „heiß“ in deiner Gegenwart, weil du so heilig bist. Aber in Jesus hast du uns gleichzeitig einen göttlichen „Sonnenschutz“ gegeben, damit wir nicht vergehen, wenn wir dir begegnen. Ich falle vor dir auf die Knie, bete dich an, weil du Gnade vor Recht walten lässt, mich aufrichtest. Mit geradem Rücken und festem, mutigen Blick dürfen wir nach vorne schauen. Alles, was du gibst, ist gut. Uns fehlt nichts, wenn wir nah bei dir sind. Und du gibst und gibst und gibst.

Heiliger Gott, dir vertrauen, sich an dich ketten wie ein Bergsteiger, von dir getragen werden wie ein Baby von seiner Mutter – das kann man wahres Glück nennen. Glück, das niemals ein Ende hat.
(freie Übertragung von Psalm 84 (c) Marion Rühl)

Donnerstag, 21. Juni 2012

Abschiednehmen

Abschiednehmen, das ist mein momentanes Thema: Vor ein paar Tagen haben wir unseren Gemeindepastor verabschiedet. Nur noch wenige Begegnungen, dann sind er und seine Familie zum neuen Einsatzort unterwegs. 15 gemeinsame Jahre, die uns als Familie sehr geprägt haben - der Abschied fällt nicht leicht. Ein Abschied der ganz anderen Art ist in vollem Gange: Mein Elternhaus wird gerade "aufgelöst" und es ist schon komisch, Abschied zu nehmen von vielen, vielen Erinnerungen aus den vergangenen Jahrzehnten.
Abschiede gibt es auch in der Bibel häufig. Mir fällt Rebekka ein (1. Mose 24). Sie geht mit ihrem Mann Jakob weg: aus ihrem Land, von ihrer Familie, aus ihrer Kultur. Hinein in ein unbekanntes Land voller Herausforderungen. Eine herzzerreißende Szene gibt es, als David sich von seinem Freund Jonathan verabschieden muss, weil er vor dessen Vater auf der Flucht ist (1. Samuel 20). Und Paulus, der viel auf Reisen ist, muss immer wieder Abschied nehmen von den Menschen, die er lieb gewonnen hat, die er häufig sogar zum Glauben geführt hat. An manchen Orten war er kürzer, an anderen länger, aber immer wieder ist von tränenreichen Abschieden die Rede. Der schönste Satz dazu steht in Apgs. 18,21: "Ich werde, wenn Gott will, wieder zu euch zurückkehren." Bei allen Abschieden steht das unumstößlich fest: Gott hat alles in der Hand. Er geht mit dem, der neue Wege einschlägt und er bleibt bei dem, der zurückbleibt. Es gibt ein - zugegeben etwas älteres - Lied von Manfred Siebald dazu mit einem wunderschönen Text: Wenn Gott will und wenn wir leben.

Tränenreich geht es zu bei den Abschieden der Bibel. Das zeigt mir wieder neu: Glaube heißt nicht, die Gefühle zu verleugnen. Christsein bedeutet nicht, immer abgeklärt über den Dingen zu stehen. Manches im Leben tut einfach weh und Gott hat uns die Fähigkeit gegeben, dem Schmerz Ausdruck zu verleihen. Wenn ich also traurig bin, weil mein Elternhaus, der Ort, an dem ich eine sehr glückliche Kindheit hatte, aufgelöst wird, dann darf ich es zulassen, wenn mal die Tränen kullern - auch als erwachsene Frau, die schon längst selbst Familie hat. Das ist etwas, was ich in diesem Jahr erst richtig entdeckt habe: Gott hat uns mit einer großen Palette an Gefühlen ausgestattet und wir dürfen lernen, diese Gefühle wahrzunehmen und entdecken, was sie uns sagen wollen. Gefühle sollen zwar nicht immer und überall der Motor unsres Handels sein, aber sie sind ein guter Indikator. Auch unser Gefühlsleben darf immer mehr von Jesus geprägt werden und kann uns immer mehr zum wertvollen Ratgeber bei Entscheidungen und dem Finden unsres Lebensrhythmus und dem für uns passenden Lebensstil werden.

Donnerstag, 26. April 2012

Post von Jesus!

"Sie haben Post!" - Das ist der Satz, der Meg Ryan und Tom Hanks jeden Tag aufs Neue entzückt, wenn sie im Film "E-Mail für dich" ihren Computer hochfahren. Wunderschöne, romantische Nachrichten, die sich die Buchhändlerin und der Konzernchef schreiben ... Auch Jesus hat uns mit seinem Wort jede Menge wundervolle Briefe geschrieben. Sie drücken aus, wie sehr er uns liebt, sie erklären uns, was er für uns getan hat. Und manchmal ermahnen sie uns. Ganz am Schluss der Bibel, in der Offenbarung, gibt es gleich sieben Briefe hintereinander - die Sendschreiben. In den letzten beiden Wochen habe ich diese Briefe gelesen und bin darüber ins Nachdenken gekommen. Lasse ich mich, lassen wir als Gemeinde uns von Jesus auch mal infrage stellen?

Das ist mir aufgefallen bei den sieben Briefen, die Jesus an unterschiedliche Gemeinden schreibt (Offenbarung 2 + 3):

  • 1. "Ich habe gegen dich, dass ihr mich und euch nicht mehr so liebt wie am Anfang." Ob das auch auf meine Gemeinde zutrifft? Wie ist es mit der Liebe zu Jesus und untereinander im Moment bei uns? Ausbaufähig, würde ich sagen ... "Wenn du dich nicht änderst, werde ich kommen und deinen Leuchter von seinem Platz unter den Gemeinden wegnehmen." - Das ist hart. Wir haben einen guten Ruf zu verlieren. Herr, hilf uns, zurückzukommen zu der herzlichen Liebe, die uns verloren zu gehen scheint.
  • 2. Hier ist die Rede von Leiden. Einigen Christen, die ich kenne, wird tatsächlich ziemlich übel mitgespielt. X. hat viele Anfechtungen. Y + Z geht es - bei allem, was vielleicht auch aufgebauscht oder hausgemacht ist - nicht gut, weil sie einen Schlag nach dem anderen einzustecken haben. Und Jesus sagt dazu: "Ich weiß von deinen Leiden und deiner Armut - aber du bist reich!" Gut, wenn man sich ab und zu seine Sicht der Dinge vor Augen hält.
  • 3. Manches, was wir in der Gemeinde dulden, belastet uns. Laut dem dritten Sendschreiben sollen wir ganz messerscharf anhand der Bibel prüfen, ob das alles so gut ist.
  • 4. Hier geht es um Irrlehren, Unzucht usw. Tröstlich ist, dass Jesus von denen, die da nicht mitmachen, nichts weiter verlangt, als durchzuhalten.
  • 5. "Du hast den Ruf, lebendig zu sein, aber du bist tot." Ein hammerhartes Urteil! Auch wir haben als Gemeinde den Ruf, dass wir lebendig sind. Wie sieht Gottes Urteil über uns aus? Leben wir von dem guten Ruf oder sind wir wirklich noch an dir, der Quelle, dran, damit wir sprudeln können für andere?
  • 6. Jesus hat eine Tür für uns geöffnet - das passt zu einem Bild, das ich vor kurzem hatte. Eine Tür, hinter der es sehr dunkel ist, aber durch die wir als Gemeinde an der Hand von Jesus gehen sollen. Jesus geht mit uns.  Herr, hilf uns, deine Vision für unsre Gemeinde zu leben!
  • 7. Weder heiß noch kalt. Satt und zufrieden, bewegungslos. Vielleicht sind wir auch das ein stückweit. Und was rät Jesus uns? Wir sollen shoppen gehen! Gold bei ihm kaufen.Weiße Kleider. Augensalbe. "Bleibe nicht gleichgültig, sondern kehre um."
Herr, sicher hast du noch mehr Punkte, die du gerne mal ansprechen würdest bei uns. Hilf uns, als Gemeinde nicht vor dir wegzulaufen, uns im Status quo einzurichten. Hilf uns, aufzuwachen, uns von dir korrigieren zu lassen. Mach unser Herz wieder heiß und brennend für dich.

Samstag, 31. März 2012

Abba, Vater, Papa, Daddy …

Römer 8,15: Deshalb verhaltet euch nicht wie ängstliche Sklaven. Wir sind doch Kinder Gottes geworden und dürfen ihn »Abba, Vater« rufen.

Gott ist heilig.
Vor ein paar Jahren, als ich noch Jugendmitarbeiterin war, haben wir uns einmal mit der Offenbarung beschäftigt. In einer Kleingruppe ging es darum, das Kapitel 4 einmal bildlich darzustellen und mir wurde ein kleines Stück von Gottes Herrlichkeit bewusst.
Herr, du bist heilig, heiliger als ich mir je vorstellen kann. Wenn ich jetzt, in diesem Moment, vor deinem Thron stehen würde, müsste ich wahrscheinlich vor Ehrfurcht erstarren, würde mich auf den Boden werfen und wäre völlig sprachlos. Ja, genaugenommen haben wir vor deiner Heiligkeit stramm zu stehen und hätten - gäbe es Jesus nicht - gar nichts zu melden. Wir hätten allen Grund dazu, uns zu fürchten. Wir bräuchten gar nicht auf die Idee kommen, dir in die Augen schauen zu wollen, wir würden vergehen. Wahrscheinlich würden wir es in deiner Nähe gar nicht aushalten können, sondern würden auf der Stelle tot umfallen. Trotz deiner Heiligkeit hast du Sehnsucht nach Gemeinschaft mit uns. Unfassbare Liebe geht von dir aus. Jesus, du hast es fertig gebracht, diesen Riss zu schließen, diese Mauer einzureißen. Wir dürfen tatsächlich in die Nähe des allergrößten Königs kommen. Er schaut uns liebevoll in die Augen. Er will uns in die Arme schließen. Das ändert nichts an deiner Heiligkeit, Herr. Es ist ein Wunder. Begreifen werde ich das nie.
Es ist so schön, dass ich Vater, ja, sogar „Papa“ zu dir sagen darf. Leben, echtes Leben willst du schenken. Freiheit, Freude, Singen, Tanzen, Jubeln - das ist das, was du dir für uns ausgedacht hast. Wir sollen die Herrschaft über unser Leben an dich abgeben, aber wir sollen dich so anbeten, wie du uns geschaffen hast, mit jeder Faser unsres Menschseins. Danke, Vater, Papa, Daddy, für diese guten Gedanken.

Übermut?

Vor ein paar Tagen war ich mit meinen Walking-Stöcken im Wald, um meine Lieblingsrunde zu laufen. Wunderbares Frühlingswetter, angenehm warm, herrlicher Sonnenschein. Auch die Tierwelt schien das zu genießen. Ich lief los und plötzlich hörte ich es rascheln im alten Laub unter einem Kastanienbaum. Neugierig blieb ich stehen. Da huschte eine ganze Horde kleiner Mäuschen wild um den Baum herum. Sie schienen ausgelassen fangen zu spielen. Völlig übermütig sind sie, dachte ich und obwohl ich sonst nicht der größte Mäuse-Fan bin, freute ich mich riesig über diese Lebensfreude, die diese Kleinen völlig vergessen ließen, dass ich als Mensch eigentlich eine Bedrohung für sie sein könnte. Ich setzte meine Runde fort und immer wieder hörte ich es rascheln. Jedes Mal, wenn ich das hörte, musste ich schmunzeln und dachte an die wilde Mäusebande. Später, fast am Ende des Weges, sah ich wieder solche kecken Mäuschen durchs Laub flitzen. Rein ins Mauseloch, wieder raus usw. Eine Maus schien besonders vorlaut zu sein – sie hockte sich frech neben einen Stein und sah mich neugierig an.
Da sah ich, dass auf diesem Stein ein Frosch saß und kurz drauf hörte ich es weiter vorne quaken. Interessiert marschierte ich weiter. Und dann sah ich sie: Zig Frösche, die in einer langgezogenen Pfütze hinter- und übereinander her bergauf hüpften. Es war ein geniales Bild. Und wieder dachte ich: wie übermütig!

Damit entstand der Gedanke für diesen Blogeintrag. Übermut, dachte ich, da kann man eine prima Andacht drüber machen. Als ich allerdings las, was die Bibel zum Thema Übermut sagte, stellte ich fest, dass ich eigentlich etwas anderes empfand, als ich die Mäuschen und Frösche sah. Übermut kommt in der Bibel durchweg schlecht davon. Er wird gleichgesetzt mit Bosheit, Überheblichkeit, Gottlosigkeit. Und wenn man sich das Wort anschaut, wird einem klar, dass Übermut ja auch irgendwie unstimmig in sich ist. Es gibt eigentlich keine Steigerung von Mut. Man kann mutig sein, auch extrem mutig – aber Übermut hört sich an wie über die Stränge schlagen. Wer übermütig ist, traut sich zu viel zu, vergisst die Risiken. Auf den Glauben bezogen heißt das evtl., sich aufgrund von Segnungen Gottes mehr rauszunehmen als einem zusteht, vielleicht anzugeben, hoch zu pokern oder was auch immer.

Und dann wird mir klar, was mich an meinen vierbeinigen Lehrmeistern neulich im Wald so fasziniert hat: Es war pure Lebensfreude – und diese Lebensfreude dürfen wir in der Sonne Gottes auch empfinden und ihr Ausdruck verleihen!
"Du zeigst mir den Weg zum Leben. Dort, wo du bist, gibt es Freude in Fülle; ungetrübtes Glück hält deine Hand ewig bereit." (Psalm 16,11)

Donnerstag, 15. März 2012

Für Eile fehlt mir die Zeit ...

Für Eile fehlt mir die Zeit ... so lautet der Buchtitel eines Kabarettisten, Horst Evers, in dem er Alltägliches aufs Korn nimmt. Das Buch selbst kenne ich nur so grob, hab es ein paarmal im Buchladen verkauft. Aber der Titel fiel mir eben ein, als ich mir eine Überschrift für meinen neuen Blogeintrag überlegte. "Für Eile fehlt mir die Zeit." Eine schöne Aussage. Noch besser gefällt mir zu dem Thema aber ein Zitat von Joyce Meyer, das ich vor ein paar Tagen las:

"You may be trying to do too many things and end up doing none of them well. Hurrying is the flesh trying to do more than the Holy Spirit is leading you to do. Be led by the Spirit." - Wir sind in der Versuchung, jede Menge Dinge, viel zu viele Dinge zu tun und am Ende nichts davon richtig gut gemacht zu haben. Eile ist unser alter Mensch, der mehr tun möchte, als das, wozu uns der Heilige Geist beruft. Lass dich vom Heiligen Geist leiten.

Wir packen so viel in unseren Alltag, rennen von einer Sache zur anderen und stöhnen, dass wir gestresst sind. Oder wir rennen tagein und tagaus und halten es sogar für normal - bis vielleicht unser Körper irgendwann einmal Signale schickt, die wir nicht mehr ignorieren können. Warum tun wir das? Oft halten wir uns für extrem wichtig. Es tut unserem Ego gut, wenn andere kopfschüttelnd daneben stehen und sagen: "Wie schafft sie das nur? Soviel würde ich niemals unter einen Hut bekommen!" Häufig denken wir, dass andere das alles von uns erwarten und rennen, damit ja keiner enttäuscht ist oder schlecht von uns denkt. Und manchmal - vielleicht häufiger als wir denken - tun wir Dinge, die eigentlich die Aufgabe anderer Leute wären. Die unserer Kinder, Eltern, Kollegen ...

Aber was passiert mit den anderen, wenn wir so leben? Diejenige, die uns bewundert, geht vielleicht frustriert davon, weil sie es nicht schafft, sich so extrem zu engagieren - und weiß gar nicht, dass sie dabei sogar gesünder lebt und evtl. mehr vom Leben kapiert hat als der "Schaffer", den sie beneidet. Wenn wir es anderen immer nur recht machen wollen, stehen wir in der Gefahr, uns selbst zu verlieren. Und wenn wir die Aufgaben anderer erledigen, erziehen wir diese quasi zur Unselbstständigkeit, vielleicht sogar zu Bequemlichkeit und nehmen ihnen die Möglichkeit, eigene Erfahrungen zu machen. In der Kirchengemeinde kann das sogar heißen, dass Leute, die Gott wunderbar begabt hat, auf der Reservebank sitzen bleiben, weil einige wenige "Hyperaktive" den ganzen Laden schmeißen und gar nicht auf die Idee kommen, dass sie auch einen Gang zurückschalten könnten, damit die Arbeit auf mehr Schultern verteilt wird.

Ein Buch hat mich in letzter Zeit auf die Spur gebracht, mal wieder darüber nachzudenken, was für mich eigentlich wirklich dran ist: Geri Scazerro, Jetzt ist Schluss - Mein Aufbruch in ein selbstbestimmtes Leben. Ein spannender Prozess hat begonnen!

Samstag, 25. Februar 2012

Abschied vom Weichspül-Christsein


Der Heilige Geist wird nicht aus unserem Leben entfernt - ganz egal, wie die Umstände aussehen! Im Gegenteil: Seine Hauptarbeit tut er vermutlich in Zeiten, die wir als schwer empfinden. In "guten wie in schlechten Zeiten" ist er bei uns, bei mir. Manchmal kann uns der Feind damit beschäftigen uns darauf hinzuweisen, wie langsam sich alles entwickelt. In Wahrheit sind das die Zeiten, in denen der Heilige Geist intensiv an uns arbeitet. Und das braucht Zeit. Die Arbeit, die Gott in und an uns tut ist Vorbereitungszeit auf das, was Gott durch uns tun will. Also sollten wir still halten und ihn machen lassen! Galater 6, Vers 9 ermutigt: Nicht aufgeben!

So die Theorie ... Und wie sieht es in der Praxis aus? Ich frage mich ernsthaft, ob wir das, was wir an Christsein leben und erleben, letztendlich auch vorleben, im Grunde nur ein Schön-Wetter-Glaube ist. "Komm zu Jesus und alles wird gut." - "Bring deine Sorgen zu Jesus und es wird schon werden." - "Vertraue ihm, er wird´s regeln." Das klingt ein wenig nach Weichspül-Christsein. Das klingt schön, märchenhaft und ist das, wonach wir Menschen uns sehnen: Ein Patentrezept und alle Sorgen und Nöte lösen sich in Luft auf. Nur: So einfach ist es in der Realität häufig nicht. Das dämmert mir mit knapp 45 Jahren Lebenserfahrung und 31 Jahren als Christ so langsam. Jesus ist da, in jeder Situation, in jeder noch so ausweglosen Lage - das steht fest, felsenfest. Aber nirgendwo hat er versprochen, dass sich alles immer gleich löst, klärt, regelt. Es wird Dinge in meinem Leben geben, die wehtun, die mich traurig machen und die schwer bleiben. Manchmal wird Gott nicht eingreifen oder erst sehr viel später etwas tun, als mir lieb ist. Das ist neues Fahrwasser für mich.
Jesus, diese Erkenntnis ist irgendwie hart. So viele Jahre habe ich ein "komm-zu-Jesus-und-alles-wird-gut-Christsein" gelebt. Nun merke ich, dass die Realität nicht ganz so "easy" ist. Es wird Spannungen und Probleme geben, die bleiben. Dinge passieren, die mich tief verletzen. So wie eine tiefe Schnittwunde lange braucht, um zu heilen, brauchen auch seelische Verletzungen ihre Zeit. Ungeklärte Situationen, Dinge, die ich nicht im Griff habe - sie lösen sich nicht in Luft auf, auch wenn ich noch so viel in der Bibel lese. Auch nach so vielen Jahren als Christ lernt man - Gott sei Dank! - nicht aus. Jesus, du hast niemals gesagt: "Komm zu mir und alles wird gut." Und auch bei dir wurde nicht alles gut, im Gegenteil! Aber es gehörte zu Gottes Plan. Dieser Plan hat dich, Herr, das Leben gekostet. Zum Jubeln war dir dabei sicher nicht zumute. So will ich ganz neu lernen, alle Facetten des Lebens mit dir, Jesus, zu leben. Manchmal wird es mir leicht fallen, dich zu loben, nah an dir dran zu bleiben und manchmal gibt es Zeiten, in denen ich mich nur noch drauf verlassen kann, dass du da ist und mich festhältst. Danke Vater, dass du kein Schön-Wetter-Gott bist! Und danke, dass du an mir arbeitest, mich korrigierst, mir neue Wege zeigst. Amen.

Samstag, 18. Februar 2012

WG mit Jesus

Johannes 14,23: "Wenn jemand mich liebt, wird er sich nach meinem Wort richten. Mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und bei ihm wohnen."


Jesus und Gott wollen in mir wohnen. Das ist intensiv und sehr nah. Es ist ein Unterschied, ob wir nur zur Kirche gehen und Gott quasi besuchen, oder ob wir ihn tatsächlich bei und in uns wohnen lassen. Danke, Vater, danke Jesus, dass du in mir wohnst. Ich will alle Türen weit auf machen, dir jeden Winkel zur Verfügung stellen. Leuchte alles aus mit deinem Licht, kehr den Staub aus den Ecken. Danke, dass es aber nicht nur darum geht - das können wir übrigens ja auch gemeinsam erledigen - sondern dass es auch die Zeiten gibt, wo wir einfach nur gemeinsam im Wohnzimmer sitzen und plaudern. Lachen. Weinen. Feiern. Die ganze Bandbreite menschlichen Lebens.

Sonntag, 8. Januar 2012

Routine

„Wenn du deine schwache Hand in die starke Hand Jesu legst, behütet er dich vor dem Fallen und lässt dich nie allein.“ Corrie ten Boom

Das Jahr ist schon in vollem Gang, auch wenn es erst ein paar Tage alt ist. Was ist aus den guten Vorsätzen vom 1. Januar 2012 geworden? Haben wir einen Anfang bekommen beim Abnehmen, beim Sport treiben oder bei all den anderen Dingen, die sich Menschen so vornehmen zu Beginn eines neuen Jahres?

Und was ist aus der Jahreslosung geworden – „Meine Kraft ist in den Schwachen mächtig“ – haben wir uns bereits daran gewöhnt? Hören wir noch hin, wenn wir sie irgendwo lesen? Oder ist sie bereits Routine geworden? Zwar schon irgendwie noch präsent, aber inzwischen nichtssagend und normal?

Gottes Wort macht uns Mut, diesen Vers nicht nur als netten Auftakt an Anfang eines Jahres zu betrachten, sondern ihn ganz konkret jeden Tag zu praktizieren. Gott jeden Morgen unsre Schwachstellen hinzulegen. ER ist bereit, unsre Schwachheit auszugleichen, jede Sekunde unsres Lebens.