Samstag, 25. Februar 2012

Abschied vom Weichspül-Christsein


Der Heilige Geist wird nicht aus unserem Leben entfernt - ganz egal, wie die Umstände aussehen! Im Gegenteil: Seine Hauptarbeit tut er vermutlich in Zeiten, die wir als schwer empfinden. In "guten wie in schlechten Zeiten" ist er bei uns, bei mir. Manchmal kann uns der Feind damit beschäftigen uns darauf hinzuweisen, wie langsam sich alles entwickelt. In Wahrheit sind das die Zeiten, in denen der Heilige Geist intensiv an uns arbeitet. Und das braucht Zeit. Die Arbeit, die Gott in und an uns tut ist Vorbereitungszeit auf das, was Gott durch uns tun will. Also sollten wir still halten und ihn machen lassen! Galater 6, Vers 9 ermutigt: Nicht aufgeben!

So die Theorie ... Und wie sieht es in der Praxis aus? Ich frage mich ernsthaft, ob wir das, was wir an Christsein leben und erleben, letztendlich auch vorleben, im Grunde nur ein Schön-Wetter-Glaube ist. "Komm zu Jesus und alles wird gut." - "Bring deine Sorgen zu Jesus und es wird schon werden." - "Vertraue ihm, er wird´s regeln." Das klingt ein wenig nach Weichspül-Christsein. Das klingt schön, märchenhaft und ist das, wonach wir Menschen uns sehnen: Ein Patentrezept und alle Sorgen und Nöte lösen sich in Luft auf. Nur: So einfach ist es in der Realität häufig nicht. Das dämmert mir mit knapp 45 Jahren Lebenserfahrung und 31 Jahren als Christ so langsam. Jesus ist da, in jeder Situation, in jeder noch so ausweglosen Lage - das steht fest, felsenfest. Aber nirgendwo hat er versprochen, dass sich alles immer gleich löst, klärt, regelt. Es wird Dinge in meinem Leben geben, die wehtun, die mich traurig machen und die schwer bleiben. Manchmal wird Gott nicht eingreifen oder erst sehr viel später etwas tun, als mir lieb ist. Das ist neues Fahrwasser für mich.
Jesus, diese Erkenntnis ist irgendwie hart. So viele Jahre habe ich ein "komm-zu-Jesus-und-alles-wird-gut-Christsein" gelebt. Nun merke ich, dass die Realität nicht ganz so "easy" ist. Es wird Spannungen und Probleme geben, die bleiben. Dinge passieren, die mich tief verletzen. So wie eine tiefe Schnittwunde lange braucht, um zu heilen, brauchen auch seelische Verletzungen ihre Zeit. Ungeklärte Situationen, Dinge, die ich nicht im Griff habe - sie lösen sich nicht in Luft auf, auch wenn ich noch so viel in der Bibel lese. Auch nach so vielen Jahren als Christ lernt man - Gott sei Dank! - nicht aus. Jesus, du hast niemals gesagt: "Komm zu mir und alles wird gut." Und auch bei dir wurde nicht alles gut, im Gegenteil! Aber es gehörte zu Gottes Plan. Dieser Plan hat dich, Herr, das Leben gekostet. Zum Jubeln war dir dabei sicher nicht zumute. So will ich ganz neu lernen, alle Facetten des Lebens mit dir, Jesus, zu leben. Manchmal wird es mir leicht fallen, dich zu loben, nah an dir dran zu bleiben und manchmal gibt es Zeiten, in denen ich mich nur noch drauf verlassen kann, dass du da ist und mich festhältst. Danke Vater, dass du kein Schön-Wetter-Gott bist! Und danke, dass du an mir arbeitest, mich korrigierst, mir neue Wege zeigst. Amen.

Samstag, 18. Februar 2012

WG mit Jesus

Johannes 14,23: "Wenn jemand mich liebt, wird er sich nach meinem Wort richten. Mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und bei ihm wohnen."


Jesus und Gott wollen in mir wohnen. Das ist intensiv und sehr nah. Es ist ein Unterschied, ob wir nur zur Kirche gehen und Gott quasi besuchen, oder ob wir ihn tatsächlich bei und in uns wohnen lassen. Danke, Vater, danke Jesus, dass du in mir wohnst. Ich will alle Türen weit auf machen, dir jeden Winkel zur Verfügung stellen. Leuchte alles aus mit deinem Licht, kehr den Staub aus den Ecken. Danke, dass es aber nicht nur darum geht - das können wir übrigens ja auch gemeinsam erledigen - sondern dass es auch die Zeiten gibt, wo wir einfach nur gemeinsam im Wohnzimmer sitzen und plaudern. Lachen. Weinen. Feiern. Die ganze Bandbreite menschlichen Lebens.