Dienstag, 10. Juli 2012

Psalm 84 - Mein Psalm des Jahres 2012

Wie wunderschön ist es, bei dir zu Hause zu sein, großer Gott.

Schon im Treppenhaus bin ich voller Vorfreude auf die Begegnung mit dir, ich kann es kaum erwarten, dass du mich in die Arme schließt. Du lebst, du wartest auf mich und ich hüpfe vor Freude auf und ab, wenn ich endlich wieder daheim bin.
Nicht nur für mich hast du alles wunderschön vorbereitet, alles was lebt fühlt sich wohl in deiner Gegenwart: Kleine Piepmätze zwitschern fröhlich in ihren Nestern im Dachgebälk, liebevoll von den Vogeleltern umsorgt. Du hast alles im Griff, im Blick, du Gott und König.

Alle, die in deinem Haus wohnen, wissen, was wahres Glück bedeutet: Geborgenheit, Frieden, Halt – und so viel mehr.
Denn Glück bedeutet: Stark werden in dir. Nicht weil wir Glaubenshelden sind, sondern weil du unbegreiflich groß und stark bist – nichts ist dir zu schwer und es ist ein ständiges Abenteuer, in deinen Fußtapfen zu laufen.

Wenn es durch die Wüste geht, die Tränen wie Wasserfälle fließen, ist das nicht das Ende. Du kannst in der Wüste Brunnen mit köstlich erfrischendem Wasser entstehen lassen. Genauso führst du Menschen mitten durch die Wüste, nimmst sie an der Hand und zeigst ihnen ganz neue Quellen, die sie vorher nicht kannten. Wenn einer deiner geliebten Menschen vor Verzweiflung einschläft und nicht mehr weiter kann und will, weckst du ihn liebevoll mit herrlich frischem Morgentau und lässt deinen Segen strömen.
Nicht Kraft folgt auf Kraft – darauf würden wir uns am Ende noch etwas einbilden. Nein, du erfüllst uns mit Kraft, lässt es aber auch zu, dass wir schwach und völlig auf dich angewiesen sind, nur, um uns dann wieder ganz neu Power zu geben. Von einer Kraft zur anderen wird unsere Bindung zu dir so immer stärker und stärker.

Ewiger Gott, deine Ohren sind nie verschlossen. Nicht, wenn ich einen guten Draht zu dir habe und jedes Gebet bei dir anzukommen scheint und auch dann nicht, wenn ich das Gefühl habe, meine Worte erreichen dich nicht, kommen nicht weiter als bis zur Zimmerdecke.
Herr, eine Minute am Tag in deiner Nähe ist wertvoller als jeder noch so spannende Moment den ganzen Tag über. Wenn ich dir begegne ist das nie oberflächlich, sondern hat jedes Mal eine Qualität, an die keine menschliche Begegnung heranreichen kann. Ein ganzer Tag Stille vor dir – davon würde ich wahrscheinlich Monate zehren!

In deinem Haus tagein, tagaus Putzfrau sein ist tausendmal herrlicher, wunderbarer, als ein einziges Mal mit einem weltlichen König Abend zu essen.
Manchmal wird es mir zu „heiß“ in deiner Gegenwart, weil du so heilig bist. Aber in Jesus hast du uns gleichzeitig einen göttlichen „Sonnenschutz“ gegeben, damit wir nicht vergehen, wenn wir dir begegnen. Ich falle vor dir auf die Knie, bete dich an, weil du Gnade vor Recht walten lässt, mich aufrichtest. Mit geradem Rücken und festem, mutigen Blick dürfen wir nach vorne schauen. Alles, was du gibst, ist gut. Uns fehlt nichts, wenn wir nah bei dir sind. Und du gibst und gibst und gibst.

Heiliger Gott, dir vertrauen, sich an dich ketten wie ein Bergsteiger, von dir getragen werden wie ein Baby von seiner Mutter – das kann man wahres Glück nennen. Glück, das niemals ein Ende hat.
(freie Übertragung von Psalm 84 (c) Marion Rühl)