Dienstag, 31. Dezember 2013

Eine neue Zeitrechnung

Morgen beginnt ein neues Jahr. Und wem haben wir diese Zeitrechnung zu verdanken? Jesus Christus. Weil er vor über zweitausend Jahren geboren wurde, hielt die Welt den Atem an und eine neue Zeitrechnung begann. Ich finde das beeindruckend und halte kurz inne - um meinen persönlichen Jahresrückblick zu machen und morgen einen Ausblick aufs neue Jahr zu halten.

"Denn das Kind im Stall ist der Herr des Alls." - Eine Zeile aus einem Lied, die mich seit ein paar Wochen begleitet.


Montag, 23. Dezember 2013

Kann man sich eigentlich an Weihnachten "gewöhnen"?




2013 ist mein 46. Weihnachten. Na gut, an die ersten kann ich mich wohl nicht mehr so ganz erinnern. Aber trotzdem: Alle Jahre wieder - die alte Leier? Alle Jahre wieder - Stress in der Vorweihnachtszeit? Alle Jahre wieder - Plätzchen backen, Geschenke kaufen, festliche Kleider anziehen, in Weihnachtsstimmung kommen?

In Kindertagen war Weihnachten der spannendste Tag im Jahr überhaupt. Soooo aufregend! Bekomme ich das, was ich mir gewünscht habe? Voll froher Erwartung fieberten wir dem 24.12. entgegen: der nicht enden wollende Vormittag, "Wir warten auf das Christkind" im Fernsehen am Nachmittag mit "Lemmi und die Schmöker" und allem drum und dran; dann Kirche mit Krippenspiel und dann endlich war es soweit. Leuchtende Augen am Weihnachtsbaum. Aber erst war ja noch das Abendessen dran. Und Lieder singen. Doch dann war es soweit: die Geschenke. Immer wieder ein herrliches Sich-Draufstürzen, Auspacken, wunderbares Durcheinander. Später ging es noch in die obere Etage zu Oma und Opa.

Die Weihnachtsgeschichte gehörte irgendwie dazu, war schon Mittelpunkt, aber dann doch wieder nebensächlich.

Als Teenager wurde es eines Tages mitten im Sommer bei mir Weihnachten: Dieses kleine Kind im Stall bekam für mich ganz persönlich eine Bedeutung, wurde mein Freund, mein Bruder und vieles mehr. Advent und Weihnachten hatten plötzlich einen tieferen Sinn - es traf mich mitten ins Herz, war nicht mehr nur das familiäre Highlight im Jahr, sondern ich sang Lieder wie "Tochter Zion, freue dich", "Macht hoch die Tür" oder "Ich steh an deiner Krippen hier" nicht nur, weil sie so schön sind. Mit einem Mal sang ich sie aus Überzeugung.

Viele Weihnachten später fiebere ich nicht mehr so doll auf Weihnachten hin wie als Kind ;-), die Freude ist allerdings immer noch da, immer wieder neu. Der Grund dafür? Der ist unter anderem in diesem alten Weihnachtslied zu finden: Ich steh an deiner Krippen hier (Paul Gerhardt, 1653)


OriginaltextEvangelisches Gesangbuch
1. Ich steh an deiner Krippen hier,
o Jesulein, mein Leben,
Ich stehe, bring und schenke dir,
was du mir hast gegeben.
Nimm hin, es ist mein Geist und Sinn,
Herz, Seel und Muth, nimm Alles hin,
und laß dirs wohlgefallen.
1. Ich steh an deiner Krippen hier,
o Jesu, du mein Leben;
ich komme, bring und schenke dir,
was du mir hast gegeben.
Nimm hin, es ist mein Geist und Sinn,
Herz, Seel und Mut, nimm alles hin
und laß dir's wohlgefallen.
2. Du hast mit deiner Lieb erfüllt
mein' Adern und Geblüte,
Dein schöner Glanz, dein süßes Bild
liegt mir stets im Gemüthe,
Und wie mag es auch anders sein,
wie könnt ich dich, mein Herzelein,
aus meinem Herzen laßen?
3. Da ich noch nicht geboren war,
da bist du mir geboren,
Und hast mich dir zu eigen gar,
eh ich dich kannt, erkoren.
Eh ich durch deine Hand gemacht,
da hat dein Herze schon bedacht,
wie du mein wolltest werden.
2. Da ich noch nicht geboren war,
da bist du mir geboren
und hast mich dir zu eigen gar,
eh ich dich kannt, erkoren.
Eh ich durch deine Hand gemacht,
da hast du schon bei dir bedacht,
wie du mein wolltest werden.
4. Ich lag in tiefer Todesnacht,
du wurdest meine Sonne,
Die Sonne, die mir zugebracht
Licht, Leben, Freud und Wonne.
O Sonne, die das werthe Licht
des Glaubens in mir zugericht't,
wie schön sind deine Strahlen.
3. Ich lag in tiefster Todesnacht,
du warest meine Sonne,
die Sonne, die mir zugebracht
Licht, Leben, Freud und Wonne.
O Sonne, die das werte Licht
des Glaubens in mir zugericht',
wie schön sind deine Strahlen!
5. Ich sehe dich mit Freuden an,
und kann mich nicht satt sehen,
Und weil ich nun nicht weiter kann,
so thu ich, was geschehen.
O daß mein Sinn ein Abgrund wär
und meine Seel ein weites Meer,
daß ich dich möchte faßen.
4. Ich sehe dich mit Freuden an
und kann mich nicht satt sehen;
und weil ich nun nichts weiter kann,
bleib ich anbetend stehen.
O daß mein Sinn ein Abgrund wär
und meine Seel ein weites Meer,
daß ich dich möchte fassen!
6. Vergönne mir, o Jesulein,
daß ich dein Mündlein küsse,
Das Mündlein, das den süßten Wein,
auch Milch und Honigflüße
Weit übertrifft in seiner Kraft,
es ist voll Labsal, Stärk und Saft,
der Mark und Bein erquicket.
7. Wenn oft mein Herz im Leibe weint
und keinen Trost kann finden,
Da ruft mir's zu: Ich bin dein Freund,
ein Tilger deiner Sünden;
Was trauerst du, mein Fleisch und Bein?
du sollst ja guter Dinge sein,
ich zahle deine Schulden.
5. Wann oft mein Herz im Leibe weint
und keinen Trost kann finden,
rufst du mir zu: „Ich bin dein Freund,
ein Tilger deiner Sünden.
Was trauerst du, o Bruder mein?
Du sollst ja guter Dinge sein,
ich zahle deine Schulden.“
8. Wer ist der Meister, der allhier
nach Würdigkeit ausstreichet
Die Händlein, so das Kindlein mir
anlachende zureichet!
Der Schnee ist hell, die Milch ist weiß,
verlieren doch beid' ihren Preis,
wenn diese Händlein blicken.
9. Wo nehm ich Weisheit und Verstand,
mit Lobe zu erhöhen
Die Aeuglein, die so unverwandt
nach mir gerichtet stehen?
Der volle Mond ist schön und klar,
schön ist der güldnen Sternen Schaar,
dies' Aeuglein sind viel schöner.
10. O daß doch ein so lieber Stern
soll in der Krippen liegen!
Für edle Kinder großer Herrn
gehören güldne Wiegen:
Ach! Heu und Stroh ist viel zu schlecht;
Sammt, Seiden, Purpur wären recht,
dich, Kindlein, drauf zu legen.
6. O daß doch so ein lieber Stern
soll in der Krippen liegen!
Für edle Kinder großer Herrn
gehören güldne Wiegen.
Ach Heu und Stroh ist viel zu schlecht,
Samt, Seide, Purpur wären recht,
dies Kindlein drauf zu legen!
11. Nehmt weg das Stroh, nehmt weg das Heu,
ich will mir Blumen holen,
Daß meines Heilands Lager sei
auf Rosen und Violen,
Mit Tulpen, Nelken, Rosmarin
aus frischen Gärten will ich ihn
von oben her bestreuen.
7. Nehmt weg das Stroh, nehmt weg das Heu,
ich will mir Blumen holen,
daß meines Heilands Lager sei
auf lieblichen Violen;
mit Rosen, Nelken, Rosmarin
aus schönen Gärten will ich ihn
von oben her bestreuen.
12. Zur Seiten will ich hier und dar
viel weiße Lilien stecken,
Die sollen seiner Aeuglein Paar
im Schlafe sanft bedecken.
Doch liebt vielleicht das dürre Gras
dir, Kindlein, mehr, als alles das,
was ich hier nenn und denke.
13. Du fragest nicht nach Lust der Welt
noch nach des Leibes Freuden:
Du hast dich bei uns eingestellt,
an unsrer Statt zu leiden,
Suchst meiner Seelen Trost und Freud
durch allerhand Beschwerlichkeit,
das will ich dir nicht wehren.
8. Du fragest nicht nach Lust der Welt
noch nach des Leibes Freuden;
du hast dich bei uns eingestellt,
an unsrer Statt zu leiden,
suchst meiner Seele Herrlichkeit
durch Elend und Armseligkeit;
das will ich dir nicht wehren.
14. Eins aber, hoff ich, wirst du mir,
mein Heiland, nicht versagen,
Daß ich dich möge für und für
in, bei und an mir tragen.
So laß mich doch dein Kripplein sein,
komm, komm und lege bei mir ein
dich und all deine Freuden.
9. Eins aber, hoff ich, wirst du mir,
mein Heiland, nicht versagen:
daß ich dich möge für und für
in, bei und an mir tragen.
So laß mich doch dein Kripplein sein;
komm, komm und lege bei mir ein
dich und all deine Freuden.
15. Zwar sollt ich denken, wie gering
ich dich bewirten werde:
Du bist der Schöpfer aller Ding,
ich bin nur Staub und Erde.
Doch bist du ein so lieber Gast,
daß du noch nie verschmähet hast
den, der dich gerne siehet.

In diesem Sinne: Frohe und gesegnete Weihnachten!

Samstag, 30. November 2013

Gottes Herz fließt über vor Gnade

Psalm 36 - eine einzige Lobeshymne! "Seine Gnade hört niemals auf.", heißt es da nach jedem Satz. Seine Güte währet ewiglich. His mercy endures forever. Gottes Herz fließt über vor Gnade. Jeden Tag. Jede Sekunde. Für immer. Das ist seine Passion. Gnade. Unendlich. Nichts und niemand kann daran etwas ändern.

Er legt sein ganzes Herz da hinein. Ja, er legt sein Herz sogar in eine Futtergrippe, einen Trog! Morgen ist der erste Advent und wir werden wieder verstärkt damit konfrontiert, dass Gott alles hineingelegt hat in diese Welt.

Ich freue mich riesig auf die Adventszeit! Jeden Tag ein Türchen am Adventskalender öffnen. Schöne Geschichten hören. Geschenke kaufen oder selbst gestalten, um anderen eine Freude zu machen. Kerzen, die diese dunkle Jahreszeit erhellen.

Vor vielen Jahren, als wir noch kleine Kinder hatten, haben wir die Maria und den Josef aus unserer Weihnachtskrippe einmal den Weg zur Krippe laufen lassen. Jeden Tag im Advent gingen sie ein kleines Stück weiter. Und jeden Tag dieser Reise wurde ein weiteres Teelicht entlang des Weges angezündet. Je näher es auf den Stall zuging, desto heller wurde es. Je näher es auf Weihnachten zugeht, desto heller wird es. Je mehr wir über Weihnachten nachdenken, uns darauf einlassen, desto bewusster wird uns die überfließende Gnade Gottes.

Er legt sein ganzes Herz hinein in diese Welt.

Mittwoch, 18. September 2013

Beine und Seele baumeln lassen

Da lese ich doch gestern in der Zeitung einen interessanten Artikel: Ein Mann hier in der Gegend stellt "Baumelbänke" her. Schlaue Menschen haben herausgefunden, dass es Körper und Seele guttut, öfter mal im wahrsten Sinne des Wortes die Beine baumeln zu lassen. Und so boomt seit einiger Zeit die Herstellung dieser Baumelbänke. Interessant, aus was man alles ein Geschäftsmodell machen kann!

Bei Gott können wir das übrigens auch: einfach die Seele baumeln lassen. Einfach mal abhängen, loslassen, ihm alles überlassen. Er weiß nämlich genau, was er tut, wir können ihm getrost das Ruder unseres Lebens in die Hand geben.

Gott als meine persönliche Baumelbank - coole Vorstellung!



Montag, 27. Mai 2013

Spitze Team!



Das war ein spitze Team, vor drei Jahren, als wir zum ersten Mal ein Reach-Hessen-Team in unserer Tochtergemeinde hatten. Seitdem hatten wir noch mehrere solcher super Teams in unseren Gemeinden und die Jugendarbeit ist gewachsen. 

Es ist schon interessant, dass Jesus in Matthäus 8,38 sagt: "Darum bittet den Herrn der Ernte, dass er Arbeiter in seine Ernte sende." Er hätte das auch alleine geschafft. Auch damals. Seine Jünger waren ständig um ihn und bei ihm. Er übertrug ihnen kleinere und größere Aufgaben. Eigentlich wäre das nicht nötig gewesen. Der allmächtige Herr ist nicht auf Hilfe angewiesen. Trotzdem hat er sich dafür entschieden: damals für die Jünger und heute für uns. Ganz bewusst will er uns mit einbeziehen in seinen Rettungsplan Menschheit. 

Komisch, dass ich manchmal so tue, als hätte ich kein Team nötig, als müsste ich alles alleine schaffen ... Gerade in der letzten Woche, als unsere Gemeinde einen großen Einsatz zu bewältigen hatte, staunte ich einmal mehr, welch tolle Teams Jesus sich hier auf der Erde zusammengestellt hat. Uns selbst kommt das manchmal wie zusammengewürfelt vor, aber Jesus hat für jeden seinen Platz. Keiner muss alleine kämpfen, jeder ist Teil eines Teams. 

Danke, Jesus, dass ich Teil solcher Teams sein darf: in der Gemeinde, in der Familie und an der Arbeit. Es ist ein großes Geschenk, in dem ungeahnte Möglichkeiten stecken.


Donnerstag, 28. März 2013

Auf dem Trockenen


Vor ein paar Tagen am Meer, es war Ebbe. Das sah schon komisch aus: Viele kleine und größere Boote lagen auf dem Trockenen, im Sand. Sie konnten ihrer Bestimmung nicht nachkommen, weil das Wasser fehlte. Waren zum Stillhalten gezwungen. Zum Warten auf die nächste Flut. Wenn das Wasser weggeht, klappt das mit dem Schwimmen noch eine ganze Weile. Zuerst sind es noch größere Wellen, die das Boot hin- und herschaukeln und ihm vorgaukeln, alles wäre in bester Ordnung. Ein paar Stunden später ist es nur noch eine große Pfütze – aber immerhin: Der Kontakt zum Wasser ist noch da. Aber dann lässt es sich irgendwann nicht mehr leugnen: Das Wasser ist fort.



Im Leben als Christ gibt es dieses Auf und Ab ebenfalls. Lange Zeit fahren wir auf dem Meer des Glaubens dahin und freuen uns darüber, genau das tun zu können, wofür wir gemacht sind, je nach unseren Gott gegebenen Begabungen. Wir fühlen uns von Gott getragen, wissen, dass auch mal ein Sturm kommen kann. Aber im Grunde sind wir sicher, dass uns nichts passieren kann, weil Gott Herr über Wind und Wellen ist und uns die Ausrüstung in Form seines Geistes mitgegeben hat.

Aber dann gibt es diese Ebbe-Zeiten. Wir wissen, dass sie von Zeit zu Zeit kommen und sind dann doch überrascht und überrumpelt. Ganz plötzlich sitzen wir auf dem Trockenen, haben das Gefühl, geistlich zu verdursten und fühlen uns handlungsunfähig. Das kann verschiedene Gründe haben: Mal ist es unser persönliches Glaubensleben, das abgeflaut ist, mal ist es eine Veränderung in der Gemeinde, die uns das Wasser entzieht, ein anderes Mal hat uns ein Sturm des Lebens auf eine Sandbank gespült und es scheint nicht mehr weiter zu gehen. In solch einer Situation können wir uns nicht vorstellen, dass das Wasser jemals wieder zurückkommt und das Boot unseres Lebens wieder in Bewegung setzt. Vielleicht steigen wir aus dem Boot aus und marschieren zu Fuß auf dem Watt. Einfach mal aussteigen, denken wir. Weg von all dem, was mir als Einerlei erscheint. Auch das darf und muss vielleicht mal eine Zeit lang sein. Aber das Boot sollten wir nicht aus den Augen verlieren. Die Flut kann uns überraschen und dann sitzen wir auf dem Felsen, der so verlockend erschien, fest.

Früher oder später kommt die Flut wieder. Wie können wir die Zeit auf dem Trockenen sinnvoll nutzen? Die Fischer, die wegen der Flut nicht hinausfahren können, nutzen solche Zeiten, um ihre Netze zu flicken. Was sind „Netze des Glaubens“? Unsere ganz persönliche Beziehung zu Gott als ein wichtiges Netz unseres Lebens könnte durch ständigen Aktionismus, permanenten Einsatz für seine Gemeinde Löcher und Risse bekommen haben. Dadurch würde die Arbeit ganz schön mühsam werden. Zeit also, während der Ebbe, diese Löcher zu reparieren: Mehr Zeit in der Stille verbringen. Die Fußspuren im Sand anschauen und darüber nachdenken, wo Gott uns in anderen Ebbe-Zeiten getragen hat. Die Prioritäten neu sortieren und überlegen, wie viel Belastung die Segel meines Lebensbootes tatsächlich auf Dauer aushalten und wann man sie vielleicht auch mal aus dem Wind drehen muss. Zeit vielleicht auch, mal an Land zu gehen, sich umzuschauen, was es außerhalb des Kirchenmeeres noch gibt, um mal wieder eine Ahnung davon zu bekommen, wie es den Menschen geht, die das getragen Sein durch Gott gar nicht kennen und wo ich ihnen evtl. beim nächsten Sturm Leuchtturm oder Rettungsboot sein kann. Bestimmt fallen jedem, der das liest, noch eigene Beispiele ein.

Das Boot, das während der Ebbe eine unnatürliche Schieflage einnimmt und irgendwie verzweifelt wirkt, richtet sich wieder auf, wenn das Wasser zurückkommt. Offensichtlich mutet Gott uns solche Zeiten in gewissen Abständen zu. Die Gründe dafür können wir nur erahnen. Wir können aber nichts dafür tun, dass die Flut kommt – das ist Gottes Naturgesetz und passiert ganz von selbst. Bereit sein sollten wir, wenn es wieder losgeht auf das Meer, das manchmal ruhig und sonnig ist, ein anderes Mal aber heftig stürmt und tobt. 

Samstag, 23. Februar 2013

Versuchung


„Wo steht der Satz `Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von jedem Wort, das aus dem Munde Gottes geht?´“, lautete die Frage vor ein paar Tagen in einer Mitarbeiter-Andacht. Nach kurzem Nachdenken fiel es mir ein: Es steht in der Versuchungsgeschichte Jesu, am Anfang des 4. Kapitels im Markusevangelium. Jesus war von Gottes Geist in die Wüste geführt worden und war dort bereits 40 Tage unterwegs. Er hatte mächtig Hunger und Durst. Der Teufel kommt lässig daher geschlendert und sagt zu Jesus: „Sei doch nicht dumm, du bist der Sohn Gottes – du könntest jederzeit Brot machen aus den Steinen, die hier rumliegen!“ Daraufhin sagt Jesus diesen Satz, der eigentlich ein Zitat aus 5. Mose 8,3 ist. Beachtlich. Jesus kann trotz Hunger und Ausgezehrtsein genau erkennen, dass dies das gemeine Locken des Feindes ist. Würde er gehorchen – ja, was wäre dann? Wer weiß, vielleicht wäre Jesus dann am Ende auch nicht gehorsam ans Kreuz gegangen. Aber auch das steht in der Bibel: „Er erniedrigte sich selbst und war gehorsam bis zum Tod, ja, bis zum schändlichen Tod am Kreuz.“
Mir fällt es oft schwer, die Versuchungen zu entlarven. Das Leben ist turbulent und meine Seele hat es schwer, hinterherzukommen? Schwuppdiwupp stecke ich mitten drin in der Versuchung und kann dann nur noch zu Jesus schreien, dass er mir aus der Patsche hilft. Unser Problem dabei ist, denke ich, dass wir oft einfach nicht darauf achten, unsere Defizite bei Gott zu füllen oder bei den Menschen, die uns lieben. Und dann kommt es dazu, dass wir in die Falle tappen: Kaufrausch, Kühlschrank plündern, Beziehungsstress – jedem fällt hier sicherlich sein eigenes Problemfeld ein.
Darum ist es so immens wichtig, Zeit mit Gott und seinem Wort zu verbringen, es zu ventilieren, durchzukauen, auf der Zunge zergehen zu lassen. Wie die Acti…-Werbung einem Schönheit und Schutz von innen verspricht – und nicht einmal halten kann – so kann Gottes Wort uns tatsächlich fit, gesund, stark und schön machen. Gott braucht dafür keine aggressive Werbung, er hat Jesus als Beweis dafür, dass das stimmt, in diese Welt geschickt.
Danke Jesus, dass du mich neu daran erinnerst: Gottes Wort ist das, was satt macht im Leben, mich ausfüllt und mich stark macht für all die giftigen Pfeile, die mich treffen wollen. Amen.

Egal, was uns anficht, Jesus ist immer stärker. Wenn wir die Anfechtung auf eine Waage legen, gibt es immer das Gegengewicht Jesus. Und es geht immer zugunsten von Jesus aus - er ist immer stärker. Ich muss mir das nur immer wieder klar machen!