Mittwoch, 21. Mai 2014

Innere Stimme, Bauchgefühl, Gottes Stimme - wem kann ich trauen?

Ja, ich bekenne: Ich führe Selbstgespräche! Selten laut, aber trotzdem ziemlich häufig. Da lese ich eine E-Mail und die innere Stimme sagt mir: Das hat er/sie mit Sicherheit so und so gemeint. Bestimmt will sie mir damit genau das sagen. Und das, was er letztens gesagt hat, passt genau zu diesem letzten Satz. Meine innere Stimme interpretiert vieles, was ich erlebe, höre. Sie ist nicht objektiv und oft auch nicht positiv eingestellt.

Außerdem gibt es da noch das Bauchgefühl - beim einen Menschen ist es stärker ausgeprägt, beim anderen etwas schwächer. Dieses ungute oder freudige Gefühl in der Magengegend hilft uns manchmal unbewusst, Situationen zu beurteilen. Es kann ein hilfreiches Warnzeichen sein, hier und da auch helfen, andere Menschen einzuschätzen.

Allerdings kann das Bauchgefühl von der inneren Stimme quasi vorbelastet sein. Und darum kann auch das uns täuschen.

Eine ziemlich verzwickte Lage ... Oft erlebe ich aber, wie sich in all dem inneren Fühlen und Fragen eine leise Stimme Gehör verschaffen will: Die Stimme Gottes bzw. des Heiligen Geistes. Eigentlich ist es mehr ein Flüstern. Wenn ich allerdings intensiv in Diskussionen mit meiner inneren Stimme verstrickt bin, kann ich dieses Flüstern leicht überhören. Auch, wenn ich eigentlich weiß, dass Gottes Stimme recht hat. Genauso kann es sein, dass mir mein Bauchgefühl sagt: Irgendetwas stimmt hier nicht. Wenn ich mich dann aber auf die Interpretation der inneren Stimme verlasse, statt Gott zu fragen, wo das Problem ist, steigere ich mich vielleicht in etwas hinein, was mich auf die völlig falsche Spur bringt.

Im Grunde ist die innere Stimme häufig ein fieser Lügner, der mich aufs Glatteis führt. Gottes Stimme dagegen ist Wahrheit, absolute, unbeugsame Wahrheit. Gut zu wissen, dass es eine "Instanz" gibt, die bereit ist, mir jeden Tag mit Rat und Tat zur Seite zu stehen.

Danke, Herr, dass du nicht aufhörst, in mein Denken, Fühlen und (Er)Leben einzugreifen!