Freitag, 26. Februar 2016

Was gibt uns Halt?

Menschen und Umstände verändern sich. Wenn wir uns darauf verlassen, werden wir ständig hin und her gerissen sein, unsere Gefühle fahren Achterbahn, wir sind ziellos. Schnell zieht ein Gefühl der Sinnlosigkeit ein, wir fühlen uns wie ein Spielball der Personen/Ereignisse um uns herum.

Gott ist ein Fels in der Brandung. Er verändert sich nie. Bei ihm gibt es keine bösen Überraschungen, allenfalls gute - denn ganz und gar kennen werden wir ihn erst, wenn wir einmal vor ihm stehen. Wenn ich seekrank werde, hilft es mir, einen Punkt am Horizont zu fixieren. Gott ist solch ein Punkt am Horizont unseres Alltags. Und nicht nur am Horizont - er steht mitten drin. Wie eine rettende Insel, wie eine Burg im mittelalterlichen Kriegsgeschehen, wie eine Firewall, die die schlimmsten Attacken von außen von uns abhält. Auf ihn ist Verlass. Er gibt uns Halt.

Dienstag, 2. Februar 2016

Die Freiheit, die ich meine

"Ich bin so frei", sagt man manchmal so. Und? Bist du´s? Frei, wirklich frei?

Jesus Christus verspricht in der Bibel: "Nur dann, wenn der Sohn euch frei macht, seid ihr wirklich frei." (Johannes 8,36). Der Sohn, das ist natürlich Jesus, der sich selbst für diese Freiheit geopfert hat. Wenn wir also sein Geschenk der Freiheit annehmen und ihn Herr in unserem Leben sein lassen, dann sind wir frei. Oder?

Wie sieht das in der Realität aus? Sind wir nicht ganz oft Sklaven? Sklaven unserer eigenen Wünsche und Begierden? Sklaven anderer Menschen? Sklaven von Systemen und anderem mehr?

Gerade im zwischenmenschlichen Bereich entstehen sehr schnell ungesunde Abhängigkeiten:

  • Eltern hängen sich an Kinder, Kinder sind von Eltern abhängig - oft ein Leben lang und sogar über den Tod der Eltern hinaus. 
  • Menschen hängen sich an andere, bis sie völlig abhängig von ihnen sind.
  • Personen in höheren Positionen nutzen ihre Macht aus, indem sie andere quasi versklaven. Das kommt nicht selten sogar in Kirchengemeinden vor.
  • Wir machen es nur noch anderen, aber nicht mehr uns selbst recht - nur, um Anerkennung zu bekommen, die dann aber häufig doch auf sich warten lässt.
  • ...
Das ist es wohl nicht, was Jesus sich unter Freiheit vorgestellt hat und auch nicht das, was er uns geben könnte, wenn wir es zulassen würden.

Manchmal ist es an der Zeit, wieder einmal einen TÜV meiner Beziehungsgeflechte zu machen: Welche Beziehungen sind wohltuend? Wo haben sich ungesunde Abhängigkeiten eingeschlichen? Welchen Anteil habe ich selbst daran, weil ich nie Nein sage? Wo missbrauchen in meinem Umfeld Menschen ihre Macht, die sie über andere haben? Was setzt mich unter Druck?

Was muss sich ändern? Was kann ich ändern? Wo brauche ich Hilfe?

Wenn sich tatsächlich ungute Beziehungen oder emotional unfrei machende Verkettungen herausstellen, sollte ich das alles Jesus hinhalten. Ihn fragen, was er tun würde. Mich von ihm lieb haben und mir sagen lassen, dass ich wertvoll bin in seinen Augen. Und mich darum nicht zum Sklaven anderer machen lassen muss, um evtl. Anerkennung zu erhalten. Vielleicht muss ich Beziehungen beenden. Vielleicht genügt es, das Nein sagen zu lernen oder ein klärendes Gespräch zu führen. Das ist für jede Situation und jede Abhängigkeit ganz individuell.

Und weil Jesus alles Ungute, Kaputte, Versklavende, Zerstörende mit ans Kreuz genommen hat, darf ich ihm diese Umstände abgeben. Ihn bitten, mich wieder völlig frei zu machen von unguten Bindungen. Jesus löst die Ketten und nach und nach werden auch die Gefühle und mein Verhalten hinterher kommen. Manches ist vielleicht so schwerwiegend, dass mir ein Seelsorger dabei helfen könnte. Anderes kann ich mit Jesus alleine klären.

Jesus Christus bietet uns wirkliche Freiheit an und kann uns helfen, die Schattenkämpfe, die Umstände und Beziehungen manchmal unlösbar erscheinen lassen, in seinem Licht zu sehen. Er will uns mit Gutem überschütten, uns stark machen, aus uns "herauslieben", was Gott schon von Anfang an in uns hineingelegt hat. 

Wenn wir so frei sind, wie Jesus das für uns erkämpft hat, leben und atmen wir auf. Entdecken unsere Stärken und Begabungen neu, finden wieder Freude und können dadurch auch selbst anderen die Luft zum Atmen und ihren Freiraum lassen.

Wir wären bereits im Paradies, wenn dieses sich von Jesus befreien lassen nur einmal stattfinden müsste und dann für alle Zeiten Friede, Freude, Eierkuchen wäre. Nein, dieser Illusion brauchen wir uns nicht hingeben - wir werden immer wieder einmal in solche emotionalen "Gefängnisse" tappen. Aber genauso oft dürfen wir auch zu Jesus kommen und ihn bitten, uns wieder ganz neu frei zu machen.