Donnerstag, 14. Juli 2016

Gottes Herz

Gott hat ein großes Herz, ein Herz für uns Menschen. Ausgedacht hatte er es sich damals so: Die von ihm so liebevoll erschaffenen Wesen sollten sein Gegenüber sein. Er hatte einen wunderbaren Garten für sie wachsen lassen, mit Tieren, die im Frieden miteinander und den Menschen dort leben und herrlichen Pflanzen und Früchten. Klar, es gab Regeln und Grenzen - zum Wohl des Menschen, nicht, um ihn einzuschränken. Aber Gott wollte auch keine Marionette als Gegenüber, sondern hat seine Geschöpfe mit einem eigenen Willen und der Freiheit, sich selbst für seinen Weg zu entscheiden, ausgestattet. Am Anfang war es wirklich perfekt. Und dann kam der Tag, an dem Adam und Eva diese eine wirklich wichtige Sache "verbockten". Und aus war der Traum von dem, was Gott so liebevoll gestaltet hatte. Da Gott absolut heilig ist, war ab diesem Moment, dem "Sündenfall" diese enge Gemeinschaft mit dem Schöpfer nicht mehr möglich. Die Folge: Trennung von Gott, die das ganze Dasein veränderte. Plötzlich gab es Leid, Schmerz, Eifersucht, Hass, Streit, Krieg ...

Wir lesen in der Bibel sehr viel von den Folgen dieser Fehlentscheidung der Menschheit. Und auch Gott leidet. Hätte er nicht einfach "die Regeln ändern können"? Nun, Gott ist Gott - derselbe gestern, heute und für alle Zeit - wie glaubwürdig wäre er, wenn er plötzlich sagen würde: Kein Problem, ändern wir die Spielregeln, lassen wir halt den ein oder anderen Ausrutscher zu, Heiligkeit hin oder her. Würden wir einen solchen Gott als Gott anerkennen können? Eher nicht ...

Aber Gott, der heilig ist, hatte trotzdem Sehnsucht nach dieser ehemals engen Verbindung zu den Menschen. Er litt, wenn er sah, wie sie sich gegenseitig die Köpfe einschlugen, Intrigen spannen, sich nur noch um sich selbst drehten. Und dann riss er sich ein Stück aus seinem eigenen Herzen.

WAS? Ja, Gott hat das einzige getan, was diese kaputte Beziehung zu uns "reparieren" konnte. Er kam selbst als Mensch auf diese Welt, lebte in ihr, spürte allem nach, was Menschsein ausmacht, erlebte alle Versuchungen, denen Menschen in dieser Welt ausgesetzt sind - und bestand, indem er alles sündlos meisterte. Und als Versiegelung dieser Rettungsaktion ließ er seinen Sohn - das Stück, das er aus seinem eigenen Herzen gerissen hatte - sterben und sogar in das Dunkelste Dunkel menschlichen Dasein gehen. Gott musste mit ansehen, wie sein Sohn, der mit ihm verwachsen war, der fühlte, was er fühlte, der wusste, was er wusste elend an einem Kreuz starb. Jesus schrie und der Vater musste es mit anhören. Jesus wurde geschlagen und Gott spürte diese Schläge. Jesus nahm allen Schmerz, alle Schuld, alles Leid dieser Welt auf sich und sein himmlischer Vater spürte dies alles in gleichem Maße. Das kann man sich gar nicht vorstellen. Gott ließ sich das Herz brechen - für uns.

Denn das war die einzige Chance, die es gab, die Verbindung zwischen Gott und Menschen wiederherzustellen. Durch das, was Jesus auf sich genommen hat und weil er als einziger ohne Schuld das Leben gemeistert hat, können wir nun ohne Angst zu Gott kommen. Quasi durch Jesus hindurch. Wenn wir nun Gott ansprechen, vor ihm stehen, sieht er in uns seinen Sohn - er schaut wie in einen Spiegel. Gottes Herz blutet nicht mehr, aber die Narbe, die diese Rettungstat hinterlassen hat, wird für alle Zeiten bleiben.

Gott Vater, Gott Sohn, Gott Heiliger Geist - danke. Amen.

Jesus sagt: Ich allein bin die Tür. Wer durch mich zu meiner Herde kommt, der wird gerettet werden. Er kann durch diese Tür ein- und ausgehen und er wird saftig grüne Weiden finden. (Johannes 10,9)

Lied: Heilig, heilig, das Lamm Gottes