Dienstag, 2. August 2016

Gottes Shopping-Queen

Gott ist mein Modeberater, er weiß genau, was ich im Kleiderschrank brauche, um gut gerüstet durch den Alltag und durchs Leben zu kommen, bei ihm darf ich mich fühlen wie eine Shopping-Queen:

Nun aber legt alles ab von euch: Zorn, Grimm, Bosheit, Lästerung, schandbare Worte aus eurem Munde; belügt einander nicht; denn ihr habt den alten Menschen mit seinen Werken ausgezogen. und den neuen angezogen, der erneuert wird zur Erkenntnis nach dem Ebenbild dessen, der ihn geschaffen hat. So zieht nun an als die Auserwählten Gottes, als die Heiligen und Geliebten, herzliches ErbarmenFreundlichkeitDemutSanftmutGeduld; und ertrage einer den andern und vergebt euch untereinander, wenn jemand Klage hat gegen den andern; wie der Herr euch vergeben hat, so vergebt auch ihr!
Über alles aber zieht an die Liebe, die da ist das Band der Vollkommenheit. (Kolosser 3, 8-14)

Seid stark in dem Herrn und in der Macht seiner Stärke.
Zieht an die Waffenrüstung Gottes, damit ihr bestehen könnt gegen die listigen Anschläge des Teufels. Denn wir haben nicht mit Fleisch und Blut zu kämpfen, sondern mit Mächtigen und Gewaltigen, nämlich mit den Herren der Welt, die in dieser Finsternis herrschen, mit den bösen Geistern unter dem Himmel. Deshalb ergreift die Waffenrüstung Gottes, damit ihr an dem bösen Tag Widerstand leisten und alles überwinden und das Feld behalten könnt.
So steht nun fest, umgürtet an euren Lenden mit Wahrheit und angetan mit dem (Brust-)Panzer der Gerechtigkeit und an den Beinen gestiefelt, bereit einzutreten für das Evangelium des Friedens. Vor allen Dingen aber ergreift den Schild des Glaubens, mit dem ihr auslöschen könnt alle feurigen Pfeile des Bösen, und nehmt den Helm des Heils und das Schwert des Geistes, welches ist das Wort Gottes. (Epheser 6, 10-17)

Wie kann ich mir das vorstellen? Nun, ich male mir das so aus: Abends, wenn wir ins Bett gehen, steht neben unserem Bett ein Hocker. Auf diesen legen wir unsere schmutzigen Kleider vom Tag. Schmutzige Kleider können auch schmutzige Gedanken, Zorn, unbedachte Worte, die ein oder andere Lüge sein. Ich lege das alles ganz bewusst ab, bitte Gott um Vergebung und lege mich hin. Mit einer kuscheligen Decke und einem weichen Kissen begebe ich mich zur Ruhe, überlasse Gott alles, was war und alles, was kommt. Für die nächsten Stunden überlasse ich Gott voll und ganz die Kontrolle.


Psalm 4,9: Ich liege und schlafe ganz mit Frieden; denn allein du, HERR, hilfst mir, dass ich sicher wohne.

Psalm 107,2: Es ist vergeblich, vom frühen Morgen bis in die späte Nacht hart zu arbeiten, immer in Sorge, ob ihr genug zu essen habt, denn denen, die Gott lieben, gibt er es im Schlaf.

Gott kümmert sich um alles, während wir schlafen. Wirklich.

Morgens wachen wir auf und siehe da: Auf dem Hocker neben unserem Bett ist fein säuberlich unser Outfit für den Tag zusammengestellt:
  • Der Gürtel der Wahrheit: Die etwas altertümliche Sprache Luthers formuliert, dass die "Lenden umgürtet sein sollen" mit der Wahrheit. "Lenden", das war, denke ich, damals der Begriff für Emotionen wie Wut, Gier, Lust/Unlust usw. Dieser Gürtel der Wahrheit soll dafür sorgen, dass wir bei der Wahrheit bleiben. Auch, wenn der Arbeitskollege uns tierisch aufregt oder ich ungerecht behandelt werde. Auch, wenn ich mit einer kleinen Lüge ein bisschen besser dastehen würde als der andere. Und auch, wenn es manchmal unbequem ist, die Wahrheit zu sagen, wenn ich z.B. was "verbockt" habe.
  • Der Brustpanzer der Gerechtigkeit: Diesen stelle ich mir vor wie eine schusssichere Weste. Unsere wichtigsten Organe - Herz, Nieren, Lunge, Leber u.v.m. - sind damit geschützt. Heute ist für uns das Herz der Sitz tiefster Empfindungen. Hier bin ich am verletzlichsten. Man sagt auch "Das geht mir an die Nieren," "Mir ist eine Laus über die Leber gelaufen", oder manch einem bleibt schier die Luft zum Atmen weg, weil andere ihn so sehr bedrängen. Mit diesem Brustpanzer ist all das von Gott her geschützt. Denn: Durch Jesus habe ich Gerechtigkeit vor Gott. Kein anderer kann mir das ausreden und ich brauche mich nicht vor anderen rechtfertigen. Alles unter der Voraussetzung: Ich habe ja zuerst den Gürtel der Wahrheit angezogen. Also nenne ich auch Lüge und Unrecht beim Namen.
  • Die Stiefel des Friedens: Diese Stiefel des Friedens scheinen so unbedeutend, man überliest sie schnell. Aber ich möchte sie nicht missen. Einmal helfen sie, mit beiden Beinen auf dem Boden zu stehen, geerdet zu sein, nicht über den anderen zu schweben. Wenn ich diese Friedensschuhe nicht anhabe, können solche Dinge wie die Wahrheit zu sagen oder Unrecht beim Namen zu nennen ganz schön schief gehen. Und auch sie sind ein Schutz: Wenn mir jemand sprichwörtlich auf den Fuß tritt, tut es nicht weh und ich kann gelassen reagieren, den anderen fragen, wie er das gemeint hat und muss nicht sofort "in die Luft gehen". Vor allem ist diese Haltung des Friedens ein Zeugnis, wer unser Herr ist; nämlich Jesus Christus, der Friedensstifter zwischen Gott und Menschen.
  • Der Schild des Glaubens: Vor ein paar Tagen habe ich einen Historienfilm angeschaut, wo es im Kampf heftig zur Sache ging. Trotzdem konnte ein kleiner Trupp Kämpfer vorrücken, weil sie sich mit ihren Schilden gegen die Feuerpfeile des Gegners geschützt haben. Auch wir haben einen Gegner, der uns attackiert. Die feurigen Pfeile, die dieser Feind abschießt, kommen überraschend und sekundenschnell: Ein falsch verstandenes Wort der Kollegin; Stolpersteine, die sich uns plötzlich in den Weg legen; Angriffe anderer aus heiterem Himmel ... Jeder kennt solche Momente und Situationen. Heben wir dann unser "Schild des Glaubens", indem wir z.B. Jesus anrufen, seinen Sieg proklamieren oder Gott einfach zutrauen, dass er jetzt seine Engel um uns stellt, müssen diese Pfeile an diesem "Schild des Glaubens" abprallen.
  • Der Helm des Heils: Beim Rad- oder Motorradfahren schützt der Helm vor schlimmen Kopfverletzungen. Ähnlich ist das auch beim Helm des Heils. Jesus hat für uns mit Gott alles klar gemacht. Gott liebt uns und nimmt uns als seine Kinder an. Er liebt und wertschätzt uns. Diesen Wert kann und darf uns keiner nehmen. Der Helm des Heils schützt unsere Gedanken vor solchen Einflüsterungen wir wären nichts wert, wären ja doch nie gut genug usw. Ein sehr wichtiger Bestandteil unserer Rüstung, denn die Gedanken steuern ja irgendwie auch unser Reden und Tun. Und wenn wir unseren Wert und unsere Anerkennugn vor Gott aus den Augen verloren haben, handeln wir selbstsüchtig, wollen uns ständig beweisen, dass wir doch etwas "taugen" und machen uns zu Sklaven anderer Menschen. Also: Immer schön den Helm tragen!
  • Das Schwert des Geistes: Ein Schwert hat eine sehr scharfe Klinge. In der Bibel heißt es auch, dass Gottes Wort schärfer ist als ein zweischneidiges Schwert, also eines, dass Schnittflächen auf beiden Seiten hat. Gott hat uns sein Wort anvertraut und er lädt uns ein, uns damit zu beschäftigen. Das macht uns fähig, die Dinge aus seiner Sicht zu sehen. Wenn wir Gottes Wort verinnerlichen, immer wieder zu Rate ziehen, lernen wir, Gottes leise Stimme zu hören; wir bekommen Übung darin, Wahrheit von Lüge zu unterscheiden, falsche Motive zu entlarven. Gottes Wort gibt uns Orientierung, der Heilige Geist hilft uns, das in unseren Alltag zu übersetzen und im richtigen Moment anzuwenden.
  • Der Mantel der Liebe: Zwar stammt dieses Bild aus einem anderen Brief von Paulus, aber es ergänzt den Gedanken der Waffenrüstung. Über all diesen militärischen Ausrüstungsgegenständen sollen wir nun einen Mantel aus Liebe anziehen. Das hat nicht nur optische Gründe, weil es schön aussieht. Erst die Liebe macht das Ganze vollkommen und wir sollten sie nicht außen vor lassen. Für diese Liebe hat Jesus am Kreuz gehangen. Und darum enthält dieses Kleidungsstück auch gleichzeitig Vergebungsbereitschaft u.a.m. (s. oben im Bibeltext). Es ist kein "Deckmäntelchen der Liebe", das alles Böse zudeckt, sondern es ist das, was uns menschlich nahbar und unser Leben zur Einladung für ein Leben mit Gott macht - ein Liebesbrief Gottes an die Menschen um uns herum. 
Von Zeit zu Zeit muss man sich diese Modeberatung Gottes wieder einmal anhören und sie studieren, denn schnell vergessen wir sowohl das Ablegen der schmutzigen Kleidung am Abend als auch das bewusste Anziehen dieses göttlich empfohlenen Outfits. Und keine Angst: Gott macht immer Maßarbeit! Das alles gibt es genau in deiner und meiner Größe, in den jeweiligen Lieblingsfarben und mit den genau zu mir passenden modischen Details, denn jeder Mensch ist einzigartig!