Freitag, 5. Mai 2017

NIEmals!

Gedanken zu Matthäus 26,69-75 und Johannes 21,15-17

Jesus verleugnen?
Niemals!
So hat es einst Petrus behauptet.
Und später "weinte er bitterlich",
weil er genau das getan hatte.

Jesus verleugnen?
Wir doch nicht!
Heute muss man doch keine Angst haben ...
Und doch - oft tun wir so, als ob wir ihn nicht kennen.

Jeden Tag
passiert mir das.
Situationen,
in denen ich reagiere,
als gäbe es Jesus nicht.
Unterlassungen,
die zeigen, wie wenig ich kapiert habe
und wie wenig ich bereit bin zu geben.
Lügen,
die ich laut ausspreche
oder weil ich eben etwas nicht ausspreche, was ich denke.

Ich begegne Menschen
und sie sehen davon nichts,
welche Hoffnung mich trägt,
aus welcher Quelle ich lebe.
Schuldig werde ich,
weil ich ihnen nichts abgebe
von dem lebendigen Wasser,
das Jesus mir schenkt
und das überfließen will,
hin zu anderen.

Und Jesus?
Wie geht er um mit meinem Versagen?
Er ist traurig:
Weil ein Mensch nicht von ihm hört,
weil ich mich der Erfahrung beraube,
dass man nichts verliert,
wenn man teilt.

Und dann?
Greift die Gnade.
Und die Wahrheit.
Sooft ich versage, sooft vergibt er.
Die Wahrheit nennt das Versagen beim Namen.
Heilsam.
Erschütternde Erkenntnis.
Ende
des Versteckens und des Weglaufens.

Die Gnade fragt:
Hast du mich lieb?
Mehrmals, bis ich verstanden habe.

Vergebung
löst meine Bitterkeit.
Sie beschönigt nicht,
sondern lässt die Anklage fallen.

Vertrauen.
Jesus beauftragt mich wieder neu.
Obwohl er weiß:
Ich werde wieder versagen.
Er setzt vollstes Vertrauen in mich.
Dann fängt er mit mir wieder bei Null an.
Immer wieder.
Unbelastet.
Unbefleckt.
Voller Hoffnung.

Was für ein Gott!