Donnerstag, 6. Juli 2017

Sommerloch?

In der Presse gibt es das berühmte Sommerloch. Da werden irgendwelche Geschichten an den Haaren herbeigezogen, olle Kamellen wieder ausgegraben, seitenweise über Öffnungszeiten von Schwimmbädern und Preise an der Pommesbude berichtet. Und alles nur, um darüber hinwegzutäuschen, dass es eigentlich im Sommer gar nicht so viel zu sagen/schreiben gibt. So wird durch Unwichtiges, Banales oder alle Jahre neu Wiederholtes etwas gefüllt, wo eigentlich eine Art Vakuum wäre.

Mit so etwas tun wir Menschen uns schwer. Übertragen auf unser Leben übrigens mal sehr nachdenkenswert: Was tun wir eigentlich, wenn mal Leerlauf ist? Was machen wir, wenn wir eine gewisse innere Leere spüren? Jeder hat wahrscheinlich seine Mechanismen, wie er so etwas füllt. Der eine mit Arbeit, der andere mit exzessivem Medienkonsum - und auch Dinge wie Essen, Alkohol, Extremsport werden gerne dazu genutzt, um eine solche Leere schnell zu stopfen oder unangenehme Gedankengänge zu verdrängen. (Nichts gegen Sport, Medien, ein leckeres Essen usw.!).

Was man uns völlig abtrainiert hat in unserer "Instant-Zeit", in der es immer für alles gleich eine Lösung geben muss: Ein zunächst unangenehmes Gefühl einmal auszuhalten, ihm nachzugehen. Kann ich es zulassen, in einer Zeit des Leerlaufs, des zur Ruhe Kommens einmal zu spüren, was mich permanent innerlich beschäftigt, mir vielleicht sogar zusetzt? Es kann sehr heilsam sein, wenn ich wieder einmal meine tiefsten Sehnsüchte entdecke, mir eingestehe, was mir wirklich fehlt und im besten Fall damit zu Gott gehe, der sie stillen kann. Heilsam auch, wenn ich in einer solchen "Sommerloch-Phase" z.B. erkenne, dass ich permanent "rumwusele", dabei aber meine engsten Kontakte vernachlässige. Und plötzlich spüre ich, wie einsam mich das macht. Oder wenn ich entdecke, dass ich einen lange gehegten Wunsch tief in mir vergraben habe, der aber durchaus seine Berechtigung hat und dem ich nachgehen darf. Und diese Zeiten der Ruhe - ob selbst auferlegt oder als "Zwangspause" von höchster Instanz verordnet, bieten die beste Gelegenheit, unsere Prioriäten mal wieder neu zu sortieren. (Zu den Prioritäten gibt es hier eine nette Geschichte.)

Wer sich solche Zeiten des "In-Sich-Gehens" nicht zugesteht, wird, glaube ich, auf Dauer krank. Krank an Seele, Körper und Geist.

Gott, der himmlische Vater, lädt uns dazu ein, diese Einkehr bei ihm zu suchen oder ihn mit einzubeziehen. Und mal ehrlich: Was gibt es Schöneres, als mit Gott am himmlischen Pool zu sitzen, mit ihm zu plaudern und den genialen Cocktail seiner Liebe, Fürsorge, Wertschätzung und Gegenwart zu genießen?

Und so wird ein Sommerloch (oder das Herbsttief) ganz plötzlich zur Oase.

Darum danke ich Gott für das Sommerloch!